Archive

Tschad: Ex-Diktator Hisséne Habré in Senegal festgenommen

3.7.2013. Der seit 22 Jahren im senegalesischen Exil lebende frühere Diktator der Republik Tschad, Hisséne Habré, wurde dieser Tage im Senegal wegen seiner Verbrechen (angeblich 40.000 Tote durch Krieg, Bürgerkrieg und Gewaltherrschaft) verhaftet. Der von den USA und Frankreich protegierte Habré regierte den Tschad von 1982-90 und wurde dann mit Unterstützung des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Ghaddafi durch seinen früheren Sicherheitsberater Idriss Déby gestürzt, der Wahlen durchführte und sich bis heute im Amt halten konnte. (Kay Hanisch)

Tschadischer Präsident kritisiert französischen Pseudo-Philosophen und Kriegshetzer Bernard-Henri Levy: Mitschuld am islamischen Terror im Sahel

30.6.2013. Der tschadische Staatspräsident Idriss Déby, ein Verbündeter Frankreichs, hat den französischen Lebemann und „Philosophen“ Bernard-Henri Levy, eine der grauen Eminenzen des verblichenen Sarkozy-Regimes und damals einflußreicher Einflüsterer am Hofe Sarkozys sowie weitere Befürworter des NATO-Feldzuges gegen Libyen im Jahre 2011 kritisiert. Die afrikanischen Staatschefs konnten die Lage 2011 in Libyen besser einschätzen, man kannte Kultur, Land und Leute und hätte eine friedliche Lösung des Konfliktes erreichen können, als Paris und die NATO vorpreschten und den libyschen Staat zerstörten, der heute ein Rückzugsgebiet für islamische Terroristen geworden ist, während sich Leute wie Levy nun in betretenes Schweigen hüllen, so Déby sinngemäß, der mit einigen afrikanischen Amtskollegen damals versucht hatte, im Libyen-Krieg zu vermitteln – doch der Westen und seine Massenmedien ignorierten die Intitiativen der Afrikanischen Union und Venezuelas damals völlig. (Kay Hanisch)

Tschad will „Regionalmacht“ werden

21.5.2013. Teilnahme an Militäreinsätzen in Mali, Libyen, DR Kongo und der Zentralafrikanischen Republik, Initiative zur Erneuerung der Sahel-Sahara-Staatengemeinschaft, Vermittlungsversuche in der Elfenbeinküste, Ausbau einer eigenen Panzerfabrik mit chinesischer Hilfe… usw. – der tschadische Präsident Idriss Déby, ein begnadeter Taktiker, Stratege und ehemals tollkühner Kampfpilot möchte sein bitterarmes Land für die westlichen Großmächte unentbehrlich in der Sahelzone machen und schielt wohl dabei auf das winzige Scheichtum Katar, welches durch die Finanzierung von islamistischen Rebellenverbänden in unliebsamen Staaten (Libyen, Syrien) die Drecksarbeit für den Westen übernommen hat und damit unverzichtbar geworden ist und politische Narrenfreiheit genießt. Déby hat seine seit mehreren Jahren andauernden Bestrebungen nach dem Sturz seines Verbündeten Muammar al-Ghaddafi in Libyen weiter intensiviert – Ghaddafi war für den Westen nützlich, aber eigensinnig und nach Débys Meinung offenbar immer noch entbehrlich genug. (Kay Hanisch)

Tschad: Déby wehrt Putschversuch ab

6.5.2013. Die Regierungstruppen des tschadischen Präsidenten Idriss Déby haben nach Angaben von dessen Informationsministeriums eine Personengruppe „neutralisiert“, welche die Republik „destabilisieren“ wollte und zu denen auch der Oppositionspolitiker Saleh Maki (CPDC) gehörte, der verhaftet wurde. Wer nun genau und mit welchen Motiven hinter der Aktion steckte, ging aus der nebulösen Erklärung des Ministeriums nicht hervor, allerdings hatte Déby, der 2011 noch Truppen zur Unterstützung Ghaddafis gegen die angreifenden NATO-Söldner nach Libyen geschickt hatte, die heutige Regierung des Nachbarlandes beschuldigt, daß sich in Benghasi tschadische Rebellen sammeln würden – was das Regime in Tripolis aber abstritt. (Kay Hanisch)

Tschad will Truppen aus Mali abziehen

16.4.2013. Wie der tschadische Präsident Idriss Déby mehreren französischen Medien gegenüber erklärte, werde er seine Truppen (rund 2.000 Mann) aus Mali, wo sie den Kampf der Regierung und der Franzosen gegen islamische Terroristen unterstützt hatten, abziehen, da diese nicht für einen Guerillakampf, wie er jetzt anbricht, geeignet seien. Der frühere Berufsoffizier Déby, der als Verbündeter Frankreichs gilt, aber auch eigene, schwer zu durchschauende Machtspiele in Mali und der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) betreibt, behielt sich aber vor, eine Stabilisierungstruppe der Afrikanischen Union (AU) zu unterstützen.  (Kay Hanisch)

Zentralafrika: Warum der Westen keinen Finger für Präsident Bozizé rührte

5.4.2013. Francois Bozizé, der Präsident der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), der kurz vor Ostern durch die Rebellenkoalition „Seleka“ gestürzt wurde, wurde von seinen Verbündeten Frankreich, USA und Tschad im Stich gelassen, da er zunehmend als eigensinnig galt und Erdölförderungsrechte an chinesische und südafrikanische Firmen vergab, während die ehemaligen französischen Kolonialherren des Öfteren in die Röhre schauen mußten. So waren 200 südafrikanische Soldaten die einzigen ausländischen Truppen in der ZAR, die sich den Rebellen entgegenstellten, aber überrannt wurden, während der Tschad angeblich Milizionäre auf Seiten der Rebellen mitkämpfen ließ.

Zentralafrika-Staaten akzeptieren neuen ZAR-Präsidenten nicht

5.4.2013. Die aus 11 mehr oder weniger in Mittelafrika liegenden Staaten bestehende CEEAC (Wirtschaftsgemeinschaft zentralafrikanischer Staaten) hat den Rebellenführer Michel Djotodia, der sich zum neuen Staatschef der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ausgerufen hat, auf ihrem kürzlich erfolgten Gipfeltreffen im Tschad nicht als Präsidenten akzeptiert und eine Verkürzung der geplanten Übergangszeit von drei Jahren auf 1,5 Jahre sowie die Einrichtung eines „von den treibenden Kräften der Nation gewähltes Kollegium“ gefordert, welches ein neue Verfassung ausarbeiten solle. Wortführer des Treffens war der tschadische Präsident Idriss Déby, der aus bisher ungeklärten Gründen dem gestürzten ZAR-Staatschef
Francois Bozizé im Dezember noch mit Truppen zu Hilfe kam, nun aber ganz offensichtlich die Rebellen unterstützte – die Schweizer „Neue Züricher Zeitung“ (NZZ) mutmaßt, es gänge dabei um die Nutzung der tschadischen Ölpipeline für mögliche Erdölvorkommen in er ZAR. (Kay Hanisch)

Mali: Tschadische Truppen töten islamistischen Terrorführer

6.3.2013. Wie der tschadische Präsident Idriss Déby jetzt bekanntgab, sei der aus Algerien stammende radikalislamische Terroristenführer Abdelhamid Abou Zeid am 22. Februar in Mali bei Gefechten im Ifoghas-Gebirge durch Regierungstruppen der Republik Tschad, die dort an der Seite der schwachen Mali-Armee und französischer Truppen kämpften, getötet wurden. Neben Abou Zeid, der hauptsächlich durch die Entführung westlicher Geiseln bekannt wurde, sollen die tschadischen Soldaten auch den Islamistenführer Mokthar Belmokthar erwischt haben, der für die im Januar erfolgte blutige Geiselnahme auf einem algerischen Erdölfeld verantwortlich ist, was aber inzwischen wieder dementiert wurde. (Kay Hanisch)

Mali-Krieg:

Idriss Déby fordert mehr Truppen von ECOWAS-Staaten

4.3.2013. Der tschadische Präsident Idriss Déby hat auf dem Gipfel der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS die Entsendung weiterer Truppen des Staatenbundes nach Mali gefordert, um die Sicherheitslage nach dem Zurückdrängen der islamistischen Rebellen zu verbessern. Der Tschad, der mit rund 2.000 Soldaten das größte Kontingent stellt und bereits erste Verluste zu beklagen hat, unterstellte seine Truppen als einziger afrikanischer Staat nicht dem ECOWAS-Kommando – der frühere Berufsoffizier Déby gilt als ausgebuffter Militärstratege und es ist noch unklar, ob er mit diesem Schachzug eine Anweisung aus Paris befolgt oder wieder eigene Interessen verfolgt. (Kay Hanisch)

Mali: Tschadische Soldaten marschieren in Kidal ein

7.2.2013. Rund 1.800 Soldaten aus der Republik Tschad sind in die nordmalische Stadt Kidal, die bisher von der islamistischen Tuareg-Gruppierung „Ansar Dine“ kontrolliert wurde, einmarschiert und sichern den Ort gegen eine mögliche Rückkehr der Islamisten, da die Armee Malis als zu schwach für diese Aufgabe eingeschätzt wird. Der tschadische Präsident Idriss Déby verfolgt mit den Militäreinsätzen in Mali und in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) das Ziel, seinen Einfluß auf dem schwarzen Kontinent und in der Sahelzone auszuweiten. (Kay Hanisch)

Mali: Rebellen sprengen strategisch wichtige Brücke und sperren Interventionstruppen aus

28.1.2013. Den islamistischen Rebellen in Mali ist durch die Sprengung einer Brücke, die von Gao zur nigrischen Grenze führt, ein strategischer Schachzug gelungen, denn damit ist es Truppen der afrikanischen Interventionsstreitmacht vorerst nicht möglich, von dieser Seite her eine zweite Front gegen die Rebellen aufzumachen. Rund 2.000 Soldaten aus der Republik Tschad waren auf dem Landweg nach Niger gekommen, wo sie sich mit 500 Soldaten von dessen schwacher Armee vereinen und dann nach Mali einrücken sollten. (Kay Hanisch)

Mali: Déby setzt Truppen in Marsch

21.1.2013. Der tschadische Präsident Idriss Déby hat rund 2.000 Soldaten seiner 25.000-Mann-Armee auf dem Landweg in Marsch gesetzt, um die französischen Truppen und die malische Regierungsarmee bei der Rückeroberung der Rebellengebiete zu unterstützen, lehnt es aber ab, seine Soldaten dem Kommando der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS zu unterstellen. Die tschadischen Kämpfer gelten als extrem erfahren im Wüstenkampf – bereits in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) kämpfen 2.000 tschadische Soldaten gegen Rebellen, welche die Regierung stürzen wollen. (Kay Hanisch)

Endlich: Friedensvertrag in der Zentralafrikanischen Republik

15.1.2013. Im Beisein der Staatschefs von Gabun und Tschad, Ali Bongo und Idriss Déby, unterzeichnete der zentralafrikanische Präsident Francois Bozize in der gabunesischen Hauptstadt Libreville einen Friedensvertrag mit den Rebellen der Koalition Seleka. Dieser sieht die Einbindung der Rebellen in eine Koalitionsregierung und einen Verzicht Bozizes auf eine weitere Kandidatur im Jahre 2016 nach dem Ablauf seiner jetzigen Amtszeit vor. (Kay Hanisch)

Mali: Afrikanische Staaten wollen Truppen zur Unterstützung der Regierungsarmee schicken – Tschad zögert

15.1.2013. Nachdem die schwache malische Regierungsarmee mit Unterstützung französischer Truppen eine Offensive gegen die islamistischen Rebellen im Norden des Landes gestartet hat und dabei die Stadt Kona zurückerobert hat, wollen nun auch andere afrikanische Staaten die lange versprochenen Soldaten zur Unterstützung senden, darunter Senegal (500 Mann), Burkina Faso (500 Mann), Benin (300) und sogar der „sozialistisch“ regierte Niger (500), der bisher einer Militärintervention ablehnend gegenüberstand. Lediglich der Tschad, dessen Armee über die größte Wüstenkampferfahrung verfügt, zeigte sich zurückhaltend und Präsident Idriss Déby, ein ehemaliger Offizier, der als genialer Stratege gilt, bezeichnete die Planungen für die Intervention als „totales Chaos“ – zumal seine Armee bereits in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) interveniert, um dort die schwache Regierung an der Macht zu halten. (Kay Hanisch)

Zentralafrika: Déby zieht die rote Linie

9.1.2012. Der tschadische Präsident Idriss Déby, dessen Truppen gemeinsam mit Kontingenten aus der Demokratischen Republik Kongo, Südafrika und Kamerun die schwache Armee der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) gegen die Rebellenkoalition Seleka unterstützen, hat den Rebellen gedroht, ein Angriff auf die rund 75 km von der Hauptstadt Bangui entfernte Stadt Damara wäre das Verletzen einer „unüberschreitbaren roten Linie“ und würde zum Eingreifen der ausländischen Truppen führen. Derweil gibt es Demonstrationen gegen die Rebellen in den bereits von ihnen eroberten Gebieten, was darauf schließen läßt, daß die Regierung zwar unpopulär, aber die Rebellen dadurch nicht automatisch gleich beliebter sind. (Kay Hanisch)

Zentralafrikanische Republik: Kongolesische Präsidentengarde kämpft auf Seiten der Regierung gegen die Rebellen

4.1.2012. Nicht nur ein paar Hundertschaften der tschadischen Armee, sondern auch rund 300 Angehörige der Präsidentengarde des kongolesischen Staatschefs Joseph Kabila haben sich in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) eingefunden, um die Regierung von Präsident Francois Bozize gegen die Kämpfer der Rebellenkoalition „Seleka“ zu verteidigen, deren Truppen kurz vor der Hauptstadt Bangui stehen. In den Stadtvierteln von Bangui, welche Bozize unterstützen, bewaffneten sich Jugendmilizen mit Macheten, errichteten Straßensperren und bereiteten sich auf die Ankunft der Rebellen vor. (Kay Hanisch)

Zentralafrikanische Republik: Wo bleiben Débys Truppen?

2.1.2013. Seit rund 14 Tagen schafft es ein Bündnis aus drei militärischen Rebellen-Splittergruppen namens Seleka die Zentralafrikanische Republik (ZAR) aufzurollen und eine Stadt nach der anderen einzunehmen. Zwar hat der tschadische Präsident Idriss Déby seinem Verbündeten und Amtskollegen Francois Bozizé 2.000 Soldaten zur Verstärkung von dessen schwacher Armee angeboten, doch sind bisher nur weniger als 500 in der ZAR angekommen und sie greifen auch nicht aktiv in die Kämpfe ein. (Kay Hanisch)

Zentralafrikanische Republik: Frankreich ignoriert Beistandspakt

– wütende Proteste vor französischer Botschaft

28.12.2012. Obwohl Paris seit 1960 durch einen militärischen Beistandspakt mit der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) verbunden ist und Truppen vor Ort stationiert hat, griffen die Franzosen nicht ein, als die Rebellenkoalition Seleka immer näher auf die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui vorrückte, was zu wütenden Protesten von Regierungsanhängern vor der
französischen Botschaft führte, die am Gebäude die Scheiben einwarfen, während andere die französische Flagge einholten. Während der benachbarte Tschad auf den Hilferuf der Regierung in Bangui reagierte und 350 Soldaten zur Unterstützung entsandte, ließ Frankreich die befreundete Regierung von Präsident Francois Bozizé im Stich – offenbar sind die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs in der ZAR kein Gefecht wert. (Kay Hanisch)

Wegen Rebellenangriffen: Tschad marschiert in die Zentralafrikanische Republik ein

24.12.2012. Obwohl die seit 2003 amtierende Regierung des Präsidenten Francois Bozize Friedensabkommen mit den meisten größeren Rebellengruppen des fragilen Staates abgeschlossen hatte, fand sich jetzt ein Bündnis von Rebellen-Splittergruppen unter dem Namen „Seleka“ („Allianz“) zusammen und holte zum Schlag gegen die schwache, schlecht ausgebildete und
unterbezahlte Armee aus und überrannte mehrere wichtige Städte in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR). Deshalb schickte der tschadische Präsident Idriss Déby letzte Woche seine kampferprobten Truppen in das Nachbarland, um bei der Rückeroberung der Gebiete zu helfen – Bozize und seine Anhänger kamen 2003 ebenfalls mit Hilfe tschadischer Truppen an die Macht. (Kay Hanisch)

„Totale Verwirrung“: Tschads Präsident kritisiert Interventionsplanungen in Mali

8.12.2012. Der tschadische Präsident Idriss Déby, einst selbst hochrangiger Militär und als ausgeklügelter Stratege auf dem schwarzen Kontinent bekannt, hat die unzureichende Planung der Militärintervention in Mali zur Vertreibung der radikalen Islamisten kritisiert. So hätte die Westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS keine konkreten Einsatzpläne vorgelegt und es herrsche „totale Verwirrung“ über die Situation in Mali, da jetzt wieder mit den Islamisten verhandelt wird und die Malier sollten sich erst klar werden, was sie wollen (Intervention oder Verhandlungen?) (Kay Hanisch)

Sind Kampfjets von Ghaddafis Luftwaffe 2011 in den Tschad geflohen?

26.11.2012. Der Entwicklungshelfer Andreas Kahler von MISEREOR berichtet von Kampfjets, die am tschadischen Unbhängigkeitstag diesen Jahres bei einer Militärparade über die Köpfe der Zuschauer hinwegdonnerten, wobei es sich aber um „mehr und andere als die sonstigen französischen“ Jets handelte (Frankreich hat eine bewaffnete Mission mit Mirage F1-Kampfflugzeugen im Tschad stationiert). Kahler stellt sich zu recht die Frage, wie ein bettelarmes Land wie der Tschad sich Kampfjets leisten könne, zumal über einen Ankauf nichts bekannt geworden ist – aber der tschadische Präsident Idriss Déby war ein Waffenbruder Muammar al-Ghaddafis im Kampf gegen die NATO-Aggression und es ist durchaus denkbar, daß entweder Ghaddafi Teilen seiner Luftwaffe befohlen hat, sich vor den NATO-Angriffen als strategische Reserve in den Tschad in Sicherheit zu bringen oder die Piloten aus eigenem Antrieb mit ihren Maschinen einfach geflohen sind – und nun gleich mit ihren Maschinen für die tschadischen Streitkräfte rekrutiert wurden (eine Strategie, die Déby schon mehrfach angewandt hat). (Kay Hanisch)

Islamisten-Sekte Boko Haram bedroht jetzt den Tschad

2.11.2012. Die nigerianische Islamisten-Sekte Boko Haram, welche für zahlreiche Terroranschläge in Nigeria verantwortlich ist, hat angeblich dem tschadischen Präsidenten Idriss Déby eine Warnung ausrichten lassen. Die Sekte werde auch den Tschad mit Anschlägen destabilisieren, wenn Déby Truppen nach Mali schickt, um im Rahmen einer UNO-Aktion die radikalen Islamisten der Gruppe Ansar Dine, welche in Nordmali ein steinzeitislamisches Emirat errichtet haben, zu vertreiben. (Kay Hanisch)

Mali-Intervention: Déby soll es richten

29.10.2012. Um sich bei der Vertreibung der islamistischen Rebellen aus dem Norden Malis möglichst nicht selbst die Hände schmutzig machen zu müssen, sucht das Regime in Paris jetzt afrikanische Verbündete für den Einsatz zu gewinnen, und umschmeichelt den noch eben so verachteten Präsidenten des Tschad, Idriss Déby, dessen Armee gute Wüstenkampferfahrung und eigene Kampfhubschrauber besitzt. Der prowestliche Déby hat gleich erst einmal vorausgeschickt, daß er ein UNO-Mandat und logistische Unterstützung des Westens für einen eventuellen Einsatz tschadischer Truppen in Mali erwarte, aber Déby spielt oft sein eigenes, undurchsichtiges Spiel – entsandte z.B. trotz enger Verbindungen nach Frankreich im letzten Jahr 1.000 Soldaten zur Unterstützung von Libyens Kampf gegen die NATO und wollte angeblich sogar Malis Islamisten in eine strategische Pan-Sahara-Allianz einbinden. (Kay Hanisch)

Rebellenführer gibt auf

7.9.2012. Der tschadische Rebellenführer Baba Laddé, Führer der Volksfront für die Erhebung (FPR) hat sich nach seiner Flucht 2008 in die benachbarte Zentralafrikanische Republik (ZAR) nun den zentralafrikanischen Behörden gestellt und wurde nun mit einem Flugzeug in die tschadische Hauptstadt N´Djamena ausgeflogen. Anfang des Jahres hatten die tschadische Regierung von Präsident Idriss Déby und die mit ihm verbündete Regierung der ZAR eine gemeinsame Militäroffensive gegen die FPR gestartet. (Kay Hanisch)

Tschad feiert seinen Unabhängigkeitstag – mit neuen Kampfjets?

24.8.2012. Wie der Entwicklungshelfer und Autor Andreas Kahler aus dem Tschad berichtet, hat das bitterarme Land anläßlich des 52. Unabhängigkeitstages eine große Militärparade abhalten lassen, an der als Highlight auch eine Staffel Kampfjets teilnahm, welche nicht zur im Tschad stationierten französischen Mission gehörten, was Spekulationen anheizt, daß es sich um Maschinen handelt, welche 2011 aus Libyen vor dem NATO-Angriff in den benachbarten Tschad in Sicherheit gebracht wurden. Bisher verfügte das Land nur über eine handvoll leichter propellergetriebener Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber und trotz der durch den Erdölverkauf gestiegenen Staatseinnahmen ist es unwahrscheinlich, daß sich der Tschad ein Geschwader Kampfjets leisten kann. (Kay Hanisch)

Tschad: Die UNESCO hat die Ounianga-Seen zum Weltkulturerbe erlärt

30.7.2012. Endlich einmal positive Nachrichten aus Afrika: die UNESCO hat die durch Jahrtausende altes, fossiles Grundwasser gespeisten Ounianga-Süßwassserseen in der Wüste zum schützenswerten Weltkulturerbe erklärt, woran auch die Regierung von Präsident Idriss Déby – obwohl sie bisher weniger durch Sensibilität für den Umweltschutz aufgefallen ist – einen großen Anteil hat. Nun soll das Gebiet für den sanften Tourismus entwickelt werden, wozu der Tschad u.a. seit Jahren die beiden deutschen Wüstenforscher Stefan Kröpelin und Sven Oehm angestellt hat, welche die lokale Bevölkerung vor Ort unterweisen, um die praktischen Regelungen des Schutzkonzeptes umzusetzen. (Kay Hanisch)