Kolonialismus: verbreitete Straflosigkeit bei Gewalt & Mord an Journalisten in Mexiko

Mexiko-Stadt 23. April 2014amerika21.de

Mit 16 ermordeten Journalisten in den vergangenen zehn Jahren und einem Mordfall in diesem Jahr ist Mexiko laut dem Globalen Index der Straflosigkeit 2014 für Pressearbeiter das gefährlichste Land Lateinamerikas. Der Index, der vom Commitee to Protect Journalists (CPJ) mit Niederlassung in New York veröffentlicht wird, erfasst die Fälle von ermordeten Journalisten, in denen die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Mexiko landet im aktuellen Ranking weltweit auf dem siebten Platz.

In den Fällen der 16 ermordeten mexikanischen Journalisten sind die Täter trotz zahlreicher Proteste der Zivilbevölkerung und von Berufskollegen nicht festgenommen worden. Die Opfer waren Berichterstatter, die über Korruptionsfälle und über die organisierte Kriminalität in lokalen und regionalen Zeitungen berichteten. Viele hatten zuvor Morddrohungen erhalten, einige von ihnen wurden zuerst entführt und später tot aufgefunden. Dem CPJ-Bericht zufolge wurden 89 Prozent der Morde an Journalisten in Mexiko nicht aufgeklärt. In 79 Prozent dieser Mordfälle lässt sich ein Zusammenhang zur organisierten Kriminalität vermuten oder belegen.

In diesem Jahr wurde ein Mordfall an einem Journalisten registriert. Die Leiche von Gregorio Jímenez de la Cruz, der für die lokalen Zeitungen Notisur und Liberal del Sur in Veracruz schrieb, wurde am 11. Februar im einen illegalen Massengrab aufgefunden. Jímenez de la Cruz berichtete zum Zeitpunkt seines Todes über Mordfälle an Migranten in der Region. Seine Witwe berichtete von Morddrohungen, die er kurz von seinem Tod bekommen habe. Nichtdestotrotz hat der Staatssekretär der Regierung von Veracruz, Erick Lagos, bei einem Fernsehinterview behauptet, dass Jímenez de la Cruz auf Grund von Nachbarstreitigkeiten ermordet worden sei.

Das Commitee to Protect Journalists betont in seinem Bericht aber auch eine leicht positive Entwicklung im Zusammenhang mit einem 2013 in Kraft getretenen neuen Gesetz, das den Staatsanwälten mehr Entscheidungsbefugnisse gewährt. Dieses neue juristische Mittel fordert auch, dass Staatsbeamte regelmäßig über ihre Ermittlungen Rechenschaft ablegen. Dennoch habe es bisher keine Fortschritte bei den Ermittlungen in den Fällen der 17 ermordeten Journalisten gegeben, so das CPJ. Der Bericht kommt zur Schlussfolgerung, dass der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto scheinbar nicht in der Lage ist, die Gewalt und die Straflosigkeit im Land zu stoppen. (cpj/nodal)

Bildquelle: Nora Hinojo
http://subversiones.org/archivos/20167

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