Kolumbien: 78 ermordete Menschenrechtsaktivisten 2013

Bogotá. Das Jahr 2013 war ein tödliches Jahr für Menschenrechtsverteidiger, so der neue Bericht „D de Defensa“ der kolumbianischen Nichtregierungsorganisation „Somos defensores“. 78 Menschenrechtsaktivisten wurden ermordet, gegen 39 wurde ein Attentat verübt und über 200 wurden bedroht. Dabei ist gerade bei den Morden die Straflosigkeit allgegenwärtig. Seit 2009 wurden 219 tödliche Angriffe registriert, nur bei sechs davon kam es zu einer Verurteilung der Verantwortlichen. Insgesamt wurden 366 Straftaten an Menschenrechtsaktivisten verübt, also jeden Tag im Jahr eine.

Bei den Ermordungen bedeutet dies einen Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überhaupt ist es die höchste Mordrate, die in den vergangenen zehn Jahren aufgezeichnet wurde. Am meisten betroffen sind Gemeindeführer, Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, Indigene und jene, die sich für die Landrückgabe einsetzten. Einige Departemente, wie etwa Córdoba, Caldas, Tolima, César, Sucre und Norte de Santander sind neu auf den Radar gerückt, während andere wie Antioquia und Cauca schon lange als Risikoregion gelten. Der Grossteil der Ermordeten waren einfache Leute aus entlegenen Zonen des Landes. So gut wie alle Opfer wurden in ihrem eigenen Zuhause ermordet, meistens im Beisein von Familienmitgliedern.

Der Bericht kommt zum Schluss, dass 2013 das wahre Gesicht der Regierung Santos zum Vorschein kam. Während 148 Tagen, fast fünf Monaten, gab es soziale Proteste. Die Antwort darauf war zuerst Ignoranz und dann rohe Polizei- und Militärgewalt. Quelle: ask

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