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Gambia verläßt den Commonwealth

7.10.2013 – Bild: SEYLLOU/AFP/Getty Images

Der kleine afrikanische Staat Gambia will mit sofortiger Wirkung das britisch dominierte Staatenbündnis Commonwealth verlassen, denn das Land wolle „niemals Mitglied einer neokolonialen Einrichtung“ sein oder einer „Institution, die für eine Fortsetzung des Kolonialismus steht“, so Präsident Yaha Yammeh. Dieser ist eine sehr umstrittene Figur auf dem Kontinent: 1994 stürzte er (u.a. mit libyscher Hilfe) den pro-westlichen Langzeitherrscher Sir Dawda Kairaba Jawara (1965-94) und setzte sich sehr für die Entwicklung des Landes ein, entpuppte sich aber als Diktator mit schrägen Ansichten und unterstützte 2011 sogar den NATO-Überfall auf seinen früheren Gönner, den libyschen Staatschef Muammar al-Ghaddafi. (Kay Hanisch)

Gambias Diktator droht Guinea-Bissau

15.5.2012. Gambias Präsident Yahya Yammeh drohte der Militärjunta in Guinea-Bissau, die Geduld der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS gehe zu Ende und warnte vor einer Militärintervention, sollte das Land nicht zu einer zivilen Regierung zurückkehren – wobei er offensichtlich vergaß, daß er sich 1994 selbst an die Macht geputscht hatte. Die Verhältnisse zwischen den Zwergstaaten Gambia und Guinea-Bissau sind offenbar nicht sehr gut – der zwischen 2000-03 regierende Präsident und jetzige Oppositionsführer in Guinea-Bissau, Kumba Yala, drohte damals nach einer von Yammehs Provokationen, Gambia „zu zerschmettern“.

Kay Hanisch

Größenwahnsinniger Präsident will 82% aller Arbeiter entlassen

24.1.2012. Der autoritäre Präsident des winzigen afrikanischen Staates Gambia, der sich selbst als „Wunderheiler“ bezeichnende Yaha Yammeh, erklärte bei seiner Vereidigung für eine vierte Amtszeit, er werde „82% aller Arbeiter“ kündigen, da diese faul seien. Yammeh, an dessen Geisteszustand bereits mehrfach gezweifelt wurde, war der erste schwarzafrikanische Präsident, der den „Rebellen“-Rat in Libyen 2011 als neue Regierung anerkannte, obwohl er 1994 durch einen von Muammar al-Ghaddafi unterstützten Militärputsch als junger Hoffnungsträger an die Macht kam.

Kay Hanisch

Alleinherrscher Jammeh gewinnt Präsidentschaftswahl

29.11.2011. Bei den Präsidentschaftswahlen konnte Gambias seit 1993 autokratisch regierender Präsident Yahya Yammeh mit 72% der Stimmen den Präsidentenstuhl verteidigen, während seine Herausforderder Ousaino Darboe und Hamat Bah 17% bzw. 11% erhielten. Darboe, der bereits zum vierten Mal gegen Yammeh antrat und dessen Vereinigte Demokratische Partei (UDP) ein Sammelbecken der Anhänger des von Yammeh gestürzten Ex-Machthabers Dawda Kairaba Jawara (1962-93) ist, kündigte an, Yammehs Sieg nicht anzuerkennen, zumal die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) keine Wahlbeobachter nach Gambia schickte, da die demokratischen Standards ohnehin nicht eingehalten werden.

Kay Hanisch