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Kongo: Regierung bricht den Waffenstillstand

27.5.2013. Bereits letzte Woche haben Regierungstruppen der Demokratischen Republik Kongo (DRK) begonnen, Stellungen der Rebellenarmee Bewegung des 23. März (M23), zu beschießen und haben damit den seit Ende 2012 herrschenden Waffenstillstand de facto aufgekündigt. Ruandas Präsident Paul Kagame hat die USA aufgefordert, die M23, die mittlerweile über Boden-Luft-Raketen, mindestens einen Kampfpanzer und Flakgeschütze verfügt, „auszuschalten“, was die westliche Propaganda Lügen straft, die immer wieder behauptet, die M23 wäre der „verlängerte Arm“ Kagames, der mit ihr ruandische Interessen in seinem Nachbarland Kongo durchsetzen will. (Kay Hanisch)

Regimewechsel in Zentralafrika & Afrikas Rückeroberung durch die Kolonialmächte

Der Sturz des zentralafrikanischen Präsidenten Francois Bozizé und die Verweigerung der Unterstützung durch seine Alliierten werfen Fragen auf. Welche Rolle spielt der Tschad dabei?

 

25.3.2013. Eine Welle der Instabilität rollt durch Afrika. Nach der Ermordung Ghaddafis 2011 und dem aktuellen Sturz von Francois Bozizé in Zentralafrika gehen Tschads Staatspräsident Idriss Déby allmählich die Verbündeten aus. Nun sieht er sich auch noch im eigenen Land mit einer längst vergessen geglaubten Rebellion konfrontiert.
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Kongo: Appell von französischen Prominenten zur Verunglimpfung der M23-Rebellion

 2.1.2013. Ohne genaue Kenntnis der Lage in der Demokratischen Republik Kongo haben rund 20 Prominente einen Aufruf unterzeichnet (darunter der Boxer Muhammad Ali, die französische Ministerin Yamina Benguigui, die früheren Präsidenten Jacques Chirac und Abdou Diouf (Senegal), der frühere UN-Botschafter Stéphane Hessel sowie der Filmregisseur Claude Lanzmann), der ein robusteres UNO-Mandat für ein militärisches Vorgehen gegen die Bewegung des 23. März (M23) fordert und stellen die Rebellen polemisch als mordende und plündernde Bande dar, obwohl erwiesen ist, daß auf ihr Konto weit weniger Verbrechen gehen als auf das der Regierungstruppen und die UNO seit ihren Angriffskriegen auf Libyen und die Elfenbeinküste in Afrika zunehmend verhaßt ist. Nicht zufällig befinden sich etliche ehemalige hochrangige Politiker Frankreichs unter den Unterzeichnern, denn die M23 will den französischen Einfluß im Kongo zurückdrängen und wird hierbei von Ruanda unterstützt. (Kay Hanisch)

Demokratische Republik Kongo:

Bevölkerung „wünscht“ eine Ausweitung der Rebellenaktivitäten der M23

5.11.2012. Wie Jean-Marie Runiga, der politische Führer der Rebellen der Bewegung des 23. März (M23) erklärte, hat eine Umfrage unter der Bevölkerung in den von der M23 kontrollierten Gebieten Ostkongos dazu geführt, daß sich eine Mehrheit der Befragten für eine Ausweitung der militärischen Aktionen der Rebellen über die Provinz Nord-Kivu hinaus wünscht, da der kongolesischen Staat nicht in der Lage ist, das Volk vor Übergriffen der zahlreichen kleineren lokalen Milizen zu schützen. Die M23, die ihren militärschen Arm inzwischen in Revolutionäre Armee des Kongo umbenannt hat, hofft noch immer auf eine Verhandlungslösung mit der Regierung Kabila, doch diese zeigt sich weiterhin stur und besteht auf Verhandlungen mit Ruanda, von dem sie behauptet, es „führe“ die M23. (Kay Hanisch)

Warum die USA sich auf Ruanda einschießen

12.9.2012. Darüber kann man eigentlich nur spekulieren, aber während die US-Strategie vor ein paar Jahren noch war, die jeweilige Regierung – egal ob demokratisch oder diktatorisch – zu unterstützen, wenn sie denn nur für ein gutes Investitionsklima sorgt, so ist es heute US-Strategie, Staaten in kleine Staatsgebilde aufzuspalten (Südsudan, Irak, Kosovo) und Chaos zu erzeugen, um die Rohstoffe der entsprechenden Staaten besser stehlen zu können. Das winzige Ruanda, bisher ein US-Verbündeter, hat keine Rohstoffe, gilt aber als erfolgreiches, gut verwaltetes afrikanisches Land mit einer professionellen Armee, die auch in anderen Staaten intervenieren kann und hat über die M23-Rebellen Einfluß im Ostkongo – kurz gesagt, es ist ein Ordnungsfaktor und der stört, wenn man in der rohstoffreichen Region der Großen Seen für Chaos sorgen will – weshalb die USA unlängst drohten, Ruandas Präsidenten Paul Kagame wegen dessen Unterstützung der M23 vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen! (Kay Hanisch)

Warum will die BRD Ruanda destabilisieren?

13.8.2012. Etwas Merkwürdiges geht vor in der deutschen Entwicklungspolitik: die deutsche Bundesregierung hat Ruanda ihre Budget-Hilfe (größtenteils für Energieerzeugung, Zubringerstraßen, soziale Projekte, Stärkung des Privatsektors verwendet) gestrichen, da Ruanda angeblich „illegale Milizen“ wie die kongolesische Rebellenbewegung M23 unterstützt, was es aber vehement abstreitet und auch durch eine UNO-Untersuchung entkräftet wurde. Will Deutschland die UNO nun als Lügner darstellen oder die ruandische Regierung unter Druck setzen (wozu?) – wie dem auch sei: als die Anführer der ruandischen Völkermord-Guerilla FDLR in Deutschland unterkrochen oder als US-Diktator Barack Obama letzte Woche die Bereitstellung von 25 Mio. US-Dollar für die syrischen „Widerstandskämpfer“ ankündigte, hatte die deutsche Bundesregierung keine Bedenken, als es um die Unterstützung „illegaler Milizen“ ging. (Kay Hanisch)

Kongo: General Nkunda soll wieder Kämpfer rekrutieren

7.7.2012. Der frühere kongolesische Rebellenfürer und Anführer der Partei Nationalkongreß zur Verteidigung des Volkes (CNDP), General Laurent Nkunda, der offiziell in Ruanda unter Hausarrest steht, soll angeblich von Ruanda aus Kämpfer für die Nachfolge-Rebellenarmee M23 rekrutiert haben. Im Zuge der Harmonisierung der der Beziehungen zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo 2009 hatte Ruanda Nkunda die Untertützung entzogen und diesen festsetzen lassen.

Kay Hanisch

Ist General Nkunda wieder frei?

22.5.2012. Unmittelbar nach dem Ausbruch einer Rebellion von ehemaligen Kämpfern der Rebellenbewegung Nationalkongreß für die Verteidigung des Volkes (CNDP), die bereits in die kongolesische Regierungsarmee integriert waren und nun unter dem Namen Bewegung 23. März (M23) wieder Gebiete des Ostkongo erobert haben, mehren sich die Gerüchte, daß der ehemalige legendäre CNDP-Gründer General Laurent Nkunda wieder frei sei und in der ruandisch-kongolesischen Grenzstadt Gisenyi gesehen worden sein. Offiziell sitzt er allerdings immer noch in Ruanda im Hausarrest – und das ist nur eines von zahlreichen Mysterien, die sich um diese neue Rebellion im Ostkongo ranken, die angeblich von Nkundas Rivalen und Stellvertreter General Bosco Ntaganda, der Nkunda einst stürzte, angezettelt (was er abstreitet) wurde…

Kay Hanisch

Ruandischer Ex-Präsident wurde nicht von Rebellen, sondern von eigenen Truppen getötet

15.1.2012. Im Jahre 1994 wurde der Falcon-Jet des ruandischen Hutu-Präsidenten Juvenal Habyarimana (1973-94), in dem auch sein burundischer Amtskollege Cyprien Ntaryamira saß, beim Landeanflug auf die ruandische Hauptstadt Kigali abgeschossen, was den Auslöser für den grausamen Genozid an der Minderheit der Tutsi und an gemäßigten Hutu (mindestens 800.000 Todesopfer in wenigen Wochen) darstellte. Ein französischer Untersuchungsbericht kommt nun zu dem Schluß, daß es nicht die Tutsi-Rebellen um den jetzigen Präsidenten Paul Kagame waren, welche das Flugzeug abschossen, sondern daß die Rakete aus dem Armeelager Kanombe von radikalen Hutu-Militärs abgefeuert wurde, welche sich daran störten, daß ihrer Präsident gerade einen Friedensvertrag mit den verhaßten Rebellen der Tutsi-Minderheit unterschrieben hatte.

Kay Hanisch

Vorbildliches Ruanda: pro Schüler ein Baum

10.1.2011. Ruanda hat mit seiner Aktion „One tree per child“ wieder einmal die Nase vorn, denn diese Aktion scheint nicht nur für andere afrikanische Staaten nachahmenswert. Jeder Schüler in dem kleinen Land soll künftig einen Baum pflanzen, ihm einen Namen geben und ihn dann versorgen, womit der Staat das Umweltbewußtsein der Bevölkerung entwickeln und gleichzeitig gegen Entwaldung vorgehen möchte.

Kay Hanisch