Kiew kündigt Unterdrückung von Russen an / US-Handel mit Russland floriert – EU bezahlt die Zeche

West-Ukraine: Gläubige verjagen „Rechten Sektor“ aus besetzter Kirche
Bild: © REUTERS/Antonio Bronic –

Rund 300 Anhänger der Ukrainischen Kirche des Moskauer Patriarchats haben im Westen der Ukraine eine der beiden Kirchen, die in der vergangenen Woche von Anhängern des Kiewer Patriarchats und Schlägern der Extremistenorganisation „Rechten Sektors“ besetzt worden waren, wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

© Verteidigungsministerium – Ostukraine: Artillerieschlag gegen orthodoxe Kirche

Etwa 300 orthodoxe Christen aus den umliegenden Ortschaften haben die Kirche im Dorf Ptitschja am Samstag befreit, teilte Erzpriester Anatoli Bogdanow von der Weißrussisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats mit. Die Angreifer hätten sich mit Tränengas und Feuerlöschern gewehrt, konnten jedoch aus den besetzten Gebäuden verdrängt werden, zitierte ihn das kirchliche Informationsportal Sobor.by. Die Kirchengemeinde bereite eine Gerichtsklage vor.

Anhänger des Kiewer Patriarchats und Extremisten des „Rechten Sektors“ hatten in der Nacht zum 26. Dezember im Gebiet Rowno im Nordwesten der Ukraine zwei Gotteshäuser unter ihre Kontrolle gebracht, die der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (Teil der Russisch-Orthodoxen Kirche in der Ukraine) gehören. Der Angriff auf eine weitere Kirche konnte von Gemeindemitgliedern abgewehrt werden.

Fitch senkt Ausblick für 20 russische Banken auf „negativ“

© Sputnik

Die internationale Ratingagentur Fitch hat den Ausblick für die Bonität von 20 russischen Banken von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Das teilte die Agentur am Montag mit.

Betroffen sind unter anderem die Moskauer Kreditbank, die Bank St. Petersburg, Zenit, Absolut, die LOKO-Bank, die Moscow Narodny Bank, die Expo-Bank und die Uraltransbank. Ihre Entscheidung begründete die Agentur mit einer möglichen ökonomischen Rezession in Russland, einer starken Abwertung des Rubels und mit der steigenden Inflation.

Fitch geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Russlands im kommenden Jahr um 2,8 Prozent schrumpfen wird. Sollten die Weltmarktpreise für Öl weiter sinken und der Westen seine Sanktionen gegen Russland verschärfen, könne die Rezession noch schlimmer werden, meinen Fitch-Analysten.

Zugleich beließ Fitch die langfristige Kreditwürdigkeit der Novikombank und der Universal Bank bei „B“ unverändert. Der Ausblick sei in beiden Fällen „stabil“. Die Bewertung für die Promsvyazbank wurde zurückgerufen.

Im vergangenen März hatte die Agentur bereits den Ausblick für Ratings Russlands auf „negativ“ gesenkt. Eine Neubewertung ist für Januar 2015 geplant.

China erlaubt Währungs-Swap mit dem russischen Rubel

Der Yuan wird dem Dollar immer gefährlicher. (Foto: dpa)Der Yuan wird dem Dollar immer gefährlicher. (Foto: dpa)

Peking 29. Dezember 2014 (Deutsche Wirtschafts Nachrichten/IRIB)

Ab heute erlaubt China den Tausch der eigenen Währung Yuan mit dem russischen Rubel, Malaysias Ringgit und dem neuseeländischen Dollar. Damit bringt China den Yuan als Weltwährung voran und hilft Russland, die Rubelkrise zu überwinden.

Langfristig wird bereits über die Möglichkeit spekuliert, das Russland und China eine gemeinsame Währung einführen, um den Dollar signifikant zu schwächen. „Unternehmen erhalten auf diese Weise bessere und effizientere Handelsmöglichkeiten und können den US-Dollar komplett umgehen“, kommentierte Ju Wang von der HSBC Holdings in Hong Kong diese Maßnahme.

Der US-Blog Zero Hedge schreibt über den chinesisch-russischen Währungs-Swap, dass sich immer deutlicher die Nachteile der amerikanischen Strategie zeigen, den Ölpreis niedrig zu halten und der russischen Wirtschaft nachhaltig zu schaden. Mittlerweile gerate nämlich auch die eigene Schieferöl-Industrie in Gefahr. Zudem würden die USA Russland und China auf diese Weise strategisch und geldpolitisch immer weiter zusammenschweißen. „Eines Tages“, schreibt Zero Hedge, „so wie wir es bereits vorausgesagt haben, werden Russland und China eine gemeinsame Währung ausrufen. Diese wird gedeckt sein durch Chinas gigantische Gold-Reserven sowie Russlands Wirtschaftsgüter.“

Polen verliert durch Russlands Importstopp mehr als eine Milliarde US-Dollar
© Sputnik/ Filip Klimashevsky –

Durch die EU-Sanktionen gegen Russland und die russischen Gegensanktionen im Jahre 2014 erleiden die polnischen Landwirte laut der Handelsvertreterin Russlands in Polen, Jekaterina Beljakowa, beträchtliche Verluste.

© Sputnik/ Igor Zarembo – Russland-Sanktionen: Polen rechnet 2014 mit $700 Mio. Exportverlust

Seit dem 1. August importiert Russland fast kein polnisches Gemüse und Obst mehr. Polen beantragte bei der EU, die Verluste seiner Landwirte zu kompensieren. Am 7. August verbot Russland den Import einer Reihe von Waren aus den Ländern, die gegen Russland Sanktionen verhängt hatten. Auf der Verbotsliste landeten Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie Obst, Käse, Milchprodukte, Nüsse und andere Nahrungsmittel aus den USA, den EU-Ländern sowie aus Kanada, Australien und Norwegen.

„Die russischen Gegensanktionen haben bereits den Export polnischer Nahrungsmittel nach Russland deutlich verringert. Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2014 hat sich der Import von Fleisch und Fleischprodukten aus Polen um 73,6 Prozent, von Obst – um 34,5 Prozent, von Gemüse – um 31,3 Prozent  und  von Milchprodukten um 16,5 Prozent reduziert. In absoluten Werten bedeutet dies eine Gesamtverringerung des russischen Imports aus Polen zwischen Januar und  Oktober 2014 um 335 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vergleichszeitraum des vorigen Jahres. Im Ergebnis hat sich Russlands Import polnischer Nahrungsmittel um 22,9 Prozent verringert“, sagte Beljakowa. Nach ihren Worten „ist zu erwarten, dass die gesamte Verringerung des polnischen Imports der genannten vier Warengruppen im Jahr 2014 eine Milliarde US-Dollar überschreiten wird.“

Aber auch polnische Transportunternehmen, die den größten Teil (rund 60 Prozent) der polnischen Nahrungsmittel nach Russland befördern, erleiden der Handelsvertreterin Russlands in Polen zufolge beträchtliche Verluste. Nach einigen Schätzungen sollen diese Verluste im Jahr 2014 etwa 250 Millionen Euro betragen, äußerte Beljakowa.

„Es ist erstaunlich, dass die Polen unter solchen Umständen zum Vortrupp der Anhänger und Initiatoren der Anwendung möglichst harter Maßnahmen gegenüber Russland gehören. In Polen sind Stimmen von Politikern und Experten zu hören, die zu Sanktionen gegen Russland in den empfindlichsten Bereichen, wie etwa im Bereich der Hochtechnologien und im militärtechnischen Bereich, aufrufen. Es ist bemerkenswert, dass solche Aufrufe in einem Land zu hören sind, das in Bezug auf die Innovationsentwicklung der Wirtschaft einen der letzten Plätze belegt.“

Gleichzeitig sind die Warenlieferungen von Russland nach Polen von den antirussischen Sanktionen nur wenig betroffen.  „Diese Lieferungen, die zu fast 90 Prozent aus Energieträgern bestehen,  sind in ihren Umfängen viel stärker von den polnischen Bedürfnissen determiniert. Die Senkung deren Kosten geht vorwiegend auf die Senkung der globalen Erdölpreise zurück. Die Bestrebung Polens, die Quellen der Energieträgerimporte zu differenzieren, hat sich bisher nicht in einer spürbaren Verringerung der Lieferungen dieser Warengruppe aus Russland ausgedrückt“, so Beljakowa.

Frankreichs Landwirte sehen ohne Russland keine Zukunft für sich
© Sputnik/ Grigorij Sysoew –

Der russische Einfuhrstopp für EU-Lebensmittel hat die französische Landwirtschaft stark getroffen, wie der Präsident des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Xavier Beulin, der Zeitung „La Croix“ (Montagausgabe) sagte.

Russlands Importverbot für Lebensmittel

Auf Russland entfallen ihm zufolge zehn Prozent des französischen Agrarexports. „Das russische Lebensmittel-Embargo hat einen schweren Schlag versetzt. Dieser diplomatische Konflikt hat schwerwiegende Folgen für die französischen Farmer.“2013 hatte Frankreich landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 750 Millionen Euro nach Russland ausgeführt. Der Einfuhrstopp traf insbesondere Hersteller von Obst, Gemüse, Fleisch und Milcherzeugnissen.

© Sputnik/ Alexandr Kryazhev – Russischer Importstopp: Frankreichs Bauernverband warnt vor Krise in Europa

Beulin hat nach eigenen Worten im August in einem Brief an Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande die Situation in der heimischen Landwirtschaft dargelegt. Zweimal habe er sich mit dem russischen Botschafter in Paris getroffen. Zudem wandte er sich an die Welthandelsorganisation WTO.

Frankreich bemühe sich nun um alternative Absatzmärkte. „Wir versuchen, Äpfel und Birnen in die Maghreb-Staaten zu exportieren“, sagte er. Die Verhandlungen erweisen sich aber schwieriger als gedacht. Zudem sei es schwer, in kurzer Zeit Veterinärzeugnisse für Fleischprodukte zu erhalten.„Das Einzige, was uns heute aus der Sackgasse helfen kann, ist eine Wiederherstellung der Beziehungen mit Russland“, so Beulin „Ohne Russland kann ich mir die Zukunft der französischen Landwirtschaft nicht vorstellen.“

Putin erstaunt über wachsenden Handelsumsatz zwischen Russland und USA
Putin erstaunt über wachsenden Handelsumsatz zwischen Russland und USA

STIMME RUSSLANDS Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich erstaunt gezeigt über den wachsenden Handelsumsatz zwischen Russland und den USA. „Dagegen war der Warenumsatz zwischen Russland und der Europäischen Union um 4,3 Prozent geschrumpft“, sagte Putin am Montag bei einem Treffen mit Vertretern der Föderalversammlung in Moskau.

Mit einigen EU-Ländern sei ein Rückgang um sieben, acht oder zehn Prozent registriert worden. „Aber es gibt auch positive Momente, darunter eine siebenprozentige Zunahme des Warenumsatzes mit den USA. Die Importe aus den Vereinigten Staaten wuchsen sogar um 23 Prozent… Von Ländern der asiatisch-pazifischen Region ganz zu schweigen: Der Handel steigt ebenfalls. Aber in den Beziehungen zu unserem wichtigsten Partner Deutschland ist eine Degradierung zu verzeichnen: Der Warenumsatz verringerte sich um 3,9 Prozent, die Importe aus Deutschland gingen ebenfalls zurück“, sagte der russische Präsident.

Poroschenko will Krim-Bewohner mit russischem Pass „anders behandeln“
© Sputnik

Die Einstellung zu Krim-Bewohnern, die die russische Staatsbürgerschaft erhalten haben, wird anders sein als zu jenen, die den russischen Pass abgelehnt haben. Das erklärte der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko am Montag auf einer Pressekonferenz in Kiew.

© Sputnik/ Mikhail Voskresensky – Jubel nach Referendum: Krim stimmt für Russland-Beitritt

„Jene, die auf dem Territorium der Ukraine leben und arbeiten, sollen alle Rechte als Bürger der Ukraine genießen. Aber an die Krim-Bewohner mit russischem Pass werden wir ganz anders herangehen. Das kann ich Ihnen versprechen“, betonte Poroschenko.Die Schwarzneerhalbinsel Krim und die Stadt Sewastopol waren nach einem Referendum im vergangenen März in den Staatsverband Russlands aufgenommen worden. Von rund zwei Millionen hatten nur 3427 Einwohner die russische Staatsbürgerschaft verweigert. Kiew erkennt die Wiedervereinigung der Krim mit Russland nicht an und betrachtet die Halbinsel weiter als sein Territorium.

Poroschenko droht mit Kriegszustand bei Bruch der Waffenruhe

© Sputnik/ Nikolay Lazarenko –

Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko will einen Kriegszustand verhängen, sollte der Friedensprozess mit den abtrünnigen Regionen im Osten des Landes abgebrochen werden.„Der Kriegszustand wird sofort verhängt, wenn Kampfhandlungen losgehen sollten“, sagte Poroschenko am Montag in Kiew. Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat in Kiew habe bereits einen Plan für eine Umstellung auf Kriegswirtschaft erörtert. Auch gebe es einen „exakten Plan“ für den Fall, dass der Friedensprozess abgebrochen würde. „Ich kann versprechen, dass der Kriegszustand sofort eintreten würde“, so Poroschenko. Zugleich äußerte er, dass es für den Konflikt in der Ost-Ukraine keine militärische Lösung gebe.Der militärische Konflikt in der Ost-Ukraine war kurz nach dem Februar-Umsturz in Kiew ausgebrochen. Die neue Regierung schickte im April Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Umsturz nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen Militär und Volksmilizen sind laut UN-Angaben bislang mehr als 4700 Zivilisten ums Leben gekommen.

© REUTERS/ Antonio Bronic – Nur einseitige Waffenruhe in Donbass? Milizen melden Angriffe des Militärs

Am 5. September einigten sich die ukrainische Regierung und die Führungen der abtrünnigen Regionen bei Friedensgesprächen in Minsk unter Vermittlung Russlands auf einen Waffenstillstand, Gefangenenaustausch und weitere Schritte zu einer friedlichen Konfliktlösung. Die Waffenruhe wurde jedoch immer wieder von beiden Seiten gebrochen. Insbesondere nach den Wahlen in den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk, die Kiew nicht anerkannt hat, wurden die Kämpfe intensiviert. Ab dem 9. Dezember wurde erneut ein Waffenstillstand vereinbart, der bislang weitgehend eingehalten wird.

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