Archive

Paraguay: Drogenhandel unter Polizeischutz

Paraguays Präsident Horacio Cartes (links) und der Chef der Nationalpolizei, General Francisco Alvarenga

Paraguays Präsident Horacio Cartes (links) und der Chef der Nationalpolizei, General Francisco Alvarenga – Quelle: presidencia.gov.py

Asunción 14.01.2015 – amerika21/

Die massive Verstrickung der paraguayischen Polizei mit dem grenzübergreifenden Drogenhandel nach Brasilien ist publik gemacht worden. Nachdem mehrere Leiter von Polizeidienststellen im Nordosten Paraguays ausgewechselt wurden, hat der Senator der Liberalradikalen Partei, Luis Alberto Wagner, in Zusammenarbeit mit der Tageszeitung ABC Color unlängst eine Dokumentation der Verflechtung der örtlichen Polizei mit dem Drogenhandel vorgelegt. Die Auflistung der einzelnen Kommissariate und lokalen Polizeistellen belegen Schmiergeldzahlungen durch die Drogenmafia in Höhe von bis zu 400 Millionen US-Dollar jährlich.

Weiterlesen

Verflechtung paraguayanischer Politik mit Drogenkriminalität aufgedeckt – Journalist bezahlt mit seinem Leben

Politiker in Paraguay in Drogenhandel verwickelt

Titelseite der Website von Última Hora (Screenshot)

Titelseite der Website von Última Hora (Screenshot) – Quelle: ultimahora.com

Asunción 21.10.2014 – Amerika21.de

Senatoren und Parlamentsabgeordnete der traditionellen politischen Parteien Paraguays sind in einem Bericht der Zeitung Última Hora (UH) am Sonntag direkter Verbindungen zu Drogenkartellen beschuldigt worden.

Mit Fotos und Hintergrundinformationen der namentlich genannten Personen auf ihrer Titelseite publizierte UH einen investigativen Bericht, in dem Parlamentariern und Politikern der regierenden Colorado-Partei und der Liberalen Partei vorgeworfen wird, direkt oder indirekt am Kokain- und Marihuana-Handel beteiligt zu sein. Es handelt sich um fünf Abgeordnete und eine Ex-Parlamentarierin der Colorado-Partei sowie um einen Senator und einen Provinzgouverneur der Liberalen Partei.

In dem Bericht wird unter anderem darauf hingewiesen, dass der Colorado-Abgeordnete Marcial Lezcano als seinen Stellvertreter auf der Liste der Parlamentarier den Drogenbaron Carlos Rubén Sánchez hatte, der in Brasilien gesucht wird. Der Bruder von Lezcano sei außerdem dieses Jahr sieben Monate im Gefängnis gewesen, weil er im Besitz von flüssigem Kokain für den Versand nach Europa war.

Weiterlesen

Paraguay: Putschisten vertuschen Massaker von Curuguaty

27. März 2014/Asunción amerika21.de

Die Abgeordnete der Demokratisch-Progressiven Partei (PDP), Desiré Massi, hat dem paraguayischen Parlament bisher unbekannte Fotos vom Massaker von Curuguaty vorgelegt. Die Aufnahmen, die mit Kabelbinder gefesselte verwundete und tote Kleinbauern zeigen, seien ihr von Unbekannten zugespielt worden, sagte die Parlamentarierin vergangene Woche und forderte erneut eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle vom 15.Juni 2012. Weiterlesen

Uruguay bietet Bolivien und Paraguay einen Hafen an

Montevideo. Der Präsident von Uruguay, José Mujica, hat den Ländern Bolivien und Paraguay angeboten, einen Hafen an der uruguayischen Atlantikküste zu betreiben.

Die beiden Länder im Binnenland des Kontinents haben als einzige in Südamerika keinen direkten Zugang zum Atlantischen oder Pazifischen Ozean. Die dadurch beschränkten Handelsmöglichkeiten werden immer wieder als Gründe für die zurückgebliebene Entwicklung beider Länder angeführt.

Der Containerhafen würde auf uruguayischem Territorium in der Stadt La Paloma gebaut werden, soll aber unter die Befugnis der Regierungen Paraguays und Boliviens gestellt werden. Mujicas Angebot geschieht im Rahmen der Wirtschaftsunion südamerikanischer Nationen Mercosur. Weiterlesen

Monsanto und Co. haben Paraguay fest im Griff

Asunción. Die Regierung in Paraguay hat die Zulassung von mehreren Sorten gentechnisch verändertem Maissaatguts gebilligt. Dabei handelt es sich um Saatgut der Konzerne Monsanto, Syngenta und BASF – den Weltmarktführern unter den Agrar- und Chemiekonzernen. Weiterlesen

Bevölkerung in Paraguay wehrt sich gegen Korruption

Asunción. Erstmals in der Geschichte Paraguays hat in diesen Tagen die breite Masse der Bevölkerung öffentlich ihre Stimme gegen korrupte Politiker erhoben. Anlass ist die Affäre des Senators der rechtsgerichteten Colorado-Partei und ehemaligen Vizepräsidentschaftskandidaten, Víctor Bogado, der über Jahre doppelte Gehälter für sein Kindermädchen auf Staatskosten abrechnete. Ein Antrag auf Aufhebung seiner Immunität zur Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen scheiterte mit 23 Gegenstimmen der anwesenden Senatoren.

Seitdem nimmt der Protest in der Bevölkerung mit jedem Tag in allen Teilen des südamerikanischen Landes zu. Auf den Straßen und in sozialen Netzwerken bringen hunderttausende Paraguayer ihren Unmut über die weit verbreitete Korruption im Land zum Ausdruck. Geschäfte, Restaurants und Kinos in der Hauptstadt Asunción verweigern den 23 Senatoren den Zutritt. Kliniken der privaten Krankenversicherungsgesellschaft Asismed klebten Plakate mit den Konterfeis der betroffenen Senatoren und der Überschrift „Wir behandeln sie nur aus Menschlichkeit, aber wir sind empört“.

Am vergangenen Mittwoch fanden sich spontan zehntausende Menschen zu Fuß, mit Fahrrädern und Autos auf der neu eröffneten Küstenstraße der Hauptstadt ein und bildeten eine kilometerlange „Karawane gegen Straflosigkeit“. Mit dem Ruf „fuera senarattas“ („Raus mit den Senatsratten“) forderten sie nicht nur die Amtsenthebung Bogados, sondern ebenfalls seiner Unterstützer.

Die betroffenen Politiker gehen indes auf Konfrontation. Der Abgeordnete der regierenden Colorado-Partei, Bernardo Villalba, forderte alle Fraktionen im Unterhaus auf, den Versicherungsvertrag mit Asismed zu kündigen. Präsident Horacio Cartes hält sich weitestgehend bedeckt. Lediglich am Rande einer Veranstaltung äußerte er auf Nachfrage von Pressevertretern, dass er an Stelle Bogados seinen „Rückzug selbst angeboten hätte“. Die Staatsanwaltschaft erklärte zwischenzeitlich die vorläufige Einstellung der Ermittlungen gegen den Senator. (eluniverso/ea/abc)

EU-Fleischimporte bedrohen unkontaktierte Indigene

par-ayo-rs-51_article_columnEin Waldgebiet in Paraguay, das von unkontaktierten Indigenen bewohnt wird, wird zerstört, um Platz für Rinder zu machen, deren Fleisch nach Europa exportiert wird.

Neue Satellitenfotos belegen, dass das brasilianische Unternehmen Yaguarete Pora im Norden Paraguays Bäume gefällt hat, die zum angestammten Gebiet der Ayoreo gehören.

Einige Ayoreo leben unkontaktiert. Sie sind ständig gezwungen vor den Viehzüchtern zu fliehen, die einen Großteil ihres Landes besetzen.

Yaguarete ist Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen, der Unternehmen dazu bewegen soll, Prinzipien einzuhalten, die “den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten”.

Doch die Arbeiten des Unternehmens bedrohen das Leben unkontaktierter Ayoreo. Unkontaktierte Völker haben keine oder nur geringe Abwehrkräfte gegen eingeschleppte Krankheiten von außerhalb. Der Kontakt mit den Arbeitern könnte sie daher auslöschen.

In einem aktuellen Bericht an den UN-Global Compact erklärt Yaguarete, dass es bereits mit Viehzucht auf dem Land der unkontaktierten Ayoreo begonnen hat und dass Teile des Rindfleisches nach Europa exportiert werden. Doch in dem Bericht wird nicht auf die Existenz des unkontaktierten Volkes eingegangen.
http://tierschutznews.ch/kategorien/lounge/112-konsum/5244-eu-fleischimporte-bedrohen-unkontaktierte-indigene.html

Paraguays Linke bei Senatswahlen relativ erfolgreich

6.5.2013. Nachdem die Linken in Paraguay bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen und bei den Parlamentswahlen (3 von 80 Sitzen) eine krachende Niederlage erlitten haben, waren sie wenigstens bei den gleichzeitig stattfindenden Senatswahlen (10 von 45 Sitzen) etwas erfolgreicher und stiegen im Senat nach Rechtskonservativen (Colorados) und Rechtsliberalen (PLRA) zur dritten Kraft auf. Fünf Sitze entfallen davon auf die linke Frente Guasu des 2012 gestürzten Ex-Präsidenten Fernando Lugo, drei auf die sozialdemokratische PDP und zwei auf das Mitte-Links-Bündnis Avanza Pais. (Kay Hanisch)

Paraguay: Wahlmanipulation und Sieg der Rechten

29.4.2013. Nach einem unfairen Wahlkampf, in dem sich die privaten TV-Sender und der staatliche Sender TV-Publica weigerten, die Wahlwerbespots linker Parteien auszustrahlen um so daß Wahlergebnis im Vorfeld zu beeinflussen, hat erwartungsgemäß der Kandidat der rechtskonservativen Colorado-Partei, der in den Drogenhandel verstrickte Unternehmer und Ex-Militär Horacio Cartes mit 46% die Präsidentschaftswahlen in Paraguay gewonnen. Sein stärkster Herausforderer von der rechtsliberalen PLRA, Efraín Alegre, kam auf 37%, der beliebte TV-Moderator Mario Ferreiro von der Mitte-Links-Partei Alianza Pais erhielt 6% und Anibal Carillo, der Kandidat der Linkspartei Frente Guasu, die vom 2012 gestürzten Ex-Präsidenten Fernando Lugo unterstützt wurde, bekam 3,3%, während die übrigen Kandidaten unter 2% blieben. (Kay Hanisch)

Wahlkampf in Paraguay: Linke Parteien werden totgeschwiegen und ausgegrenzt

10.4.2013. Im paraguayanischen Wahlkampf werden linke Kandidaten und ihre Gruppierungen in den Medien entweder totgeschwiegen oder ausgrenzt, wie zwei TV-Debatten am 17. und 24. März zeigten, zu denen nur Vertreter rechtsgerichteter Parteien wie den Colorados (ANR), der Radikal-Liberalen Partei (PLRA), und der Nationalen Union der Ethischen Bürger (UNACE), sowie ein Vertreter des Mitte-Bündnisses Avanza País eingeladen waren. Den Vertretern der linksgerichteten Parteien Frente Guasú („Große Front“) und Kuña Pyrenda wurde die Teilnahme verweigert. (Kay Hanisch)

Paraguay: Ex-Putschist und Präsidentschaftskandidat Lino Oviedo stirbt bei Hubschrauberabsturz

6.2.2013. Der politisch sehr weit rechts stehende, mehrfache Präsidentschaftskandidat und Vorsitzende der Partei Nationale Union der anständigen Bürger (UNACE), Ex-General Lino Oviedo, ist während des Wahlkampfes bei einem Hubschrauberabsturz getötet worden – wobei erste Untersuchungen von einem Unglücksfall ausgehen, während seine politischen Anhänger einen Anschlag vermuten. Lino Oviedo gehörte zu den Militärs, die 1989 den seit 35 Jahren amtierenden Diktator Alfredo Stroessner festnahmen und war 1996 nochmals an einem Putschversuch beteiligt, der aber scheiterte. (Kay Hanisch)

Paraguays Linke geht gespalten in den Wahlkampf

21.1.2013. Die ohnehin schon schwache Linke in Paraguay geht gespalten in das Rennen um die Präsidentschaft: die Große Front („Frente Guasu“) von Ex-Präsident Fernando Lugo hat den Kinderarzt und politischen Aktivisten Anibal Carrillo als Kandidaten für das höchste Staatsamt aufgestellt. Der ehemalige Radiomoderator Mario Ferreiro, welcher ebenfalls Kandidat der Frente Guasu, in der sich ca. ein Dutzend linker Parteien und sozialer Organisationen zusammengeschlossen haben, werden wollte, tritt jetzt als Kandidat der Partei Avanza Pais an. (Kay Hanisch)

Venezuela: Bürger und ausländische Staatschefs demonstrieren zur Unterstützung für kranken Präsidenten

12.1.2013. Da sich der krebskranke Präsident Venezuelas, der demokratische Sozialist Hugo Chavez, zur medizinischen Behandlung auf Kuba aufhält, konnte er nicht wie vorgesehen am 10. Januar zur Vereidigung in Caracas erscheinen, was die rechte, von den USA unterstützte Opposition zum Anlaß nahm, Neuwahlen zu fordern. Gegen diese Forderung und aus Solidarität mit dem schwer kranken Präsidenten gingen Zehntausende Regierungsanhänger in Venezuela auf die Straße und bekamen dabei prominente Unterstützung durch die Staatspräsidenten von Uruguay (José Mujica), Bolivien (Evo Morales), Nicaragua (Daniel Ortega), dem 2011 gestürzten Staatschef von Paraguay, Fernando Lugo und den Außenministern Argentiniens und Ecuadors, die sich alle unters Volk mischten. (Kay Hanisch)

Paraguay: Linker Kinderarzt kandiert als Präsident

19.11.2012. Der Kinderarzt Anibal Carrillo Iramain, der auch Vorsitzender der Volksbewegung Gleichheit (Tekojoja) ist, wird als Präsidentschaftskandidat der Großen Front (Frente Guasu), einem Bündnis von gut einem Dutzend linker Parteien, im nächsten Jahr antreten. Dies bestätigte Fernando Lugo, der in diesem Sommer durch einen parlamentarischen Putsch als Staatschef entmachtet wurde und der aktuell Vorsitzdender der Frente Guasu ist – Lugo kann laut Verfassung nicht mehr kandidieren. (Kay Hanisch)

Paraguay: Putsch-Präsident mußte vor Demonstranten flüchten

27.8.2012. Nach einer Kranzniederlegegung im „Pantheon der Helden“ in Hauptstadt Asunción mußte der selbsternannte „Präsident“ Federico Franco mit seinen Leibwächtern vor Hunderten von Demonstranten, welche ihn auspfiffen und beschimpften, fliehen und sich in einer Bar verstecken. Franco, der Mitglied der rechtsliberalen PLRA ist, hatte zusammen mit dem Senat den gewählten linken Präsidenten Fernando Lugo im Juni 2011 gestürzt und das Land für ausländische Agrar-Konzerne weiter geöffnet. (Kay Hanisch)

Paraguay: Entmachteter Präsident warnt vor weiteren Putschen

15.8.2012. Der vor wenigen Wochen von der rechten Senatsmehrheit unter fragwürdigen Umständen abgesetzte Mitte-links orientierte Staatspräsident Fernando Lugo hat vor weiteren Putschen gegen linke Regierungen in Lateinamerika gewarnt und rief zu „friedlichem Widerstand“ auf. Nach dem Staatstreich in Honduras 2009 und den mißglückten Putschversuchen in Ecuador 2010 und Venezuela 2002 sollte nun jedem klar sein, daß die USA mit Gewalt versuchen, ihnen wieder genehme Regime in Südamerika zu installieren. (Kay Hanisch)

Baltasar Garzon fordert Ermittlungen gegen Putsch in Paraguay

9.8.2012. Der bekannte spanische Untersuchungsrichter und „Diktatoren-Jäger“ Baltazar Garzon, welcher die Verhaftung des chilenischen Gewaltherrschers Augusto Pinochet einleitete und derzeit die linksnationale Regierung von Ecuador berät, hat Ermittlungen gegen die Entmachtung des gewählten Staatspräsidenten von Paraguay, Fernando Lugo, gefordert. Die Absetzung Lugos durch das Parlament unter den gegeben dubiosen Umständen sei ein „Staatsstreich“, so Garzon, der nun dazu auffrief, durch strafrechtliche Ermittlungen die Rechtmäßigkeit der Entmachtung zu prüfen. (Kay Hanisch)

Putsch-Regierung entläßt über 2.000 regierungstreue Beamte

3.8.2012. Die in Paraguay durch einen parlamentarischen Putsch gegen das linke Staatsoberhaupt Fernando Lugo ins Amt gekommene Rechtsregierung hat begonnen, die Behörden von Lugo-Anhängern zu säubern und bereits über 2.000 Personen entlassen. Als Chef der Pflanzenschutzbehörde setze der neue „Präsident“ Federico Franco einen Lobbyisten der skandalumwitterten US-Gentech-Firma „Monsanto“ ein, welcher als erstes genmanipulierte Baumwolle in Paraguay zuließ, was sein Amtsvorgänger bisher verhindert hatte. (Kay Hanisch)

Hugo Chavez: Drogenmafia steht hinter Staatsstreich in Paraguay

23.7.2012. Wie der linke venezuelanische Präsident Hugo Chavez im TV erklärte, steckt offenbar die Drogenmafia hinter dem Umsturz in Paraguay, in deren Folge der mitte-links orientierte Ex-Bischof und Staatspräsident Fernando Lugo von der rechten Parlamentsmehrheit unter fragwürdigen Bedingungen abgesetzt wurde. Denn die beiden, seit Jahrzehnten mit dem Etablishment verbundenen Rechtsparteien, die konservative ANR und die „liberale“ PLRA, werden seit Jahren von der Drogenmafia infiltriert. (Kay Hanisch)

Wirtschaftsbündnis MERCOSUR: Venezuela kommt und Paraguay fliegt raus

10.7.2012. Das südamerikanische Wirtschaftsbündnis Mercosur, bestehend aus Brasilien, Uruguay, Argentinien und Paraguay hat nach dem Parlamentsputsch gegen den linken Staatschef Fernando Lugo, Paraguay aus dem Bündnis vorrübergehend ausgeschlossen. Dafür konnte nun endlich Venezuela in die Reihen des Mercosur aufgenommen werden, dessen Beitritt bisher im immer von der rechten Mehrheit im Senat von Paraguay abgeschmettert wurde.

Kay Hanisch

Paraguay: Putsch-Parteien verzeichnen Mitgliederverluste, Sicherheitskräfte solidarisieren sich mit Lugo

9.7.2012. Die Parteien, welche für die umstrittene Absetzung des gewählten Mitte-Links-Präsidenten Fernando Lugo verantwortlich sind – die konseravtiven Colorados (ANR), die rechtsliberalen Blancos (PLRA) und rechtspopulistische Nationale Union der Anständigen Bürger (UNACE) – verzeichnen nach dem Parlamentputsch gegen Lugo zahlreiche Mitgliederaustritte, wobei auch altgediente Parteifunktionäre – wie Stanislaus Zaracho Paniagua (PRLA) und Oscar Velazquez (ANR) – unter den Ausgetretenen sind. Derweil sorgt ein Schreiben einer bisher unbekannten „Koordination der Militär- und Polizeikräfte Paraguays“ für Aufregung, in dem sich hauptsächlich untere Ränge der Sicherheitskräfte mit dem entmachteten Lugo solidarisch erklären und festhalten, daß sie im Falle von Protesten nicht die Waffe gegen das Volk erheben werden.

Kay Hanisch

Nach Putsch: Lugo und seine Minister beraten das weitere Vorgehen

3.7.2012. Im Gebäude der Partei Solidarisches Land (PPS) beriet der von der rechten Parlamentsmehrheit gestürzte gemäßigt linke Präsident Fernando Lugo, mit seinen ebenfalls entmachteten Ministern, darunter die bisherige Gesundheitsministerin Esperanza Martínez, Außenminister Jorge Lara Castro, Regierungsminister Miguel Angel López Perito und Informationsminister Augusto Dos Santos. Ein Kommentator meinte, der Grund für Lugos Sturz sei darin zu suchen, daß dieser den USA 2009 verboten hatte, eine weitere Militärbasis in Paraguay zu errichten.

Kay Hanisch

Paraguay: Gestürzter Präsident übernimmt Fernsehsender mit seinen Anhängern

28.6.2012. Der von der rechten Parlamentsmehrheit auf höchst umstrittene Weise abgesägte linke Staatspräsident Fernando Lugo hat mit seinen Anhängern und Kräften der demokratischen Opposition den staatlichen Fernsehsender Canal2 besetzt. Zuvor hatte das neue konservative Regime des Möchtegern-Staatschefs Federico Franco das Signal des Senders abschalten lassen, weil die Mitarbeiter dessen Regierung nicht anerkannten und weiterhin Lugo ihre Loyalität erklärten.

Kay Hanisch