erste Zivile Opfer durch US-Luftangriffe in Syrien – neue Welle europäischer Terrorrekruten

US-Armee setzt ihre Angriffe auf syrische Städte fort

Amerikanische F/A-18 vor dem Angriff auf IS-Stellungen. Bild: EPA/US NAVY Amerikanische F/A-18 vor dem Angriff auf IS-Stellungen. Bild: EPA/US NAVY

Washington/London 23. September 2014 (dpa/IRIB)

Im Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) haben die USA gemeinsam mit arabischen Verbündeten eine neue Front eröffnet: Mit Unterstützung Bahrains, Jordaniens, Katars, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate flog die US-Armee erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien und griff auch vom Meer aus an, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.

Dabei wurden mindestens 70 Extremisten getötet. Etwa 300 Terroristen seien verletzt worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Die Attacken erfolgten dem Pentagon zufolge mit Kampfjets, Bombern und Tomahawk-Raketen. Insgesamt habe es 14 Angriffe gegeben. Die Ziele lagen demnach in den nordsyrischen Stadt Al-Rakka (IS-Hochburgen) und entlang der Grenze zum Irak sowie in den Grenzstädten Tel Abiad und al-Bukamal. Zudem wurden Checkpoints der Miliz in der Provinz Deir Essor getroffen. Die vom IS eroberten syrischen Militärbasen in Ain Issa und Tabaka wurden beschossen, um die dort erbeuteten Waffen – Dutzende Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Haubitzen und Panzerabwehrkanonen – zu zerstören. Es habe sich etwa um Ausbildungslager, Kommandozentralen und gepanzerte Fahrzeuge gehandelt. Aus dem Weißen Haus hieß es, US-Präsident Barack Obama werde sich noch am Dienstag zu den Angriffen äußern.

Russland kritisiert US-Luftangriffe in Syrien

Mit Tomahawk-Raketen - wie auf diesem Archivbild zu sehen - sowie Kampfjets und Bombern attackieren die USA Stellungen der IS in Syrien. - Foto: dpaMit Tomahawk-Raketen – wie auf diesem Archivbild zu sehen – sowie Kampfjets und Bombern attackieren die USA Stellungen der IS in Syrien. – Foto: dpa

Moskau 23. September 2014 (MehrNews/IRIB)

Das russsische Außenministerium hat mitgeteilt, dass eine einseitige Erklärung Washingtons in Syrien beim Kampf gegen die IS-Terroristen nicht ausreiche.

Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur MehrNews  unter Berufung auf Russia al-Yaum. Weiter hieß es in der russischen Erklärung, dass die US-Luftangriffe gegen die IS der Zustimmung von Damaskus bedürfen und eine einseitige Erklärung der USA an die syrische Regierung nicht ausreiche. Weiter heißt es, dass die Operationen gegen die IS im Rahmen der internationalen Gesetze erfolgen müssen.

Das russische Außenministerium warnte vor den Folgen des einseitigen militärischen Szenarios.

Die Erklärung des russischen Außenministeriums erfolgte nach dem Treffen der russischen Vize-Außenminister Gennady Gatilov und Mikhail Bogdanov mit dem UN-Sondergesandten für Syrien Staffan de Mistural am Rande der 69. UN-Vollversammlung in New York.

Afkham: US-Angriff ist Verletzung der nationalen Souveränität Syriens

Marzieh Afkham, die Außenamtssprecherin IransMarzieh Afkham, die Außenamtssprecherin Irans

Teheran 24. September 2014 (IRIB)

Marzieh Afkham, die Außenamtssprecherin Irans, sagte:  „Der US-Angriff auf Syrien, der außerhalb des anerkannten internationalen Mechanismus verlief, ist eine Verletzung der nationalen Souveränität dieses Landes und der internationalen Bestimmungen und Grundsätze.“

Marzieh Afkham, fügte am gestrigen Dienstag in einer Erklärung hinzu, diese Maßnahme der USA werde zweifelsohne sehr negative Folgen auf der internationalen Szene haben.

Die Sprecherin des iranischen Außenministeriums warnte die USA und einige andere Länder hinsichtlich bisheriger Fehler und wegen ihres ambivalenten Umgangs mit dem Terrorismus  und sagte: „Für die Folgen des jüngsten Angriffs der USA, zum Beispiel den Tod und die Verletzung von unschuldigen Bürgern, sind diejenigen verantwortlich, die den Weg für den Einlass von Waffen und Terrorismus in Syrien und anderen Regionalstaaten geebnet  und durch ihre Gelder und Rüstungshilfen an die radikalen Gruppen, die Krise in der Region geschürt haben.“

Der US-Verteidigungsminister teilte am Dienstagmorgen mit, dass sein Land zusammen mit seinen  arabischen Verbündeten die Stellungen der IS auf syrischem Boden aus der Luft angegriffen hat. Bislang kamen 11 Zivilisten wegen diesem Angriff ums Leben.

EU-Experte: 3000 Europäer bei IS

Bildlegende: Auch junge Männer aus Europa ziehen für die Terrormiliz IS in den Krieg. Ihre Anzahl hat zugenommen.  Reuters/Archiv  Bildlegende: Auch junge Männer aus Europa ziehen für die Terrormiliz IS in den Krieg. Ihre Anzahl hat zugenommen. Reuters/Archiv

Brüssel 24. September 2014 (Farsnews/IRIB)

Rund 3000 Europäer haben sich inzwischen  der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und im Irak angeschlossen, teilte der EU- Anti-Terror- Beauftragte Gilles de Kerchove am gestrigen Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP mit.

Seit einem Monat ist  die Zahl der europäische Terroristen von 2.000 auf 3.000 angestiegen, fügte er hinzu.

Die Ausrufung eines ‚Kalifats‘ durch den IS hat womöglich Wirkung erzielt“:  Nach Ausrufung  des „Kalifats“ durch den IS sind tausende  Europäer in den Irak und nach Syrien gereist. Nach meiner Einschätzung sind es rund 3.000“, so De Kerchove.Die meisten Europäer , die an der Seite der  Extremisten Kämpfen, kommen aus Frankreich, England, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Schweden und Dänemark, einige wenige auch aus Spanien, Italien, Irland und Österreich, so hieß es.
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