Bank of America sperrt Konten iranischer Studenten

17. Mai 2014 New York (Huffington Post/Tehran Times/Irib)

Völlig überraschend und ohne jede Vorwarnung hat die Bank of America landesweit Iranern und Amerikanern iranischer Abstammung ihre Konten gesperrt, berichtet die amerikanische Online-Zeitung „Huffington Post“.

Auf der Suche nach einer Erklärung, weshalb sie plötzlich keine Zugang zu ihren Konten mehr haben, erhalten die Betroffenen meistens keine Auskunft und werden wie in einem Roman von Kafka von einer Stelle an die nächste verwiesen, heißt es in der Huffington Post. Sie bezieht sich dabei auf Informationen des National Iranian American Councils.

Der Kampf gegen die Bürokratie, um eine Entsperrung des Kontos zu erreichen, kann endlos lange dauern und der Erfolg ist keineswegs garantiert. Vor allem Studenten geraten auf diese Weise in größte Schwierigkeiten. Sie können ihre Rechnungen nicht bezahlen und müssen sich oft Geld von Freunden leihen. Dabei ist ihr einziges „Verbrechen“, dass sie im Iran geboren wurden. Niemand von ihnen hat ein Atomprogramm unter seinem Bett im Studentenheim versteckt.

Dieses diskriminierende und vertrauensschädigende Verhalten der Bank resultiert aus einer übersteigerten und irregeleiteten Angst, gegen Sanktionen zu verstoßen, die die USA und ihre Allierten gegen den Iran verhängt haben. Sie haben den Iran vom internationalen Finanzverkehr abgeschnitten, so dass US-Banken keinerlei Bankverbindungen zum Iran unterhalten dürfen. Mit dem Einfrieren von Konten iranischer Studenten und von Amerikanern iranischer Abstammung ist die Bank of America jetzt jedoch weit übers Ziel hinausgeschossen.

Westliche Banken und Unternehmen bewegen sich im Wirtschaftsverkehr mit dem Iran auf einem Minenfeld. Die Verletzung amerikanischer Sanktionen hat schon so manche Bank oder Firma Strafen in Millionen- und Milliardenhöhe gekostet. Doch das sollte keine Rechtfertigung einer diskriminierenden Geschäftspolitik der Banken sein. Außerdem gehen sie damit andere Risiken ein. In Kanada führte die Schließung iranischer Konten zu einer öffentlichen Protestwelle gegen die betreffende Bank. Auch in den USA gab es Proteste einer Menschenrechtsorganisation gegen Kontenschließungen durch die TCF-Bank. Die Bank of America sollte daher dem Beispiel der Bank of Hawaii folgen, die nach Beschwerden ihre Kontensperrungen zurücknahm und erklärte, dass die Kontoführung nicht gegen Sanktionen verstößt. 

Während die USA und Iran sich noch bemühen, ihre vielfältigen Differenzen beizulegen, müsse sofort etwas gegen diskriminierende Praktiken wie diese Kontensperrung durch die Bank of America unternommen werden, endet der Bericht in der Huffington Post. Es gehe nicht an, dass harmlose Bankkunden weiterhin in dieser Weise schikaniert werden.

Share and Enjoy: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit