Auftrags-Terror in Venezuela – Finanzier von Gewaltaktionen festgenommen

Caracas 24. April 2014amerika21.de

Ein mutmaßlicher Geldgeber gewalttätiger Gruppen in Venezuela ist verhaftet worden. Dies gab Innen- und Justizminister Miguel Rodríguez Torres am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekannt. Der  als „El Chino“ (Der Chinese) bekannte Mann sei von zuvor festgenommenen Personen als derjenige bezeichnet worden, der ihnen und anderen wöchentlich 5.000 Bolivares (rund 570 Euro) für die Beteiligung an Anschlägen und Straßenblockaden im Bezirk Chacao bezahlt habe. Der Mann werde nun von der Polizei vernommen um zu erfahren, von wem er diese Geldsummen erhalten habe.

Rodríguez Torres gab außerdem bekannt, dass am Dienstagmorgen zehn Razzien durchgeführt und die ersten neun Personen festgenommen wurden, gegen die „genügend belastendes Material“ für ihre Beteiligung „an der Organisation von Terrorakten im Bezirk Chacao“ vorliege. Dabei seien auch Sprengmittel und Drogen beschlagnahmt worden. Von den zehn Durchsuchungen hätten nur drei in Chacao selbst stattgefunden. Dies bestätige, dass nicht alle, die an den Gewaltaktionen dort beteiligt sind, aus dem Bezirk kommen. Darüber hinaus hätten die Sicherheitsbehörden eine Gruppe von Anwälten und Händlern aufgespürt, die ebenfalls „Terrorgruppen mit Geld und Material“ unterstützt hätten. Der Innenminister kündigte weitere Hausdurchsuchungen in verschiedenen Bezirken von Caracas gegen Personen an, denen vorgeworfen wird, Straßen blockiert und in manchen Fällen Menschenleben gefährdet zu haben.

Seit Februar kommt es wiederholt zu Straßensperren und Anschlägen im wohlhabenden Bezirk Chacao im Osten der venezolanischen Hauptstadt. Mehr als 90 Busse des öffentlichen Nahverkehrs sind nach Angaben der Regierung beschädigt worden. Darüber hinaus wurden Brandandschläge unter anderem auf Gebäude des Wohnungsbauministeriums, des Obersten Gerichtshofes, des Verkehrsministeriums, der staatlichen Bank von Venezuela und auf den Torre Británica – in dem auch das Bildungsministerium untergebracht ist – verübt. Zum Zeitpunkt des Anschlages auf das Wohnungsministerium Anfang April befanden sich 1.200 Mitarbeiter der Behörde und 89 Kinder im Gebäude.

Der Leiter der Strategischen Einsatzkommandos der venezolanischen Streitkräfte (FANB), General Vladimir Padrino López, hat indes erneut davor gewarnt, dass die Straßenproteste in eine „zweite Phase“ übergegangen seien. Während in der ersten Phase zahlreiche Demonstrationen und Straßensperren mittels Sitzblockaden sowie Barrikaden von Anwohnern durchgeführt wurden, seien nun zunehmend „selektive Angriffe“ von „bezahlten paramilitärischen und terroristischen Zellen“ festzustellen. Am Osterwochenende waren Anschläge auf öffentliche Transporteinheiten in Caracas, San Cristóbal (Bundesstaat Táchira) und Valencia (Carabobo) verübt worden. (avn/eu)

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