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Guinea-Bissau: Ramos-Horta soll vermitteln

18.2.2013. Der Friedensnobelpreisträger und frühere Staatspräsident von Ost-Timor, José Ramos-Horta, soll als Sondergesandter des UN-Generalsekretärs in Guinea-Bissau vermitteln, wo im April 2012 wieder einmal ein Militärputsch stattfand – diesmal um den Präsidentschaftswahlsieg des Premierministers Carlos Gomes Junior (PAIGC) zu verhindern. Die Militärs setzten den Drittplazierten der Präsidentschaftswahl, Serifo Nhamadjo, als Übergangspräsidenten ein, wobei die eigentlichen Motive der Militärs immer noch nicht hundertprozentig klar sind. (Kay Hanisch)

Guinea-Bissau: Anführer des Putschversuches von letzter Woche festgenommen!

1.11.2012. Hauptmann Pansau N’Tchama, der als Drahtzieher des Putschversuches Ende Oktober galt, wurde zusammen mit vier weiteren Verdächtigen auf einer vorgelagerten Insel in Guinea-Bissau festgenommen, da er mit Hilfe der früheren Kolonialmacht Portugal versucht haben soll, den im Frühjahr 2012 entmachteten Premierminister Carlos Gomes Junior wieder ins Amt zu bringen. N´Tchama gilt auch als der Verantwortliche für die Ermordung des langjährigen Staatschefs und Unabhängigkeitskämpfers Joao Bernardo Vieira im Jahre 2009, als dieser in seiner Residenz des Nachts von Soldaten überfallen worden war. (Kay Hanisch)

Guinea-Bissau: Putschversuch mit portugisischer Hilfe?

24.10.2012. Nach einem fehlgeschlagenen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt, sieben Kilometer vor der Hauptstadt Bissau, hat die Regierung des kleinen armen Landes diese Geschnisse als Putschversuch verurteilt und den ehemaligen Premierminister Carlos Gomes Junior (PAIGC) und die ehemalige Kolonialmacht Portugal dafür verantwortlich gemacht. Die derzeitige Regierung ist ein Bündnis aus Zivilisten und Militärs, welche Anfang 2012 den Premier Carlos Gomes Junior stürzten, der als Favorit in die Stichwahl ums Präsidentenamt ging und die den Drittplatzierten Manuel Serifo Nhamdjo als Übergangspräsidenten einsetzten. (Kay Hanisch)

Guinea-Bissau: Nach Putsch zieht sich das Militär in die Kasernen zurück

30.5.2012. Nach dem Putsch gegen den potentiellen Wahlsieger der Präsidenten-Stichwahl, Carlos Gomes Junior (Afrikanische Partei der Unabhängigkeit von Guinea und Cap Verde, PAIGC) hat sich das Militär weitgehend in die Kasernen zurückgezogen und den zivilen Übergangspräsidenten Manuel Serifo Nhamadjo, Drittplatzierter der Präsidentschaftswahl und innerparteilicher Gegner von Gomes Junior, mit der Führung der Regierungsgeschäfte für ein Jahr beauftragt. Die PAIGC sieht sich um den Wahlsieg betrogen und lehnt Nhamadjos Regierung ab – dieser hat aber bereits etliche pouläre Maßnahmen angekündigt, um seinen Rückhalt im Volk zu erhöhen: Halbierung der Ministergehälter, Regierungsmitglieder dürfen keine privaten Unternehmer sein und müssen ihr Vermögen offenlegen, Gründung einer Untersuchungskommission gegen Wirtschaftskriminalität u.a.

Kay Hanisch

Guinea-Bissau: Erste ECOWAS-Besatzungssoldaten eingetroffen

21.5.2012. Die ersten 70 Soldaten aus Burkina Faso sind – als Teil einer „Stabilisierungsmission“ der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS – in Guinea-Bissau eingetroffen und sollen zusammen mit Soldaten aus dem us-freundlichen Nigeria die 600 Soldaten aus Angola, welches die gestürzte Regierung von Premier Carlos Gomes Junior unterstützte, ablösen. Eine neue Regierung mit Rui Duarte Barros, welcher unter dem früheren von 2000 bis 2003 amtierenden Präsidenten Kumba Yala (der heute die Opposition führt) Finanzminister war, soll nun unter Einbeziehung möglichst aller relevanten politischen Gruppen schnellstmöglich Wahlen organisieren.

Kay Hanisch

Gambias Diktator droht Guinea-Bissau

15.5.2012. Gambias Präsident Yahya Yammeh drohte der Militärjunta in Guinea-Bissau, die Geduld der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS gehe zu Ende und warnte vor einer Militärintervention, sollte das Land nicht zu einer zivilen Regierung zurückkehren – wobei er offensichtlich vergaß, daß er sich 1994 selbst an die Macht geputscht hatte. Die Verhältnisse zwischen den Zwergstaaten Gambia und Guinea-Bissau sind offenbar nicht sehr gut – der zwischen 2000-03 regierende Präsident und jetzige Oppositionsführer in Guinea-Bissau, Kumba Yala, drohte damals nach einer von Yammehs Provokationen, Gambia „zu zerschmettern“.

Kay Hanisch

Guinea-Bissau: Präsident und Premier wieder frei!

11.5.2012. Die Putschisten haben den als Übergangspräsident fungierenden Parlamentschef Raimundo Pereira und den Premierminister Carlos Gomes Junior, der als aussichtsreichster Präsidentschaftskandidat in die Stichwahl gehen sollte, wieder freigelassen. Militärs hatten sich kurz vor der Stichwahl an die Macht geputscht – doch auf Druck der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS gab die Junta nach und akzeptiert nun sogar ECOWAS-Truppen zur „Stabilisierung“ des Landes in Guinea-Bissau, während noch ein Sprecher des Militärs getönt hatte, ECOWAS-Soldaten würden als „Invasoren“ betrachtet werden.

Kay Hanisch

Putsch vor der Stichwahl April 2012

Junta ernennt Übergangspräsidenten in Guinea-Bissau

25.4.2012. Wie die Militärjunta dieser Tage mitteilte, wird der frühere Vize-Parlamentschef Manuel Serifo Nhamajo das Amt des Übergangspräsidenten für eine Zeit von zwei Jahren übernehmen. Serifo Nhamajo war vor wenigen Wochen als parteiloser Präsidentschaftskandidat angetreten und hat mit rund 16% den dritten Platz belegt.

Entmachtete Regierungspartei gründet „Front gegen den Putsch“

24.4.2012. Die durch einen Militärputsch entmachtete Afrikanische Partei für die Unabhängikeit von Guinea und Cap Verde (PAIGC) hat mit acht weiteren Parteien im kleinen Staat Guinea-Bissau eine gemeinsame „Front gegen den Putsch“ organisiert, welche sich der gewaltsamen Machtübernahme durch die Militärs widersetzt. Die Junta hatte zuvor ein Abkommen mit 22 Oppositionsparteien über eine gemeinsame Übergangsregierung abgeschlossen, die Soldaten bestanden lediglich darauf, das Verteidigungsministerium zu leiten.

Militär-Junta: Wahlen in Guinea-Bissau erst in zwei Jahren

20.4.2012. Die Putschisten in Guinea-Bissau haben ein Abkommen mit 22 kleineren und oppositionellen Parteien abgeschlossen und einen „Nationalen Übergangsrat“ gegründet, der in zwei Jahren Wahlen abhalten soll. Das Parlament wird derweil aufgelöst und eine Übergangsregierung gebildet – der Putsch erfolgte unmittelbar vor der Stichwahl um das Präsidentenamt, die der populäre Politiker und Armeekritiker Carlos Gomes Junior zu 99% für sich entschieden hätte.

Oppositionsführer verurteilt Militärputsch

20.4.2012. Oppositionsführer und Ex-Präsident (2000-03) Kumba Yala hat in einer Erklärung mit vier weiteren Präsidentschaftskandidaten den Militärputsch, der vor zwei Wochen stattfand, nach mehren Tagen des Schweigens verurteilt, gleichzeitig aber Vertreter seiner Partei für Soziale Erneuerung (PRS) zu Verhandlungen mit den Putschisten entsandt. Damit fährt Yala, den die taz als „hochintelligenten Philosophen“ und „Demagogen“ bezeichnet, offenbar eine Doppelstrategie.

War eine geplante Militärreform der Grund für den Putsch in Guinea-Bissau?

18.4.2012. Wie bekannt wurde, plante der gestürzte Regierungschef des kleinen afrikanischen Landes, Carlos Gomes Junior, mit Unterstützung einer Militärmission aus dem befreundeten Staat Angola eine Reform der überdimensionierten Streitkräfte des Landes. Die Putschisten sprachen mittlerweile offiziell davon, daß die Regierung mit „Unterstützung von außen“ (Angola?) das Militär „vernichten“ wollte.

Putsch vor der Stichwahl

14.4.2012. Völlig unerwartet hat das Militär im kleinen Guinea-Bissau kurz vor der Stichwahl um die Präsidentschaft geputscht und den Regierungschef und aussichtsreichsten Wahlbewerber um das höchste Staats, Carlos Gomes Junior, verhaften lassen. Sowohl der staatliche Radiosender als auch die Zentrale der regierenden Afrikanischen Partei der Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde (PAIGC) sind von den meuternden Soldaten besetzt.

Staatschef verschwunden

14.4.2012. Parlamentschef Raimundo Pereira, der nach dem Tod von Präsident Malam Bacai Sanha Anfang des Jahres zum Übergangspräsidenten aufstieg, ist ebenso wie viele andere Politiker in Folge des Putsches von der Bildfläche verschwunden und man weiß nicht, ob sie vom Militär verhaftet wurden oder ob sie untergetaucht sind. Pereira hätte das Amt des Übergangspräsidenten schon einal 2009 inne, als der langjährige Staatschef Joao Bernardo Vieira von meuternden Militärs ermordet wurde.

Kay Hanisch

Guinea-Bissau: Unklare Situation über verhaftete Spitzenpolitiker Aufenthaltsort von gestürztem Premier und Übergangspräsidenten unbekannt

20.4.2012. Während der Außenminister der entmachten Regierung erklärte, der vom Militär verhaftete Spitzenpolitiker, Ex-Premier und Favorit für die Präsidentschaftswahl Carlos Gomes Junior und der Übergangspräsident Raimundo Pereira befänden sich in Lebensgefahr, heißt es aus Richtung der angolanischen Regierung, die ein enger Verbündeter der Regierung Gomes Junior war, beide befänden sich unter dem Schutz angolanischer Sicherheitskräfte. Allerdings hatten Augenzeugen wie die Ehefrau von Carlos Gomes Junior berichtet, sie habe gesehen wie man ihren Mann auf die Ladefläche eines Militär-Pick-ups verfrachtet und abtransportiert habe.

Kay Hanisch

ECOWAS droht Mali und Guinea-Bissau mit Militärintervention

30.4.2012. Die westafrikanische Regionalorganisation ECOWAS droht den Staaten Mali und und Guinea-Bissau, in denen es vor wenigen Wochen Militärputsche gegeben hat, mit einer Militärintervention, um wieder zivile Regierungen einzusetzen, sollten nicht wenigstens in 12 Monaten Wahlen stattfinden. Eine völlig überflüssige Drohung, hinter der vermutlich die Westmächte stehen, denn in Mali würde das Militär, daß die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich weiß, am liebsten die für Mai 2012 anberaumten Wahlen abhalten lassen, während das Militär in Guinea-Bissau sich mit den Oppositionsparteien bereits auf einen zivilen Übergangspräsidenden, den Drittplazierten bei den Präsidentschaftswahlen vom April 2012, geeinigt hat.

Kay Hanisch

Nachruf auf einen ehemaligen Befreiungskämpfer: Joao Bernardo Vieira

4.3.2009

Kein Politiker hat das kleine westafrikanische Land Guinea-Bissau so stark geprägt wie sein Präsident Joao Bernardo Vieira. Gemeinsam mit dem politischen Vorkämpfer der Unabhängigkeit, Amilcar Cabral, wirkte er in der linken Afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Cap Verde (PAIGC). Vieira führte unter seinem Kämpfernamen „Nino“ den militärischen Widerstand gegen das portugiesische Kolonialregime des Autokraten Antonio de Oliveira Salazar und dessen politischen Testamentsvollstrecker Prof. Marcello Caetano. Nach der Unabhängigkeit 1975 wurde „Nino“ Verteidigungsminister, drei Jahre später Ministerpräsident. 1980 beseitigt er in einem Putsch das Regime von Cabrals Bruder Luis, der als Staatspräsident fungierte. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde am 29. April 2012 in Guinea-Bissau veröffentlicht.

Putschversuch in Guinea-Bissau niedergeschlagen

02.1.2011. In dem kleinen westafrikanischen Staat Guinea-Bissau ist es letzte Woche zu einem Putschversuch gekommen. Jose Americo Bubo Na Tchuto, Chef der Marine, soll mit anderen Offizieren versucht haben, die Macht an sich zu reißen, was aber vereitelt wurde, während sich Staatspräsident Malam Bacai Sanha in Frankreich zur medizinischen ehandlung befindet.

Kay Hanisch

Guinea-Bissau bietet Ghaddafi Asyl an

14.9.2011. Der kleine westafrikanische Staat Guinea-Bissau, der von einem in der DDR studierten Politologen geführt und in dem die ursprünglich anti-kolonialistische Partei der Afrikanischen Einheit von Guinea und Cap Verde (PAIGC) regiert, hat dem gestürzten Machthaber Libyens, Muammar al-Ghaddafi Asyl angeboten, falls er in das Land kommen möchte. Die politische Elite in dem instabilen und kleinen Land (1,5 Mio. Einwohner) dürfte Ghaddafi-freundlich sein, da dieser sehr viel in den letzten Jahren in Guinea-Bissau investiert und an Entwicklungshilfe geleistet hat, weswegen Premier Carlos Gomez Junior erklärt habe, Ghaddafi werde „mit offenen Armen empfangen.“

Kay Hanisch

Putschversuch gegen „Nino“ in Guinea-Bissau niedergeschlagen

11.8.2008. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat es bereits vor mehreren Tagen in der kleinen westafrikanischen Republik Guinea-Bissau einen Putschversuch durch den Chef der Marine, Konteradmiral Jose Americo Bubo Na Tchute, gegen den langjährigen Präsidenten und früheren Unabhängigkeitskämpfer Joao Bernado Vieira, Kämpfername „Nino“, gegeben. Der frühere Sozialist Vieira, der das Land mit (sechsjähriger Unterbrechung 1999-2005) seit 1980 regiert, konnte den Umsturzversuch niederschlagen und den Admiral verhaften lassen, da in die Putschpläne eingeweihte Militärs den Marinechef verrieten.

Kay Hanisch

Zweiter Putschversuch in diesem Jahr abgewehrt

27.11.2008. Der Präsident und frühere Unabhängigkeitskämpfer von Guinea-Bissau, Joao Bernardo Vieira, hat bereits den zweiten Putschversuch in diesem Jahr überstanden. Nachdem die Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Cap Verde (PAIGC), der Vieira früher angehörte, bei den Parlamentswahlen vor ca. zwei Wochen eine Zwei-Drittel-Mehrheit gewonnen hatte, nahmen meuternde Soldaten die Residenz des Präsidenten unter Beschuß, Präsidentengarde und loyale Truppenteile schlugen die Rebellion aber nieder.

Kay Hanisch

„Nino“ kehrt zurück

15.11.2005. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit fand in diesem Sommer wieder ein Machtwechsel in einem der unbedeutendsten afrikanischen Staaten statt. Selbst das Auswärtige Amt der Bundesrepublik hat auf seinen Internetseiten nichts über die Präsidentenwahl vom 1.8.2005 berichtet. Deutschsprachige Quellen findet man im Internet zu diesem Thema schon gar nicht, dabei war die Wahl keine gewöhnliche. Sie brachte den Befreiungskämpfer und langjährigen Autokraten Joao Bernardo Vieira, genannt „Nino“ auf demokratischem Wege zurück ins Amt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde am 22. April 2012 in Guinea-Bissau veröffentlicht.