Fukushima, . Hier ist seine subjektive (!) Einschätzung der Lage?

hintergrund1.jpgLiebe Leute, weil doch zuletzt hier eine Info die Runde machte, nach der es in Fukushima so dramatisch aussehe, dass die Existenz der Menschheit auf dem Spiel stünde, hat sich einer meiner Facebook-Freunde mal kundig gemacht. Hier ist seine subjektive (!) Einschätzung der Lage: „vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages gibt es zu Fukushima noch keine Neuigkeiten, das kann u.U. auch noch seine Zeit dauern, vorab aber noch ’n paar Updates zur Geschichte, basierend u.a. auf Informationen von Johannes Hano (ZDF, ist mit „Die Fukushima-Lüge“ für den internationalen Emmy-Award in der Sparte ‚CURRENT AFFAIRS‘ nominiert) – und die Infos sind nicht nur die, die er jetzt dieser Tage in Interviews von sich gibt… Zum Glück ist der Mann sehr entspannt, was persönlichen Kontakt betrifft: 1. Im Großen und Ganzen hält er den Bericht bei den Netzfrauen für plausibel, aber: – WAHRSCHEINLICH (heißt nicht: auf jeden Fall) werden sich die Brennstäbe in den Abklingbecken nicht mehr entzünden. Über den Abklingbecken lagern aber noch unabgebrannte Brennstäbe, die sich im Falle eines Einsturzes als sehr problematisch (massivster Euphemismus!) erweisen könnten. TEPCO hat Reaktor 4 zwar (wohlgemerkt nachdem die Doku von Herrn Hano sich mit japanischen Untertiteln rasend schnell verbreitete, in der er u.a. das Wort „Armageddon“ für das benutzt, was hätte passieren können, wenn das unter freiem Himmel passiert) mittlerweile überbaut, aber niemand kann sagen, wie stabil das bei einer weiteren Explosion ist… 2. Auf massiven internationalen Druck gibt es aus der letzten Woche zwei durchaus wichtige Neuigkeiten: 2.a) Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Schwerpunktmäßig Frankreich, Deutschland, USA) sind in der letzten Woche zu den Bergungs-/Rettungsmissionen dazugestoßen. Damit besteht zumindest die Hoffnung, dass Harakiri-Aktionen ausbleiben und man sich z.B. schneller darum kümmert, dass auswärtige (auch technische) Hilfe hinzukommt und die Situation zusehends unter Kontrolle gerät – soweit das bei mindestens 3 geschmolzenen Atomkernen, für deren Kontrolle Technik überhaupt erst noch erfunden werden muss, möglich ist. 2.b)

Die japanische Regierung hat jetzt immerhin 100.000.000 € (rund, umgerechnet – is‘ uns beiden klar, dass das viel zu wenig ist, wenn wir davon ausgehen, dass es hier um die Zukunft der Zivilisation, wie wir sie kennen geht und Abermilliarden für Banken drin sind… ) zur Verfügung gestellt, um die Grundwasserthematik und damit auch indirekt die Gebäudestabilität von Reaktor 4 in den Griff zu kriegen. Die Technik wurde von deutschen Ingenieuren ins Spiel gebracht (Grundwasser- / Untergrundvereisung, vollkommen unkompliziert, da gab’s schon größere Areale, die so trocken gelegt wurden, hätte man viel früher haben können, wenn Geld keine Rolle gespielt hätte (haha) und kluge Köpfe gerfragt worden wären). Die Aussicht darauf, die nächsten zigtausend Jahre da den Boden vereisen zu müssen ist zwar auch nicht gerade großartig, aber immer noch besser, als bald ein global geschädigtes und vor sich hin mutierendes, ergo degenerierendes Ökosystem zu haben… 3. Den etwas Mut machenden Einschränkungen zum Trotz: Das dauert noch und das nächste kritische Erdbeben lässt sich – wenn’s nach der Statistik geht – maximal nur noch 3, eher 2 oder nur 1 Jahr(e) Zeit, bis es zuschlägt. Ein riesiges Katastrophenszenario ist also nicht gerade unwahrscheinlich und es würde mindestens Japan den Todesstoß versetzen. Ich hab‘ amateurhaft und mit dem, was ich von verschiedenen Journalisten und Experten bislang gehört oder gelesen habe, einfach mal ’ne Karte erstellt, die zeigt, was auf jeden Fall auf dem Spiel steht oder auf dem Spiel stehen könnte. Der weiße Kreis um Fukushima (A) zeigt die bisherige Sperrzone, der grüne Kreis ist der Bannkreis, den selbst eine verhältnisweise milde neuerliche Explosion nach sich zöge – das beträfe dann auch Tokio. (Lustigerweise könnte sich genau deswegen die Olympia-Entscheidung für Tokio noch als Segen erweisen, weil damit die Pläne, Tokio notfalls einfach aufzugeben, wieder in der Schublade verschwunden sind… Seitdem ist tatsächlich ein massiver Anstieg der Bemühungen um die Kontrolle der Lage vor Ort zu bemerken, das berichten fast alle, die sich damit beschäftigen…) Der gelbe Bannkreis zeigt das möglicherweise sofort unbewohnbare Gebiet (500 Meilen) im Falle eines unschöneren Ausgangs einer solchen Katastrophe, mit anderen Worten, Japan müsste fast komplett aufgegeben werden… Der Rote Kreis zeigt ca. 3.000-3.500 km Umfeld, das wäre das Gebiet, das nur mit sehr viel Aufwand zu erhalten wäre, selbst, wenn die allerschlimmsten Annahmen (bereits gekühlte Brennstäbe brennen doch noch einmal) nicht zutreffen. Das trifft ganz Japan, die Ostküste Russlands, die halbe Mongolei, Taiwan, fast die kompletten Philippinen (!), die Koreas und fast den kompletten Osten Chinas. – Das brachte mich zu der bereits beschriebenen Annahme, dass es noch nichtmal der Vorfall als solcher wäre, der alles Leben auf diesem Planeten bedroht, sondern die Auswirkungen aus ’ner möglichen Verseuchung – der pure Kampf um Land. (Während es für Russland noch „““recht einfach“““ wäre, Ausweichraum zu finden, wären auf einmal fast 2 Milliarden Chinesen auf der Flucht (oder würden von ihrer Regierung zwangsweise zurückgelassen, was selbst dort zu Aufständen führen könnte), die Koreas und Japan bräuchten neue Flecken Erde, wiewohl verhältnisweise wenig, weil diese drei Völker historisch am ehesten wissen, wie man aus keinem Wohnraum einen Wohnraum macht… – aber kann sich das ernsthaft einer vorstellen, dass auf einmal ganze Völker umziehen? Eins wäre eine Mammutaufgabe, mehrere sind selbst für mehrere Messiasse Schwerstarbeit.) Ob man Menschen jetzt also mit der Vision des „großen Bumm“ verrückt machen sollte, weiß ich nicht, wiewohl das niemand ausschließen will. Mit einem Mal werden die Lichter aber vermutlich nicht ausgehen. Aber wir sollten sie, zu dem Ergebnis komme ich nach einigen Tagen, darauf vorbereiten, dass uns aus heiterem Himmel eine unfassbare Aufgabe bevorstehen könnte und wir sollten jeden, wirklich jeden klugen Kopf damit konfrontieren, denn je mehr Leute sich davon nicht überraschen lassen, sondern dann recht unverzüglich Verantwortung übernehmen und die im Zweifel überlebenswichtigen Lösungen präsentieren und managen können, desto besser. (!) Genauso, wie ich mich als Ingenieurssohn, der sich mit vielen Themen von Gebäudestabilität und Grundwassermanagement einfach aus Gewohnheit beschäftigt und in der Jugend auch eingearbeitet hat (auch, wenn ich jetzt was vollkommen anderes studiere), ärgert, dass es für viele dieser Probleme eigentlich verhältnisweise einfache und verhältnisweise pragmatische Lösungen gibt, die schnell umsetzbar sind und eine massive Verbesserung der Lage nach sich zögen und es einfach nicht passiert… Und man sitzt immer wieder da und denkt sich: „Du kennst so viele Ingenieure, die auch (oder gerade dann?!) mit der Kreativität von 2,0 Promille noch eine Lösung dafür finden würden, denn vieles sind recht schlichte Fragen, die man auch im Gebäudebau permanent lösen muss. Es kann gar nicht sein, dass die da in Japan alle zu doof sind, vielmehr muss es sich um massiven Druck handeln, das so wirtschaftlich wie möglich abzuwickeln.“ Und da stößt, bei allen Schwächen, der Wasserman tatsächlich in die neuralgische Stelle und die Parabel schlechthin für die Zeit, in der wir uns befinden: Es ist nicht so, dass wir die Probleme nicht lösen könnten, aber es scheitert an unserer verdammten Eitelkeit und Geizigkeit. – Eine Geizigkeit, die zukünftige Generationen – wenn es sie noch gibt – bitter bezahlen werden (müssen). Von daher weiß ich, dass das nicht unbedingt in ’n Kabarett-Programm gehört, aber wann immer man die Möglichkeit hat, viele Menschen über die Entwicklungen in Japan aufzuklären, sollte man das tun. – Dass du das hier – wiewohl nur weitergeleitet – auch getan hast, dafür bin ich dir sehr dankbar. Das ganze Thema nimmt mich (zarte 23) zwar sehr mit und die Recherche dazu ist vorsichtig gesagt widerlich und nicht gut für die Nerven (und damit auch für das bereits schüttere Haupthaar ), aber lieber so herum, als am Ende die Haare schön, aber die Panik im Gesicht und nichts tun können.. Dennoch wünschte ich mir, dass die Serie der Negativnachrichten (Klimawandel+all die unvermeidlichen Kriege, Migrationsströme und damit unsäglich vielen Toten; vergangene und künftige Atomdesaster; Regierungen, die nur noch an die Babyboomer-Generation denken und denen alles danach wurscht ist, weil es in den nächsten 40 Jahren nicht die Wahl entscheiden wird; usf.) endlich mal aufhört (oder zumindest an Dynamik verliert) und, wenn man dann irgendwann richtig Verantwortung übernehmen kann eine zwar unglaublich knifflige, aber irgendwie noch lösbare Aufgabe vor sich findet. Im Moment scheint es fast, als würde alles daran gesetzt, den letzten Funken pragmatischer Hoffnung für unsere Generation auch noch zu nehmen. – Umso wichtiger, dass unter anderem Leute wie du Missstände wenigstens auch schon mal ansprechen, so lange wir noch nicht so weit sind, dass man uns zuhören würde… Ich wünsch‘ dir ’ne schöne Woche, wie gesagt, nochmal vielen Dank und Herzliche Grüße!

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