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Studentendemo in Nairobi: Polizei tötet einen Teilnehmer

Studentendemo in Nairobi: Polizei tötet einen Teilnehmer

16. Dez. 2013 – Foto: Flickr.com

STIMME RUSSLANDS Die Polizei hat bei der Niederschlagung von Krawallen in einem Campus in der kenianischen Hauptstadt Nairobi einen Studenten erschossen.

Polizisten eröffneten das Feuer auf eine Gruppe der Protestler, die sich versammelten, um ihre Empörung über den Tod eines Studenten auszudrücken, der von der Polizei festgenommen worden war, weil er angeblich bei Prüfungen geschummelt hätte.

Die Polizei behauptet, er habe sich das Leben genommen, protestierende Studenten sind jedoch überzeugt, dass er totgeschlagen wurde.

Die empörten Studenten der Universiät von Nairobi brachen in die Polizeiverwaltung ein, errichteten Barrikaden und steckten Wagen in Brand.

Kenia schiebt 500.000 somalische Flüchtlinge ab

Kenia schiebt 500.000 somalische Flüchtlinge ab

11.Nov. – Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Mehr als 500.000 somalische Flüchtlinge, die in Kenia leben, sollen abgeschoben werden, nachdem der Hohe Flüchtlingskommissar der Uno ein entsprechendes trilaterales Abkommen mit der somalischen und der kenianischen Regierung unterzeichnet hat.

Gemäß dem Abkommen werden sie im Laufe der nächsten drei Monate freiwillig repatriiert. In den Flüchtlingslagern Daadab und Kakuma, die in Nordkenia liegen, leben mehr als 500.000 Somalier.

Nachdem somalische Kämpfer das Einkaufszentrum in Nairobi überfallen hatten, äußerten die kenianischen Behörden mehrmals Befürchtungen wegen wachsender Terrorgefahr im Land.

Interventionspolitik und Terror

german-foreign-policy.com
25.09.2013 – NAIROBI/MOGADISCHU/BERLIN
(Eigener Bericht) – Mit Entsetzen reagiert das Auswärtige Amt auf den mörderischen Terrorangriff in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Wie der deutsche Außenminister erklärt, verurteile er den Angriff „auf das Schärfste“; er wünsche, „dass es gelingt, die Täter und Hintermänner dieses schrecklichen Attentats schnell zur Verantwortung zu ziehen“. Weitgehend unerwähnt bleibt bisher, dass das Massaker, zu dem sich die somalische Terrormiliz Al Shabaab bekennt, nicht losgelöst von der Interventionspolitik des Westens und seiner Verbündeten betrachtet werden kann. Die Al Shabaab-Miliz ist aus Strukturen entstanden, die Saudi-Arabien, einer der wichtigsten mittelöstlichen Partner Berlins, aufgebaut hat. Sie erstarkte, als der Westen gemeinsam mit seinem Verbündeten Äthiopien ein als gemäßigt islamistisch eingestuftes Regime in Somalia stürzte, dem Beobachter eine Befriedung des Landes zugetraut hatten; in den anhaltenden Kämpfen radikalisierte sich die Al Shabaab-Miliz und verband sich schließlich mit internationalen islamistischen Terrornetzen. Kenia wurde zur Zielscheibe, als es vor rund zwei Jahren sein Militär in den Süden Somalias schickte – auch, um den Westen auf dessen Drängen hin im scheiternden „Anti-Terror-Krieg“ zu unterstützen. Bereits mehrere Terroranschläge haben das Land seither getroffen; auch für die Zukunft ist die Gefahr nicht gebannt.
Globales Entsetzen
Wie der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta am gestrigen Nachmittag mitgeteilt hat, haben die kenianischen Sicherheitskräfte den mörderischen Terrorangriff auf die Shopping Mall „Westgate“ in Nairobi beenden können. Die Terroristen haben demnach seit Samstag 61 Zivilisten und sechs Soldaten ermordet; von ihnen sind fünf ums Leben gekommen, elf festgenommen worden. Kenyatta zufolge ist damit zu rechnen, dass in der teilweise zerstörten Shopping Mall weitere tote Zivilisten gefunden werden. Der Terrorangriff ist der schlimmste, den Kenia seit dem Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi am 7. August 1998 erlebte. Damals kamen 212 Menschen zu Tode, mehr als 4.000 wurden verletzt. Zu dem jetzigen Terrorangriff hat sich die somalische Al Shabaab-Miliz bekannt. Weltweit, auch im Auswärtigen Amt in Berlin, herrscht Entsetzen. Nicht näher thematisiert wird bislang jedoch, dass das Massaker nicht losgelöst von der Interventionspolitik des Westens und seiner Verbündeten gesehen werden kann – in mehrfacher Hinsicht. – Zum Weiterlesen –

Kenia: Großbritannien muß wohl bald Entschädigung für Kolonialverbrechen zahlen

12.6.2013. Mehr als 8.000 Kenianer wollen die britische Regierung wegen der Massaker während des Mau-Mau-Aufstandes in den 1950iger Jahren verklagen, in dessen Folge britische Truppen mehr als 10.000 Menschen ermordeten und Zehntausende internierten, die sich für die Unabhängigkeit Kenias einsetzten. Im Oktober 2012 hatte die britische Justiz bereits drei (!) Opfern Klagerecht wegen mutmaßlicher Kolonialverbrechen zugesprochen. (Kay Hanisch)

Kenia marschiert in Somalia ein – mit westlicher Hilfe

4.11.2011. Kenia ist mit 4.000 Soldaten in das benachbarte, von Bürgerkrieg und Anarchie zerrissene Somalia einmarschiert, um die radikal-islamische Miliz Al-Shabaab zu bekämpfen und wurde dabei von NATO-Kampfflugzeugen unterstützt. Während die vom Westen unterstützte Übergangsregierung, die nur die Hauptstadt Mogadischu kontrolliert, den Einmarsch begrüßte, wurde dieser von dem machtlosen Staatspräsidenten Somalias Scheich Scharif Ahmed, ein gemäßigter Islamist, als Verletzung der nationalen Souveränität verurteilt.

Kay Hanisch