Mehr als 400 tote Tiere – Geheimnisvolles Delfinsterben vor Peru

Zwei Aasgeier auf einem Delfin-Kadaver am Pazifik-Strand von Puerto Eten (Peru). Allein im ersten Monat des Jahres wurden über 400 Meeressäuger angespült, dieses Tier starb am 4. Januar.Zwei Aasgeier auf einem Delfin-Kadaver am Pazifik-Strand von Puerto Eten (Peru). Allein im ersten Monat des Jahres wurden über 400 Meeressäuger angespült, dieses Tier starb am 4. Januar. Foto: AP/dpa

4. Feb. 2014 – Lima (Lambayeque) – Bild.de

Ein toter Delfin liegt am Pazifik-Strand in Peru, über den Kadaver machen sich zwei Aasgeier her. 400 Tiere wurden hier im Januar tot angeschwemmt – warum, ist unklar. Jetzt sollen die Meeressäuger zur Obduktion.

Die Menge der Kadaver in ist erschreckend. 200 tote Delfine in den drei ersten Januarwochen, dann noch einmal 220 allein in der letzten Woche des Monats.

Damit starben in einem einzigen Monat fast halb so viele Tümmler wie im ganzen Jahr 2012. Damals wurden 870 Tiere tot angeschwemmt, ebenfalls in der Region Lambayeque (Peru) .

Auch dieses erste Massensterben ist bis heute mysteriös. Meereswissenschaftler konnten die Ursache nie bestimmen, obwohl sie alle 870 Kadaver untersuchten.

Jetzt wollen die Forscher vom peruanischen Institut für Meeresbiologie (Imarpe) endlich Klarheit, obduzieren auch die im Januar angeschwemmten Tiere. Sie untersuchen vor allem Lungen, Nieren und Lebern der Delfine.

Ein toter Delfin am Strand von Puerto Etean (Peru). Der Kadaver wurde am 4. Januar angeschwemmt – einer von mehr als 400 im ganzen Monat.Ein toter Delfin am Strand von Puerto Etean (Peru). Der Kadaver wurde am 4. Januar angeschwemmt – einer von mehr als 400 im ganzen Monat.

Foto: AP/dpa

Über Gründe für die geheimnisvollen Tode gibt es viele Spekulationen:

► Biotoxine haben die Tiere vergiftet. Das sind schädliche Stoffe, die von lebenden Organismen (u.a. Pilze, Bakterien) produziert werden.

► Seismische Experimente haben sie in die Irre getrieben. Umweltschützer warnen, dass das empfindliche Gehör der Meeressäuger durch militärische Schall-Experimente und Unterwasser-Explosionen (u.a. für Ölbohrungen) gestört wird. Da sich die Tiere auch an Geräuschen orientieren, können sie dadurch versehentlich an Land getrieben werden.

► Sie haben im Meer schwimmende Plastikteilchen verschluckt. Laut Meeresbiologe Yuri Hooker von der Cayetano-Heredia-Universität Lima (Peru) eine häufige Todesursache von Delfinen.

► Außerdem könnte eine bisher unbekannte Krankheit die Delfine dahingerafft haben.

Welcher Grund für das aktuelle Delfinsterben von Lambayeque zutrifft, ist möglicherweise in zwei Wochen klar.

Dann sollen die Ergebnisse der aktuellen Obduktionen vorliegen.

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