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Mauretanien: Es formiert sich eine Opposition gegen den französischen Krieg in Mali

14.2.2013. In Mauretanien haben verschiedene Oppositionsparteien unter Leitung des Polit-Veteranen Ahmed Ould Daddah ein Bündnis gegründet, das Front macht gegen den französischen Kriegseinsatz im benachbarten Mali und das sich eine Benutzung des mauretanischen Luftraums und der Flughäfen durch französisches Militär verbietet. Ahmed Ould Daddah war in den 70iger Jahren Finanzminister unter der Regierung seines Halbbruders, des ersten Präsidenten Mokhtar Ould Daddah, der von 1961-78 amtierte. (Kay Hanisch)

Mali: Französischer Angriff destabilisiert die Nachbarländer

22.1.2013. Wie Pro-Nato-Medien übereinstimmend berichten, haben die französischen Luftangriffe und das Vorrücken der Armee dazu geführt, daß die islamistischen Rebellen die von ihnen kontrollierten Städte geräumt haben und sich in die Wüste oder an die Grenzen Malis zurückgezogen haben. Darin liegt das eigentlich Problem, denn es ist zu befürchten, daß die Vertreibung der Rebellen in andere Staaten (Mauretanien, Niger, Algerien, Nigeria) deren Stabilität untergräbt und de facto einen Flächenbrand ausgelöst hat. (Kay Hanisch)

Steckt Marokko hinter dem Anschlag auf den Präsidenten von Mauretanien?

10.1.2013. Es mehren sich die Gerüchte und Berichte (so auch bei afrika-echo.de), daß Marokko hinter dem mißglückten Anschlag vom 13. Oktober 2012 auf den Staatspräsidenten von Mauretanien, Mohammed Ould Abdelaziz, steckt. Motive hätte Marokko, daß mit seinen politischen Gegnern im In- und Ausland nicht zimperlich umspringt, mehr als genug, denn der seit 2009 regierende Ould Abdelaziz hat Mauretanien an die marokkanischen Erzfeinde Algerien und die sozialistische Befreiungsfront POLISARIO, die gegen die marokkanische Besatzung der Westsahara kämpft, angenähert und vertritt auch deren ablehnende Haltung, was eine Militärintervention in Mali betrifft. (Kay Hanisch)

Malis Nachbarstaaten gegen Militärintervention

4.10.2012. Was derzeit in Mali stattfindet ist immer schwerer zu durchschauen: Nun hat die Regierung der Nationalen Einheit vor der UNO und unterstützt von großen Teilen von ECOWAS und Afrikanischer Union eine Militärintervention gefordert, um die Islamisten von Ansar Dine und der mit ihnen verbündeten Gruppen aus Nordmali herauszuwerfen und Frankreich hat sich bereiterklärt zu helfen, doch Algerien, Niger und Mauretanien lehnen eine Intervention ab, obwohl diese Staaten doch am stärksten durch die mögliche Expansion des islamistischen Terrors bedroht sind. Während die mauretanische Regierung sowieso ziemlich undurchsichtig agiert und man bei der algerischen Regierung, welche von der ehemaligen Befreiungsfront FLN getragen wird, besonders nach den französischen Feldzügen gegen Libyen und die Elfenbeinküste, antikoloniale Reflexe verantwortlich machen kann, gibt die Position des schwachen, bitterarmen und von Frankreich abhängigen Nigers schon zu denken (dessen „sozialistischer“ Präsident Mahamdou Issoufou bewies übrigens bemerkenswerte Standfestigkeit, als er sich weigerte Ghaddafi-Sohn Saadi an den Westen oder Libyen auszuliefern) – woraus man eventuell (!) ableiten kann, das die Situation in Nordmali anders ist, als sie in unseren Medien dargestellt wird. (Kay Hanisch)

Mauretanien vermittelt in Mali

11.6.2012. Unter mauretanischer Vermittlung findet derzeit ein Treffen in dem nordmalischen Wüstenkaff N’Beiket Lehouache statt, an dem nicht nur Vertreter der Tuareg-Rebellenbewegung MNLA und der Islamisten von Ansar Dine teilnehmen, sondern auch andere Ethnien aus Nordmali, die nicht zu den Tuareg gehören, wie die Songhoïs und die Peul. Inzwischen soll die islamische Terrorgruppe AQMI („Al Qaida im Islamischen Maghreb) ungefähr die Hälfte der Tuareg-Kämpfer in ihre Reihen integrieren können, da sie dort besser bezahlt werden.

Kay Hanisch

Emir von Katar aus Mauretanien „rausgeschmissen“

23.1.2012. Einen unerfreulichen Ausgang nahm der Staatsbesuch des Diktators von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, beim gemäßigt-populistischen Präsidenten Mauretaniens, Mohammed Ould Abdel Aziz, als der Emir wirtschaftliche „Liberalisierungen“ in Mauretanien, eine Zusammenarbeit des Landes mit islamistischen Regierungen und mehr Sendezeit für Katars Propagandasender Al-Dschasira forderte. Mauretaniens Präsident wies dies als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück und erklärte zum Sender Al-Dschasira, dieser „nicht Revolutionenen, sondern Konspirationen gefördert“, womit er wohl die z.T. erstunkene und erlogene Berichterstattung über Syrien und Libyen meinte.

Kay Hanisch