Ägypten: neue Militär-Junta hebt Urteil gegen Ex-Diktator Mubarak auf & schlägt neue Proteste gewaltsam nieder

1Toter und 1 Verletzter bei Demonstrationen gegen Al-Sisi

Demonstranten in Kairo liefern sich schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Archivbild)Demonstranten in Kairo liefern sich schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Archivbild)

Kairo 10. Januar 2015 – (IRIB)

Die gestrige Demonstration der Gegner des ägyptischen Staatspräsidenten Abd al-Fattah as-Sisis und Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammad Mursi wurde niedergeschlagen.

Informierte Quellen berichteten am Samstag, dass bei der Demonstration ein 17-jähriger junger Mann namens „Mohammad Jome“ durch Schüsse der ägyptischen Polizei getötet und eine weitere Person schwer verletzt wurde. Augenzeugen berichteten, dass die Demonstranten im Bezirk „al-Hiram“ von den Sicherheitskräften umzingelt und mindestens fünf Menschen verhaftet wurden.

Ägypten: Gericht hebt Urteil gegen Mubarak auf

Ex-Präsident Mubarak vor Gericht (Archivbild): Urteil gegen ihn aufgehobenEx-Präsident Mubarak vor Gericht (Archivbild): Urteil gegen ihn aufgehoben

Kairo 13. Januar 2015 – (IRIB/ARD)

Ein Kassationsgericht in Kairo hat ein zweites Urteil gegen den früheren ägyptischen Diktator Hosni Mubarak wegen Korruption aufgehoben.

Das Gericht gab einem Einspruch Mubaraks gegen seine Verurteilung wegen illegaler Bereicherung statt. Mubaraks Anwälte hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt. Allerdings bleibt der 86-Jährige vorerst im Militärkrankenhaus, wo er wegen seines hohen Alters die Strafe verbüßt.

Mubarak war im Mai 2014 wegen Korruption zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Auch seine Söhne Alaa und Gamal erhielten mehrjährige Haftstrafen. Der Prozess gegen ihn wird nun neu aufgerollt. Beobachter rechnen damit, dass dies einen Freispruch bringen könnte.
Ende November war Mubarak vom Vorwurf freigesprochen worden, Beihilfe zum Mord an Demonstranten bei den gewaltsamen Protesten gegen ihn vor vier Jahren geleistet zu haben. Damals waren bei Zusammenstößen zwischen Anhängern der Muslimbruderschaft und Sicherheitskräften etwa 800 Menschen ums Leben gekommen. Der Ex-Diktator war wegen dieser Vorwürfe ursprünglich zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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