Gaza abgeriegelt – Proteste wegen Vertreibung aus Pufferzone

Zusammenstöße zwischen israelischen Streitkräften und Palästinensern

Zusammenstöße zwischen israelischen Streitkräften und Palästinensern

Ramallah 31. Oktober 2014 (Press TV/IRIB)

Nach den tödlichen Schüssen israelischer Streitkräfte auf einen Palästinenser hat sich die Lage im Westjordanland verschärft.

Israel behauptet, dass der 32-jährige Moataz Hejazi versucht hätte, den Rabbiner Yehuda Glick zu erschießen. Palästinensische Demonstranten sind am Freitag in al-Quds (Jerusalem) auf die Straße gegangen,  um ihre Empörung über die tödlichen Schüsse auf Hejazi zum Ausdruck zu bringen, wonach es dann zu Ausschreitungen mit den israelischen Sicherheitskräften gekommen ist. Sie setzten Tränengas und Gummigeschosse ein,  um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Veröffentlichten Berichten zufolge kam es auch im Dorf Kalandia im Westjordanland zu Auseinandersetzungen. Vor zwei Tagen stürmten israelische Streitkräfte das Haus von Moataz Hejazi im Stadtteil „Abu Tor“,  südlich der al-Aqsa-Moschee,  und erschossen ihn.

Al-Quds: Mehr als hundert Palästinenser festgenommen

Al-Quds: Mehr als hundert Palästinenser festgenommen

Al-Quds 2. November 2014 (IRIB)

Die Polizei des zionistisch-israelischen Regimes hat in den letzten zehn Tagen mehr als hundert Palästinenser festgenommen.

Laut der Nachrichtenagentur al-Quds teilte die israelische Polizei am Sonntag in einer Meldung mit, dass die Polizeikräfte des zionistischen Regimes vom 22. Oktober bis 2. November 2014, 111 in al-Quds ansässige Palästinenser festgenommen haben. Laut dieser Meldung war der Vorwand für diese Festnahmen die Beeinträchtigung der allgemeinen Sicherheit gewesen und 17 von ihnen wurden am Freitag inhaftiert. Außerdem steht in der Erklärung der israelischen Polizei, dass manche Palästinenser festgenommen wurden, nachdem ihr Haus gestürmt wurde. Wahrscheinlich werden weitere Personen festgenommen. Die Lage in al-Quds hat sich unterdessen in den letzten Tagen verschlechtert, nachdem Verantwortliche des israelischen Regimes alle Zugänge zur al-Quds-Moschee für Betende wegen Sicherheitsbedenken verriegelten.

Grenzwege von Gaza bis aufs Weitere geschlossen

Checkpoint Kerem Shalom: bis auf Weiteres geschlossenCheckpoint Kerem Shalom: bis auf Weiteres geschlossen

Gaza 2. November 2014 (Press TV/IRIB)

Press TV zufolge will Israel die Grenzwege Gaza für eine unbestimmte Zeit schließen, obwohl die Infrastruktur in dieser Region nach den Zerstörungen durch Israel dringend aufbaubedürftig ist.

Tel Aviv beabsichtigt, ab Sonntag bis aufs Weitere die Grenzwege Erez und Karam Abu Salim zu schließen. Dieser Entschluss beruhe angeblich auf die Behauptung Israels, das aus Gaza Raketen gegen Eshkol abgefeuert wurden. Nach einer Sperrung der Grenzwege werden nur in dringenden Fälle die Grenzwege wieder geöffnet. Rafah wird zudem weiterhin geschlossen belieben; dieser Grenzweg ist die einzige Verbindung Gazas mit der Außenwelt. Seit Juni 2007 ist der Gazastreifen durch Israel abgeriegelt worden. Die Armut hat sich in der Region stark verbreitet.

Die meisten Palästinenser sehen Hamas als Kriegsgewinner

Die meisten Palästinenser sehen Hamas als Kriegsgewinner

Al-Quds/Jerusalem 31. Oktober 2014 (israelheute.com/IRIB)

Laut Ergebnissen einer diese Woche veröffentlichten Umfrage ist die Hamas nach den israelischen Militärangriffen im Sommer im eigenen Land beliebter denn je.

Demnach hat die israelische Militäroperation „Starker Fels“ nur der säkularen Fatah-Partei geschadet, nicht aber der islamistischen Hamas. Das Ansehen der Hamas-Führung ist gestiegen, eine Mehrheit der Palästinenser sieht in den radikalen Islamisten die Sieger des jüngsten Militärkonflikts.

Von Mitarbeitern des Jerusalem Media & Communication Centers wurden zwischen dem 15. und 19. Oktober 1.200 Palästinenser im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen befragt.Während im April 2014 nur 16 Prozent der Befragten Vertrauen in die Hamas geäußert hatten, gaben im Oktober 25 Prozent an, der Hamas zu vertrauen. Darüber hinaus ist mittlerweile eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Befragten der Meinung, die Raketen der Hamas seien gut für das Erreichen palästinensischer Ziele. Gleichzeitig ist der Prozentsatz derer, die in Friedensverhandlungen mit Israel eine Perspektive sehen, auf 52 Prozent gesunken.Weiter zeigt die aktuelle Umfrage, dass nur noch 35 Prozent hinter der Fatah stehen, und das Ansehen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist auf 23 Prozent gesunken. Gewinner ist dagegen Hamas-Führer Ismail Hanijeh. Seine Beliebtheit stieg von 13 auf 17 Prozent.Schließlich ergab die Umfrage, dass die Mehrheit der Palästinenser, nämlich 57 Prozent, der Meinung ist, die Hamas habe den Krieg mit Israel gewonnen. Nur acht Prozent glauben, dass Israel als Gewinner aus der Auseinandersetzung hervorgegangen ist.

Ägypten: Proteste gegen Hauszerstörungen für Pufferzone

Zerstörungen durch ägyptisches Militär in der geteilten Stadt Rafah. - Foto: AFPZerstörungen durch ägyptisches Militär in der geteilten Stadt Rafah. – Foto: AFP

Kairo 31. Oktober 2014 (APA/IRIB)

Tausende Ägypter protestieren seit Tagen in den in El-Arisch, Rafah und Scheich Suwaid im Nordsinai gegen die Hauszerstörungen durch die Regierung.

Die Armee begann Mittwoch, dutzende Häuser der Grenzstadt Rafah zu räumen. Dort will das ägyptische Militär eine Pufferzone zum Gazastreifen errichten. Seit Mitte der Woche läuft die Vertreibung der Bewohner in Teilen der Grenzstadt. Der ägyptische Generalmajor Abdel Fattah Harhur sagte laut der Zeitung „Egypt Independent“, die Bewohner würden angemessen entschädigt. 500 Meter soll die Pufferzone für erhöhte Sicherheit im Nordsinai breit werden. Aufgrund der rund 800 Häuser betreffenden Zwangsräumung mussten etwa 1.150 Familien umsiedeln – dies geht aus Zahlen des Gouvernements Nordsinai hervor. Die komplette Räumung solle bis Sonntag abgeschlossen sein.

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