Menschenhandel in Mexiko nimmt enorm zu

20.000 Kinder in Mexiko werden jährlich Opfer von sexueller Ausbeutung

22. März 2014 – Mexiko-Stadt – amerika21.de – 

Der Menschenhandel und die damit verbundene sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern sind nach offiziellen Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt um 140 Prozent gestiegen. Demnach werden laut Berichten der Drogenbehörde der UNO und des US-Außenministeriums über Menschenhandel jedes Jahr 20.000 Kinder in Mexiko Opfer von sexueller Ausbeutung und allein zwischen 2005 und 2008 wurden dreihundert Fälle von organisiertem Menschenhandel bekannt.

Diese alarmierenden Zahlen führten dazu, dass in der vergangenen Woche in Mexiko-Stadt ein neues Gesetz zum „Schutz vor sexueller Ausbeutung und Menschenhandel“ in Kraft trat. Ziel ist es vor allem, den psychischen und sozialen Schaden, den die Opfer erleiden, zu mindern und deren Menschenrechte zu schützen. Weiter soll eine bessere Infrastruktur und Kommunikation geschaffen werden, um die verschiedenen Institutionen zu koordinieren, die sich mit den Fällen beschäftigen oder mit den Opfern zu tun haben.

Menschenhandel sei das zweitlukrativste Geschäft in Mexiko nach dem Drogenhandel und daher im ganzen Land und vor allem an den Landesgrenzen zu den USA und Guatemala sowie in touristischen Gegenden weit verbreitet. Der Anwalt und ehemalige Generalstaatsanwalt Jorge Lara Rivera erklärt, dass viele Fälle nicht gemeldet würden und somit eine hohe Dunkelziffer existiere. Dies erschwere es zusätzlich die Dimensionen des Phänomens zu erkennen. „Es ist tatsächlich ein sehr großes Problem, das vor allem die öffentliche Sicherheit betrifft“, so Rivera.

Am meisten werden Frauen, Minderjährige, Indigene sowie Migranten und Migrantinnen Opfer der Verbrechen. Fokussiert wird nun vor allem auf eine Resozialisierung und psychologische Betreuung der Opfer. Bereits 2008 wurde ein Gesetz zur Prävention und Sanktionierung des Menschenhandels erlassen. Jenes Gesetz hat allerdings nachweislich keine Besserung der Situation gebracht, da die Finanzierung nicht geklärt wurde. Eine spezifische und klare gesetzliche Regelung zur Behandlung von Opfern des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung existiert außerdem nur in zwei von 32 mexikanischen Bundesstaaten. (sinembargo/trata)

Bildquelle: cosecharoja.org

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