Brief an Netanjahu: Israels Ex-Generäle fordern Zwei-Staaten-Lösung

UNO nach Schändung der al-Aqsa-Moschee zum Handeln gegen Israel aufgefordert

Israelische Grenzpolizei mit Blick auf den Felsendom. Foto: dpaIsraelische Grenzpolizei mit Blick auf den Felsendom. Foto: dpa

New York/Ramallah/Amman 6. November 2014 (Freunde Palästinas/IRIB)

Nach gewaltsamen Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte im Ostteil von al-Quds (Jerusalem) haben die Palästinenser die Vereinten Nationen aufgefordert, Israel zu Maßnahmen zur Entschärfung der Spannungen zu drängen.

Der UN-Sicherheitsrat müsse die israelische Regierung dazu auffordern, „alle provokativen und aufwiegelnden Aktivitäten zu stoppen“, sagte der palästinensische UN-Botschafter Rijad Mansur am Mittwoch am Sitz der UNO. Am Mittwoch hatten israelische Extremisten erneut die al-Aqsa-Moschee gestürmt und Auseinandersetzungen mit Palästinensern provoziert. Israel wolle damit einen religiösen Widerstand ausläsen, sagte Mansur am gleichen Tag vor der Presse. Er hatte sich zuvor mit seinem australischen Kollegen Gary Quinlan getroffen, dessen Land derzeit den Vorsitz in dem UN-Gremium innehat. Auch Jordanien protestierte am Mittwoch in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat gegen den Vorfall. Die jordanische UN-Botschafterin Dina Kawar hielt den israelischen Sicherheitskräften vor, Muslimen den Zugang zum Gelände verweigert und stattdessen religiöse und politische Extremisten durchgelassen zu haben. Wegen des unrechtmäßigen Anwendens von Gewalt sei es zu Schäden am Gebäude gekommen. Jordanien zog bereits aus Protest gegen die Polizeiaktion seinen Botschafter aus Israel ab. Die Palästinenserführung will noch im November dem UN-Sicherheitsrat eine Resolution mit der Forderung nach einem Ende der israelischen Besatzung vorlegen. Das zu erwartende Veto der USA werde nichts an dem Vorhaben ändern, sagte am Dienstag Wassel Abu Jussef, ein ranghoher Vertreter Palästinensischer Befreiungsorganisation (PLO) . „Von den USA wurde keine andere Lösung vorgeschlagen“, ergänzte er. Stattdessen dränge Washington auf die Wiederaufnahme der seit April auf Eis liegenden und seit Jahren ergebnislosen Friedensverhandlungen.

Tote beim Zusammenstößen auf dem Tempelberg

Das Tatfahrzeug des Autoanschlags in Jerusalem.  Das Tatfahrzeug des Autoanschlags in Jerusalem.

Al-Quds/Amman 5. November 2014 (dradio/IRIB)

In der heiligen Stadt al-Quds(Jerusalem) sind heute  bei einem Anschlag zwei Menschen ums Leben gekommen.

Laut Medien hatte ein Palästinenser hatte sein Fahrzeug in eine Menschmenge gesteuert. Ein Passant starb, der Fahrer wurde von Sicherheitskräften erschossen. Beim gewaltsamen Vorgehen der israelischen  Polizei wurden zudem mindestens 13 weitere  Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Vorher hatte es auf dem Tempelberg Krawalle zwischen Palästinensern und der Polizei gegeben, nachdem rechtsgerichtete Juden das Felsplateau besucht hatten. Es ist den Muslimen heilig. Israel hatte zuvor angekündigt, im Osten der Stadt weitere Siedlungen zu bauen, was auf entschiedenen Widerstand der Palästinenser stößt.

Jordanien zog indes aus Protest gegen das harte Vorgehen  der israelischen Polizei  auf dem Tempelberg seinen Botschafter aus Israel ab, das berichtete   die amtliche jordanische Nachrichtenagentur Petra.  Jordanien will auch eine Beschwerde gegen Israel vor dem UNO-Sicherheitsrat vorbereiten.

Nach Ausschreitungen: 16 Festnahmen in Jerusalem

Nach Ausschreitungen: 16 Festnahmen in Jerusalem

STIMME RUSSLANDS Nach einer Serie von Anschlägen in Israel sind am Mittwoch im Gebiet von Jerusalem 16 Menschen festgenommen worden. Sie würden verdächtigt, sich an Ausschreitungen beteiligt und Steine oder Feuerwerkskörper auf Sicherheitskräfte geworfen zu haben, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Donnerstag.

Insgesamt seien in den vergangenen beiden Wochen 188 Verdächtige inhaftiert worden. Zu den Protesten war es gekommen, nachdem am Mittwochmittag ein Palästinenser in Jerusalem mit seinem Auto in mehrere Menschengruppen gefahren war. Ein Polizist starb, 13 Menschen wurden laut Polizei verletzt. Der Fahrer des Wagens wurde von Sicherheitskräften erschossen. Am Mittwochabend kam es im Westjordanland mutmaßlich zu einem weiteren Anschlag, als ein Kleinbus drei israelische Soldaten überfuhr. Die israelische Armee stellte in der Nacht das mutmaßliche Tatfahrzeug sicher. Nach dem Täter wird weiterhin gefahndet. dpa

Ai-Menschenrechtsorganisation wirft Israel Verbrechen im Gazastreifen vor

Palästinenser stehen in den Trümmern ihrer Häuser in Gaza nach zwölfstündigen Angriffen im Juli. Palästinenser stehen in den Trümmern ihrer Häuser in Gaza nach zwölfstündigen Angriffen im Juli.

London 5. November 2014 (Deutschlandfunk/IRIB)

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) wirft Israel vor, im Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben.

In einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation heißt es, so seien beispielsweise bei Angriffen auf Häuser von Palästinensern in Gaza überwiegend Zivilisten getötet worden. Zudem habe es keine Vor-Warnungen gegeben. In einigen Fällen wurden laut Amnesty zwar mögliche militärische Ziele ausgemacht, die Zerstörungen seien jedoch unverhältnismäßig groß gewesen. – Die israelischen Streitkräfte wollen sich im Laufe des Tages zu den Vorwürfen äußern.

UNO startet Wiederaufbauarbeiten in Gaza

UNO startet Wiederaufbauarbeiten in Gaza

New York 6. November 2014 (IRIB)

Laut dem UN-Gesandten für den Mittleren Osten, Robert H. Serry, haben die Aufbauarbeiten in Gaza nach dem 50-Tage-Krieg am gestrigen Mittwoch begonnen.
Serry forderte gleichzeitig von den Staaten, die sich auf der Konferenz in Kairo zu einer finanziellen Unterstützung des Wiederaufbaus verpflichtet hatten, baldmöglichst diese Gelder zu überweisen.Der UN-Nothilfeorganisation Ocha zufolge verursachten die Angriffe Israels auf Gaza im Juli die komplette Zerstörung von 18.000 und schwere Schäden an 38.000 palästinensischen Wohnhäusern sowie die Obdachlosigkeit von mehr als der Hälfte aller Einwohner dieses Gebietes.

Israels Ex-Generäle schreiben an Netanjahu: Wir sind müde von Kämpfen, die sich Jahr für Jahr ereignen

Israels Ex-Generäle schreiben an Netanjahu: Wir sind müde von Kämpfen, die sich Jahr für Jahr ereignen

Jerusalem/Ramallah 4. November 2014 (APA/IRIB)

In einem offenen Brief haben 105 frühere israelische Generäle, Polizei- und Geheimdienstchefs von ihrer Regierung einen neuen Anlauf zur Beilegung des Nahost-Konflikts gefordert.

Die Unterzeichner drängen Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einer „diplomatischen Initiative“ für eine dauerhafte Zweistaatenlösung, wie das Informationsportal Ynet am Montag berichtete. Israel sei „stark genug“, um diesen Weg „ohne Risiken für seine Sicherheit“ zu beschreiten, hieß es weiter. In dem von Ex-General Amnon Reshef initiierten Schreiben heißt es demnach, die Unterzeichner seien „müde von Kämpfen, die sich Jahr für Jahr ereignen“.

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