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Kambodscha: König Sihamoni greift ein

19.9.2013 – Bild: royalark.net

In das seit Wochen andauernde Machtgerangel nach der Parlamentswahl zwischen der siegreichen „sozialdemokratischen“ Kambodschanischen Volkspartei CPP des langjährigen, autoritären Premierministers Hun Sen und der Kambodschanischen Partei der Nationalen Rettung CNRP von Oppositionsführer Sam Rainsy, hat sich jetzt der Monarch, König Norodom Sihamoni eingeschaltet und die beiden Streithähne wieder an einen Tisch gebracht. Das ist insofern bemerkenswert, da Sihamoni, ein Sohn des Unabhängigkeitskämpfers und früheren Staatschefs Norodom Sihanouk, ähnlich wie dem thailändischen Monarchen eine rein repräsentive Funktion innehat und sich verfassungsgemäß nicht in die kambodschanische Politik einmischen darf. (Kay Hanisch)

Kambodscha: Hun Sen siegt, Opposition legt zu, FUNCINPEC endgültig raus!

30.7.2013. Der seit 1985 regierende Ministerpräsident Hun Sen (Kambodschanische Volkspartei CPP) konnte bei den Parlamentswahlen einen knappen Sieg einfahren und 68 von 123 Parlamentssitzen erringen, während die neugegründete Kambodschanische Partei der Nationalen Rettung (CNRP) um den ewigen Oppositionsführer Sam Rainsy und Kem Sokha, den früheren Chef der kleinen Menschenrechtspartei, 55 Mandate erhielt. Die einstmals vom inzwischen verstorbenen Landesvater und König Norodom Sihanouk gegründete Monarchistenpartei FUNCINPEC („Vereinigte Nationale Front für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und solidarisches Kambodscha“), die heute von Norodom Arun Rasmey, einer Halbschwester des derzeitigen Königs geführt wird, flog aus dem Parlament und ist damit erstmals seit 1993 nicht mehr in der Regierung vertreten. (Kay Hanisch)

„Projekt K“: Der neue Coup des Julien Assange

17.4.2013. Wikileaks-Gründer Julien Assange hat nicht vor, vor dem US-Imperium in die Knie zu gehen und bereitet eine neue Offensive vor: mit dem „Projekt K“ sollen rund 1,7 Mio. Schriftstücke, die bisher als geheim galten und u.a. grausame US-Kriegsverbrechen in den Jahren 1973-76 belegen sollen, veröffentlicht werden. In den Jahren 1973-76 regierten in Washington die mutmaßlichen Kriegsverbrecher Henry Kissinger und Richard Nixon, die u.a. für den Putsch in Chile, indonesische Massaker in Osttimor und einen brutalen Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung von Vietnam, Laos und Kambodscha verantwortlich waren. (Kay Hanisch)

Kambodscha: Tausende huldigen verstorbenen Führer der Roten Khmer

8.4.2013. Tausende Kambodschaner nahmen an der Bestattungszeremonie von Ieng Sary, dem letzten Außenminister des radikal-kommunistischen Roten Khmer teil, was zeigt, daß die Ultra-Maoisten immer noch zahlreiche Anhänger besitzen im Land. Die Roten Khmer regierten Kambodscha von 1975-79 – in diesem Zeitraum starben mindestens 1 Mio. Menschen. (Kay Hanisch)

Kambodscha: Früherer König Sihanouk eingeäschert

7.2.2013. Der frühere kambodschanische König und Unabhängigkeitsheld Norodom Sihanouk, der am 15.Oktober 2012 im Alter von 89 Jahren verstorben war, wurde am Wochenende in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh eingeäschert, wozu tausende seiner Untertanen dem beliebten Staatsmann die allerletzte Ehre erwiesen. Sihanouk diente dem Land 1941-55 und 1993-2004 als König, war von 1955-60 Premierminister und von 1960-70 und 1991-1993 Staatspräsident und gehörte zu den Gründern der Blockfreien Staaten in Bandung. (Kay Hanisch)

Trauer in Kambodscha: Norodom Sihanouk, der Vater der Nation, ist gestorben

19.10.2012. In Kambodscha herrscht große Trauer, denn der beliebte frühere König Norodom Sihanouk I., eine der schillerndsten politischen Figuren des 20. Jahrhunderts, ist nur zwei Wochen vor seinem 90. Geburtstag in China, wo er sich zur medizinischen Behandlung (Krebs, Bluthochdruck, Diabetis) aufhielt, gestorben. Sihanouk wurde 1941 von den französichen Kolonialherren als 19-jähriger auf den Thron gesetzt, doch der als Marionette gedachte junge König trotzte Paris 1953 die Unabhängigkeit ab mit seiner Drohung, sich den Kommunisten anzuschließen, trat 1955 zurück, gründete eine Linkspartei und wurde Premier, 1960 wieder Staatspräsident (bis 1970) und vertrieb mit den Roten Khmer die pro-amerikanische Lon-Nol-Diktatur, bis er 1991 wieder Staatschef und von 1993-2004 wieder König wurde. (Kay Hanisch)

Kambodscha auf dem Weg zum Ein-Parteien-Staat

15.6.2012. Bei den kürzlich erfolgten Kommunalwahlen in Kambodscha konnte die postsozialistische Volkspartei (CPP) des autoritär regierenden Premierministers Hun Sen ihre Positionen derart ausbauen, daß sie nun von 1.630 Kommunen 1.591 regiert, während die anderen Parteien völlig an den Rand gedrängt wurden, was den Trend von den letzten Parlamentswahlen bestätigt. Während die CPP noch immer den Staatsapparat und das Militär kontrolliert, ist die Schwäche der beiden wichtigsten Parteien z.T. durch eigene Fehler zu begründen: während die noch von Ex-König Norodom Sihanouk ins Leben gerufene monarchistische Vereinigte Nationale Front für ein unabhängiges, neutrales, friedliches und solidarisches Kambodscha (FUNCINPEC) sich der CPP massiv andiente und so zu einem profillosen Anhängsel der ehemaligen Staatspartei wurde, hat sich Sam Rainsy, autoritärer Führer der nach ihm benannten Sam-Rainsy-Partei (SRP) mit seinen häufigen Ausfälligkeiten gegen die vietnamesische Minderheit selbst disqualifiziert und wurde vom Regime mit Gerichtsprozessen mundtot gemacht.

Kay Hanisch

Ex-Staatschef der Roten Khmer begründet sein Wirken vor Gericht

28.11.2011. Khieu Samphan, ehemaliges Staatsoberhaupt der Roten Khmer, welche in in ihrer knapp vierjährigen Herrschaft ca. 2 Mio. Menschen ermordeten und der Intellektuellste und Gemäßigteste der Clique um Ex-Diktator Pol Pot, erklärte vor dem Völkermordtribunal zu seiner politischen Haltung: „Vielleicht betrachten Sie den Kommunismus heute als Witz. Ich möchte Sie aber erinnern, dass diese Bewegung damals Millionen junger Menschen in der ganzen Welt Hoffnung gab,“ so der über 80-Jährige, der sich in den 1950iger Jahren „zum Wohle des Landes“ dem Kommunismus zuwandte.

Kay Hanisch

Der Westen will seine Verantwortung für den kambodschanischen Völkermord verschleiern

2.7.2011. Derzeit findet in Kambodscha der Prozeß gegen die letzten vier lebenden Führungskader des Pol-Pot-Regimes, welches in den 70iger Jahren über 1 Mio. Menschen ermordete, vor einem UN-Gericht statt, wobei nur die Zeit des Regimes 1975-79 Gegenstand der Untersuchungen ist, nicht die Zeit und die Umstände davor, welche überhaupt erst die Machtergreifung der Roten Khmer um Pol Pot ermöglicht hatten. Die USA hatten den neutralistischen Staatschef Prinz Norodom Sihanouk 1970 gestürzt und ein rechtsgerichtetes Militärregime unter General Lon Nol installiert, was – neben den Bombardement Kambodschas durch die US-Luftwaffe – überhaupt erst zum Erstarken der bis dahin militärisch und politisch unbedeutenden Roten Khmer führte.

Kay Hanisch

König der Blogger

30.5.2006. Nach seiner wechselvollen politischen Karriere, die ihn seit 1941 vom „Gottkönig“ zum Gründer einer sozialistisch angehauchten Partei und zum Premierminister, später zum Staatspräsidenten und Guerilla-Führer und politischen Häftling sowie zum provisorischen Staatsoberhaupt und wieder zum König geführt hat, hat sich Kambodschas Ex-Monarch Norodom Sihanouk auch nach seiner Abdankung im Jahr 2004 und der Krönung seines Sohnes Norodom Sihamoni zum neuen König nicht komplett aufs Altenteil zurückgezogen. In seinem Blog (www.norodomsihanouk.info) teilt der „Vater der kambodschanischen Unabhängigkeit“ der vernetzten Welt seine Ansichten über Politik, Hollywood und Gesellschaft mit. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde am 21. April 2012 in Kambodscha veröffentlicht.

Absturz der Monarchisten

Der Ausgang der Parlamentswahl in Kambodscha vom Juli 2008 war keine Überraschung. Die Karten waren von vornherein zugunsten des autoritären Langzeitpremiers Hun Sen gemischt gewesen. Dennoch vollzieht sich in Kambodschas Parteiensystem ein gravierender Wandel. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde am 21. April 2012 in Kambodscha veröffentlicht.