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Somalia: blutiges Gefecht um Geheimdienstzentrale

Terroranschlag in Hauptstadt von Somalia: Mindestens 15 Tote

Terroranschlag in Hauptstadt von Somalia: Mindestens 15 Tote

31. August 2014 – © Foto: en.wikipedia.org/ NormanEinstein/cc-by-sa 3.0

STIMME RUSSLANDS Bei einem Angriff der radikalislamische Al-Shabaab-Miliz auf die Geheimdienst-Zentrale in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 15 Menschen getötet worden.

Die Extremisten hätten zunächst eine Autobombe vor dem Gebäude gezündet, teilte ein Sprecher der Sicherheitskräfte am Sonntag mit. Danach sei es zu Gefechten mit den Angreifern gekommen. Auf beiden Seiten habe es Tote gegeben.

Ziel des Angriffs sei es gewesen, inhaftierte Mitkämpfer aus den Zellen des Gebäudes zu befreien. Sie würden dort gefoltert, sagte ein Al-Shabaab-Sprecher. dpa

Kenia schiebt 500.000 somalische Flüchtlinge ab

Kenia schiebt 500.000 somalische Flüchtlinge ab

11.Nov. – Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Mehr als 500.000 somalische Flüchtlinge, die in Kenia leben, sollen abgeschoben werden, nachdem der Hohe Flüchtlingskommissar der Uno ein entsprechendes trilaterales Abkommen mit der somalischen und der kenianischen Regierung unterzeichnet hat.

Gemäß dem Abkommen werden sie im Laufe der nächsten drei Monate freiwillig repatriiert. In den Flüchtlingslagern Daadab und Kakuma, die in Nordkenia liegen, leben mehr als 500.000 Somalier.

Nachdem somalische Kämpfer das Einkaufszentrum in Nairobi überfallen hatten, äußerten die kenianischen Behörden mehrmals Befürchtungen wegen wachsender Terrorgefahr im Land.

Der heimliche Krieg: US-Spezialtruppen töten Rebellen in Somalia

Navy-Seals schickte die Obama-Regierung nach Somalia, um einen vermeintlichen Shabab-Anführer zu töten. (Foto: dpa)Navy-Seals schickte die Obama-Regierung nach Somalia, um einen vermeintlichen Shabab-Anführer zu töten. (Foto: dpa)

Zwei Operationen an einem Tag – Amerikanische Streitkräfte haben sich mit einer militanten Gruppe in Somalia einen heftigen Schusswechsel geliefert: Eine Reaktion auf den Angriff auf das Einkaufszentrum in Nairobi. Am selben Tag griffen US-Spezialkräfte auch in Libyen durch und nahmen einen angeblichen militanten Anführer fest.

  | , 01:52 Uhr

Interventionspolitik und Terror

german-foreign-policy.com
25.09.2013 – NAIROBI/MOGADISCHU/BERLIN
(Eigener Bericht) – Mit Entsetzen reagiert das Auswärtige Amt auf den mörderischen Terrorangriff in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Wie der deutsche Außenminister erklärt, verurteile er den Angriff „auf das Schärfste“; er wünsche, „dass es gelingt, die Täter und Hintermänner dieses schrecklichen Attentats schnell zur Verantwortung zu ziehen“. Weitgehend unerwähnt bleibt bisher, dass das Massaker, zu dem sich die somalische Terrormiliz Al Shabaab bekennt, nicht losgelöst von der Interventionspolitik des Westens und seiner Verbündeten betrachtet werden kann. Die Al Shabaab-Miliz ist aus Strukturen entstanden, die Saudi-Arabien, einer der wichtigsten mittelöstlichen Partner Berlins, aufgebaut hat. Sie erstarkte, als der Westen gemeinsam mit seinem Verbündeten Äthiopien ein als gemäßigt islamistisch eingestuftes Regime in Somalia stürzte, dem Beobachter eine Befriedung des Landes zugetraut hatten; in den anhaltenden Kämpfen radikalisierte sich die Al Shabaab-Miliz und verband sich schließlich mit internationalen islamistischen Terrornetzen. Kenia wurde zur Zielscheibe, als es vor rund zwei Jahren sein Militär in den Süden Somalias schickte – auch, um den Westen auf dessen Drängen hin im scheiternden „Anti-Terror-Krieg“ zu unterstützen. Bereits mehrere Terroranschläge haben das Land seither getroffen; auch für die Zukunft ist die Gefahr nicht gebannt.
Globales Entsetzen
Wie der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta am gestrigen Nachmittag mitgeteilt hat, haben die kenianischen Sicherheitskräfte den mörderischen Terrorangriff auf die Shopping Mall „Westgate“ in Nairobi beenden können. Die Terroristen haben demnach seit Samstag 61 Zivilisten und sechs Soldaten ermordet; von ihnen sind fünf ums Leben gekommen, elf festgenommen worden. Kenyatta zufolge ist damit zu rechnen, dass in der teilweise zerstörten Shopping Mall weitere tote Zivilisten gefunden werden. Der Terrorangriff ist der schlimmste, den Kenia seit dem Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi am 7. August 1998 erlebte. Damals kamen 212 Menschen zu Tode, mehr als 4.000 wurden verletzt. Zu dem jetzigen Terrorangriff hat sich die somalische Al Shabaab-Miliz bekannt. Weltweit, auch im Auswärtigen Amt in Berlin, herrscht Entsetzen. Nicht näher thematisiert wird bislang jedoch, dass das Massaker nicht losgelöst von der Interventionspolitik des Westens und seiner Verbündeten gesehen werden kann – in mehrfacher Hinsicht. – Zum Weiterlesen –

Somalia: Neuer Präsident will Jung-Piraten begnadigen

6.3.2013. Der mit vielen Vorschußlorbeeren bedachte und als integer geltende somalische Präsident Hassan Sheik Mohamud, der 2012 vom ernannten Übergangsparlament ins Amt gewählt wurde, hat angekündigt, junge Somalis, die sich als Piraten betätigt haben, zu begnadigen, um sie so aus der Piraterie herauszuholen. Ältere Piraten oder gar Anführer der Freibeuter sind von der Amnestie aber ausgeschlossen. (Kay Hanisch)

Somalischer Präsident: Keine Woche im Amt und schon ein Anschlag

14.9.2012. Rekordverdächtig: Erst am 10. September war Hassan Sheik Mohamud, ein integerer Akademiker, zum Präsidenten Somalias gewählt worden, da fand schon in der selben Woche der erste Bombenanschlag auf sein Leben in dem Hotel, in dem er gerade residierte, statt. Mohamud überlebte und die radikal-islamischen Milizen der Al-Shabaab bekannten sich zu dem Anschlag, was zu denken gibt, denn immerhin wollte Mohamud den Milizen die Hand zum Frieden reichen und hatte in der Vergangenheit in seiner Eigenschaft als zivilgesellschaftlicher Aktivist zwischen der Al-Shabaab und ihren Gegenern vermittelt. (Kay Hanisch)

Überraschung in Somalia: Unbelasteter Akademiker schlägt Übergangspräsident Sharif Sheik Ahmed

13.9.2012. Der Hochschullehrer Hassan Sheik Mohamud hat überraschend in der Stichwahl um das Präsidentenamt den seit 2009 amtierenden Übergangspräsidenten Sahrif Sheik Ahmed – ein gemäßigter Islamist, der mittlerweile als korrupt verrufen ist – besiegt. Der neue Präsident Mohamud gilt als politischer Aktivist, der für mehrere Friedens- und Entwicklungsorganisationen gearbeitet hat und soll den konservativen Moslembrüdern nahe stehen – wählen konnte aber wegen der Sicherheitslage im Land nicht das Volk, sondern nur die Parlamentarier des Übergangsparlamentes, die ihrerseits nur ernannt wurden. (Kay Hanisch)

Früherer US-Präsident Carter übt heftige Kritik am Obama-Regime

9.7.2012. Der frühere US-Präsident Jimmy Carter (1977-81) hat das Regime des derzeitigen US-Machthabers Barack Obama angklagt, 10 der 30 Artikel der Universalen Erklärung für Menschenrechte „eindeutig zu verletzen“, wobei er Bezug auf die Terroranschläge durch US-Drohnen auf Zivilisten in aller Welt (besonders Pakistan, Jemen, Somalia, Libyen) nahm, sowie auf die Folterungen in Guantanamo, die perverse Überwachung und die Einschränkung der Meinungsfreiheit der eigenen Bürger in den USA oder die neuen Gesetze, welche das US-Militär ermächtigen, Oppositionelle für unbegrenzte Zeit ohne Zugang zu einem Anwalt hinter Gittern verschwinden zu lassen. „Statt die Welt sicherer zu machen werden unsere Feinde aufgehetzt und unsere Freunde entfremdet“, schrieb Carter, der letzte echte Demokrat, der im Weißen Haus regierte, womit er meinte, daß sich immer mehr Staaten von den USA abwanden.

Kay Hanisch

Somalische Islamisten setzen Kopfgeld von 10 Kamelen auf Obama aus

12.6.2012. Ganz offensichtlich Humor bewiesen die Führer der islamistischen „Al-Shabaab“-Milizen in Somalia, welche, nachdem der US-amerikanische Terroristenführer Barack Obama ein Kopfgeld in Höhe von 33 Mio. US-Dollar auf sie ausgesetzt hatte, nun ebenfalls ein Kopfgeld im Wert von zehn Kamelen ausriefen, für Hinweise auf den Aufenthaltsort von Obama. Obwohl sie genauso tief in die blutigen Machenschaften des US-Diktators verstrickt ist, scheint seine Außenministerin Hillary Clinton den „Al-Shabaab“ nicht soviel wert zu sein (logisch, ist ja nur eine Frau, Anm.): auf sie setzten die Milizen eine Prämie in Höhe von 10 Hühnern und 10 Hähnen aus.

Kay Hanisch

Internationaler Militäreinsatz destabilisiert Somalia weiter statt Frieden zu bringen

20.4.2012. Durch den internationalen Militäreinsatz – hauptsächlich durch Eingreiftruppen der Afrikanischen Union (AU) und westlicher Staaten, wird die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz aus der Großregion Mogadischu nach Norden in die offiziell als „halbautonom“ bezeichnete Provinz Puntland vertrieben. Puntland bekennt sich zur Regierung in Mogadischu, ist aber de facto selbstständig und galt als eine der wenigen vom Bürgerkrieg verschonten Regionen Somalias, was bedeutet, daß die Islamisten nun noch eine weitere Region terrorisieren.

Kay Hanisch

Kenia marschiert in Somalia ein – mit westlicher Hilfe

4.11.2011. Kenia ist mit 4.000 Soldaten in das benachbarte, von Bürgerkrieg und Anarchie zerrissene Somalia einmarschiert, um die radikal-islamische Miliz Al-Shabaab zu bekämpfen und wurde dabei von NATO-Kampfflugzeugen unterstützt. Während die vom Westen unterstützte Übergangsregierung, die nur die Hauptstadt Mogadischu kontrolliert, den Einmarsch begrüßte, wurde dieser von dem machtlosen Staatspräsidenten Somalias Scheich Scharif Ahmed, ein gemäßigter Islamist, als Verletzung der nationalen Souveränität verurteilt.

Kay Hanisch

Oppositioneller gewinnt die Präsidentenwahl in Somaliland

4.7.2010. Während die international anerkannte Übergangsregierung nur noch ein Drittel der Hauptstadt Somalias kontrolliert und das Land im Bürgerkrieg und islamischem Terror versinkt, hat sich in der 1991 abgespaltenen und von keiner Regierung der Welt anerkannten „Republik Somaliland“ ein bemerkenswert demokratischer Machtwechsel vollzogen, bei dem Ahmed Mohamud Silanyo von der liberalen Kulmiye-Partei über den seit 2003 regierenden konservativen Präsidenten Dahir Riyale Kahin ( Vereinigte Demokratische Volkspartei UDUB) siegte. In Somaliland hat sich ohne Einmischung von außen ein relativ stabiles Drei-Parteien-System aus Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten entwickelt, was zeigt, daß die Afrikaner durchaus selbst für Frieden und Sicherheit sorgen können – wenn man sie nur läßt!

Kay Hanisch

Sohn eines somalischen Ex-Präsidenten wird neuer Regierungschef

15.2.2009. Nachdem mit Sharif Sheik Ahmed ein gemäßigter Islamist vom Exilparlament zum Staatspräsidenten gewählt wurde und sich dabei gegen den Sohn von Ex-Diktator Siad Barre durchsetzte, hat das Exilparlament nun auch den Premierminister Omar Abdirashid Sharmarke im Amt bestätigt. Der 48-jährige Sharmarke ist der Sohn von Abdirashid Ali Sharmarke, der von 1967-69 Präsident Somalias war und im Amt ermordet wurde.

Kay Hanisch

Staatspräsident ohne Staat tritt zurück

30.12.2008. Der seit 2004 als Übergangspräsident fungierende Abdullahi Yusuf Ahmed ist gestern von seinem Amt zurückgetreten und erklärte vor dem außerhalb der Hauptstadt Mogadischu residierenden „Übergangsparlament“, einer Versammlung ehemaliger und aktiver Warlords, es sei ihm nicht gelungen eine Versöhnung der kämpfenden Gruppen innerhalb des zerfallenen Staats zu erreichen. Der säkulare Ahmed, der früher Machthaber in der halb-autonomen Provinz Puntland war, dürfte in seinen Rücktrittsgedanken sowohl vom Vorrücken der islamistischen Rebellen und dem angekündigten Abzug der ihn stützenden äthiopischen Truppen ebenso bestärkt worden sein, wie durch die Ablehnung seines Ministerpräsidenten-Kandidaten durch das „Übergangsparlament“ vor zwei Wochen.

Kay Hanisch