Jürgen Elsässer: Ukraine-Nazis – die Kettenhunde der NATO

2014_4_COMPACT_Cover_kleinAuszug aus der neuen COMPACT-Ausgabe 4/2014 “Krieg gegen Putin – Wer stoppt die NATO?”

In der neuen COMPACT-Ausgabe zeichnen wir in zehn Artikeln den Putsch in der Ukraine und die Strategie von EU und NATO nach. Das komplette Inhaltsverzeichnis ist hier. 

In einem einführenden Artikel beschäftige ich mich mit der Frage, ob wir in der Ukraine eine Wiederkehr des Faschismus beobachten können. Zweifellos sprechen die starke Präsenz von Rechtsextremisten wie Swoboda und Rechter Sektor dafür. Das Besondere an dieser Entwicklung ist aber, dass diese Kräfte – ganz im Gegensatz zu ihrer nationalsozialistischen Ideologie – blendend mit Zionisten und Islamisten zusammenarbeiten. Dies wird im Artikel anhand von Berichten aus “seriösen” Zeitungen wie FAZ und NZZ über zionistiche Elitekämpfer mit israelischer Armeeausbildung auf dem Maidan illustriert. Abschließend schreibe ich:

(Zitat COMPACT 4/2014  Anfang)

Die „dritte Macht“_Elsässers-Blog

Die Beispiele zeigen, dass sich unter den Kiewer Demonstranten Militärspezialisten befanden, die Erfahrungen in ausländischen Armee gesammelt haben. Juden beziehungsweise Israelis waren aber nicht die einzigen. Ein Maidan-Aktivist, der bei der Einreise nach Russland verhaftet wurde, sprach im Fernsehsender Rossija24 von „rund 60“ Amerikanern und „30 bis 40, manchmal 50“ Deutschen. „Diese Kämpfer seien nach Kiew in Militäruniform gekommen, einige auch bewaffnet.“ (FAZ, 3. März)

Dies führt zurück zu den Scharfschützen des 20. Februar, deren gezieltes Feuer zum bis schlimmsten Blutbad seit Beginn der Proteste führt und die Wut über Viktor Janukowitsch so angestachelt hat, dass es zwei Tage später zum Umsturz kam. Waren diese Scharfschützen gar nicht vom Präsidenten beauftragt worden, sondern von dessen Gegnern, wie eine Ärztin des Maidan gegenüber dem estnischen Außenminister Urmas Paet mutmaßte? (siehe ausführlich Seite 15/16) Natürlich weisen die neuen Machthaber in Kiew diesen Verdacht zurück und halten daran fest, dass Janukowitschs Polizei für den Massenmord verantwortlich war. Elektrisierend ist allerdings, dass der aktuelle Innenminister Arsen Awakow eine „dritte Macht“ ins Spiel bringt, welche die Killer geschickt habe: „Diese Macht ist nicht ukrainisch.“ Awakow spielt damit auf den russischen Geheimdienst an. Doch was hätte es Moskau bringen sollen, die Auseinandersetzung auf dem Maidan über Scharfschützen so anzuheizen, dass Janukowitsch gestürzt wird? Gegen einen Eskalationsbefehl aus Moskau spricht auch, dass der russische Präsident höchstpersönlich seinen ukrainischen Amtskollegen in diesen entscheidenden Tagen gedrängt hat, sich lieber aus Kiew zurückzuziehen als einen mörderischen Endkampf zu riskieren. „Ein Telefonanruf von Putin führte zum Ende des Blutvergießens auf dem Maidan“, titelte die Londoner Times am 26. Februar. Die Russen dürften also als „dritte Macht“ ausscheiden. Ein Berkut-Polizist hat eine plausiblere Theorie: „Die Scharfschützen waren ausländische Söldner, Amerikaner, Deutsche“, äußerte er noch vor dem Bekanntwerden der Paet-Äußerungen. (welt.de, 6. März)
Der Alb der Geschichte

Die Suche nach den Auftraggebern der Scharfschützen dürfte mehr Aufschluss über den Hintergrund der bisher gefährlichsten Weltkrise des 21. Jahrhunderts ergeben als alle ideologiegeleiteten Analysen. Wir Menschen neigen dazu, uns die Gegenwart mit den Begriffen der Vergangenheit begreifbar zu machen, und oft genug kostümieren sich auch die Kampfparteien selbst mit den Uniformen einer untergegangenen Epoche. Je nach Vorliebe erscheinen uns dann die einen als Nazis oder Faschisten und die anderen als Stalinisten oder Bolschewiken, weil das die Konstellation des größten Konflikts im 20. Jahrhundert war – und uns im Geschichtsunterricht mehr eingebläut wurde als jedes andere Thema.

Aber so nazistisch die ukrainische Rechte auch erscheinen mag, so sehr weicht sie durch ihre Zusammenarbeit mit jüdischen Militanten von diesem Stereotyp ab. Und was noch verrückter ist: Gruppen des Rechten Sektors unterstützen auch die tschetschenischen Terroristen und haben bereits mit diesen zusammen im Kaukasus gekämpft (siehe Seite 28, Infobox). Wie geht das zusammen, Nazis plus Zionisten plus Islamisten in einer Front – also drei Gruppen, die sich ansonsten auf den Tod bekämpfen? Offensichtlich ist es nicht Ideologie, die den Klebstoff für dieses synthetische Bündnis abgibt, sondern Geopolitik: Es geht gegen Russland, egal mit wem. Mit dieser Stoßrichtung bringt eine „dritte Macht“ Extremistenpack aus verschiedenen, ja gegensätzlichen Lagern zusammen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich unter dieser „dritten Macht“ genau jene vorzustellen, die sich die Reichtümer Eurasiens unter den Nagel reißen wollen. Diese Leute verehren weder Hitler noch Stalin, sie beten weder zu Gott noch zu Jahwe noch zu Allah – sie huldigen allein dem Mammon und dem Profit.

(Zitat COMPACT 4/2014) – Den Artikel vollständig lesen in der Printausgabe von COMPACT – hier bestellen.

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