Malaysia kritisiert Kiew wegen MH17 & will UN-Blauhelme an Absturzstelle

Schuldfrage des Abschusses noch immer offen. Kuala Lumpur 27. September 2014 (dpa/IRIB)

Malaysia will die Entsendung von UN-Friedenstruppen zu der Absturzstelle des Malaysia Airlines Flugs MH17 in der Ostukraine.

Verkehrsminister Liow Tiong Lai warf der Regierung in Kiew vor, sie habe bislang ihre Versprechungen nicht erfüllt, dass die Ermittler die Absturzzone sicher betreten könnten. «Wir bedauern die Haltung der ukrainischen Regierung», sagte er am Samstag laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Bernama. «Ich werde die UN bitten, sofort zu handeln», sagte Liow Tiong Lai. Die Blauhelme sollten sicherstellen, dass internationale Ermittler dort wieder Zugang erhielten. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jatzenjuk hatte am Rande der UN-Vollversammlung den Malaysiern erklärt, die Absturzstelle sei trotz der ausgehandelten Waffenruhe noch unsicher.

MH17-Katastrophe: „Volksrepublik Donezk“ verspricht Ermittlern Sicherheit am Absturzort

MH17-Katastrophe: „Volksrepublik Donezk“ verspricht Ermittlern Sicherheit am Absturzort

STIMME RUSSLANDS Mehr als zwei Monate nach dem Absturz des malaysischen Verkehrsflugzeugs in der Ost-Ukraine hat die von Kiew abtrünnige „Volksrepublik Donezk“ (VRD) internationale Experten erneut aufgerufen, den Ort der Katastrophe zu besuchen, und ihnen Sicherheit versprochen.

Der VRD-Premierminister Alexander Sachartschenko mutmaßte am Freitag, dass die Sicherheit nicht der Grund sei, warum sich die Experten dem Absturzort fernhielten. „Wir haben schon mehrmals gesagt, dass wir bereit sind, die Sicherheit der Experten zu gewährleisten. Dennoch sitzen sie weiter in Kiew“, sagte Sachartschenko zu RIA Novosti.

Zuvor wurde bekannt, dass die meisten der australischen, malaysischen und niederländischen Experten demnächst die Ukraine verlassen wollen. Ein kleines Team soll bis Winter in Kiew bleiben – in der Hoffnung, doch zum Absturzort reisen zu dürfen. Laut dem malaysischen Regierungschef Najib Razak sind die ukrainischen Behörden nicht in der Lage, den Experten einen sicheren Zugang zum Absturzort zu verschaffen. Razak schloss entsprechende Verhandlungen mit Volksmilizen, die die Gegend kontrollieren, nicht aus.

Die Boeing mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen warfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

Die Niederlande, die die Ermittlungen leiten, veröffentlichten am 9. September einen Zwischenbericht zur Katastrophe. Darin hieß es, dass die Passagiermaschine der Malaysia Airlines „von einer großen Anzahl an hochenergetischen Objekten“ getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Der endgültige Bericht soll binnen einem Jahr nach dem Flugzeugabsturz veröffentlicht werden.

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