Israel lehnt Untersuchung der Todesschüsse auf zwei palästinänsische Jugendlichen ab

Avigdor Liebermann Avigdor Liebermann – 22. Mai 2014Tel Aviv/New York – (Press TV/APA/Irib)

Der israelische Außenminister Avigdor Liebermann hat Forderungen nach einer internationalen Untersuchung der Erschießung zweier palästinensischer Jugendlicher durch israelische Militärkräfte zurückgewiesen.

„Ich lehne jede Forderung ab“, sagte Liebermann am Mittwoch bei der Besichtigung der Siedlung Ariel im besetzten Westjordanland und bezeichnete die internationale Kritik an dem Vorfall als Heuchelei.

Nach der Erschießung zweier palästinensischer Jugendlicher am vergangenen Donnerstag bei Protesten in dem Ort Beitunija im Westjordanland forderten die UNO und die USA eine Untersuchung des Vorfalls.

Es sei „ernsthaft beunruhigend“, dass die beiden Jugendlichen getötet wurden, obwohl sie nach ersten Informationen unbewaffnet waren und keine direkte Bedrohung darstellten, sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär für politische Fragen, Oscar Fernandez-Taranco, am Dienstag. Die UNO fordere daher eine unabhängige und transparente Untersuchung.

Auch eine Sprecherin des US-Außenministeriums betonte, es müsse geprüft werden, ob die Schüsse verhältnismäßig gewesen seien.

Die Palästinenserorganisation PLO hatte die Todesschüsse am Dienstag als „willkürliche Hinrichtung“ verurteilt.

Die Überwachungskameras eines Geschäfts hat dieses jüngste Verbrechen des zionistisch-israelischen Regimes festgehalten. Am Dienstag veröffentlichten die Kinderrechtsorganisation Defence for Children und die Menschrechtsgruppe B’Tselem mehrere Ausschnitte aus den Videos.

Ein junger Mann läuft über eine Straße, plötzlich sackt er zusammen. Jugendliche eilen herbei und tragen ihn davon. Etwas mehr als eine Stunde später wiederholt sich die Szene: Wieder stürzt ein Jugendlicher an derselben Stelle zu Boden und wird weggetragen.

Die beiden Toten aus dem Video heißen Nadim Nawara und Mohammed Mahmud Salama, 17 und 16 Jahre alt.

„Es gab an diesem Tag Zusammenstöße zwischen Soldaten und Jugendlichen, aber in dem Moment als die Jungen getroffen wurden, gab es überhaupt keinen Grund, das Feuer zu eröffnen“, sagte Rifat Kassis, Chef von Defence for Children, der israelischen Tageszeitung „Maariv“.

B’Tselem hat das Videomaterila der insgesamt vier Überwachungskameras ausgewertet und Mediziner konsultiert. Die Experten haben die Eintritts- und Austrittswunden an den Leichen untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, „dass sie vollständig übereinstimmen mit Verletzungen, die durch scharfe Munition verursacht werden und nicht von gummiumhüllter Metallmunition stammen können“.

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