MH-17: Piloten beklagten GPS-Störung

War es wieder eine tragische Fehlleistung der ukrainischen Militärs?

STIMME RUSSLANDS Am Tag der Katastrophe des malaysischen Liners in der Ukraine hatten Einheiten der Luftabwehr der ukrainischen Streitkräfte die Entriegelung des Startsystems trainiert: eine außeretatmäßige Situation während des Trainings könnte die Ursache für die Tragödie mit der Boeing sein, teilte eine Quelle in einer der Behörden der Ukraine gegenüber RIA Novosti mit.

Die Boeing, die von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, verunglückte am 17. Juli im Gebiet Donezk. An Bord des Liners befanden sich 298 Personen, alle kamen ums Leben. Die Kiewer Behörden erklärten, dass Volksmilizen schuld an der Katastrophe seien. Jene erklärten ihrerseits, dass sie über keine Mittel verfügten, die imstande wären, ein in einer solchen Höhe fliegendes Flugzeug abzuschießen.

Luftabwehrübung inklusive Entriegelungsschlüssel

„Am 17. Juli wurde der Kommandeur des 156. Fla-Raketenregiments angewiesen, ein Training der Gefechtsbesatzungen zwecks Luftsicherung einer Gruppierung der Landstreitkräfte in einem Vorort von Donezk durchzuführen, die Abteilungen aufzustellen, das Verfolgen von Zielen einzuüben und den gesamten Algorithmus für die Begleitung und bedingte Bekämpfung von Zielen mit einer Rakete der Fla-Raketenanlage ‚Buk-M1’ auszuführen“, erzählte der Gesprächspartner der Agentur. Seinen Worten zufolge war, ungeachtet der Tatsache, dass an die Batteriechefs Entriegelungsschlüssel für die Durchführung von Starts ausgegeben worden waren, kein realer Start einer Rakete 9M38M1 vorgesehen gewesen.

„Zur Mitwirkung am Training waren zwei Su-25 Flugzeuge vom Luftstützpunkt Kulbakino der 229. Brigade der taktischen Luftstreitkräfte in Nikolajew nach Dnepropetrowsk entsandt worden. Ihnen war die Aufgabe gestellt worden, die Luftaufklärung durchzuführen und Kontrollziele im Konzentrierungsraum der Gruppierung der Antiterroristischen Operation (ATO) westlich von Donezk zu kennzeichnen“, teilte die Quelle mit. „Nachdem eines der Flugzeuge den Ortungsbereich der Fla-Raketenanlage ‚Buk’ erreicht hatte, wurde es von einer Gefechtsbesatzung der Batterie, die in der Nähe der Ortschaft Saroschtschenskoje stationiert war, zwecks Zielbegleitung übernommen. Allem Anschein nach fielen die Flugrouten der malaysischen Boeing und der Su-25, ungeachtet unterschiedlicher Flughöhe, nach einiger Zeit zusammen und erschienen am Bildschirm wie ein größerer Punkt, was sich für die Zivilmaschine als fatal erwiesen hat: Im Augenblick des Zusammenlaufens von Zielen stellt sich das Begleitsystem automatisch auf die Führung jenes Ziels um, welches die größte Fläche aufzuweisen hat“, stellte die Quelle fest.

Dabei war sie außerstande, den Grund für den nicht sanktionierten Raketenstart zu erklären. „Mit dieser Frage beschäftigen sich Mitarbeiter des SDU, die gegen halb zehn abends den Batteriechef und die Besatzung geholt haben“, führte der Mann aus und fügte hinzu, dass er über keine Angaben verfüge, welche den Verlauf von Untersuchungen betreffen. „Seit 2001 war nach der Tragödie mit der russischen Tu-154 über dem Schwarzen Meer für alle praktischen Übungen unter Einsatz von ‚Buk’ ein Verbot verhängt worden. Dementsprechend verfügen die Militärangehörigen nur über die Praxis bei der Wartung der Anlage und über die Fertigkeiten im Fahren“, nahm die Quelle in einer Behörde der Staatsgewalt der Ukraine an und unterstrich dabei, dass dies seine persönliche Meinung sei.

Während einer Übung der Luftverteidigungskräfte der Ukraine im Jahre 2001 war mit einer Rakete des Komplexes S-200 ein russisches Passagierflugzeug vom Typ Tu-154 abgeschossen worden, das auf der Route Tel Aviv – Nowosibirsk unterwegs gewesen war. 78 Personen, 66 Fluggäste, von denen die meisten Staatsbürger Israels waren, und 12 Besatzungsmitglieder, kamen dabei um. Die Gerichte in der Ukraine weigerten sich, die Mittäterschaft der ukrainischen Militärs an dieser Tragödie anzuerkennen.

Vermutlicher Boeing-Abschuss: Rosaviazia fordert Suche nach Raketentrümmern

STIMME RUSSLANDS Nach dem Absturz der malaysischen Boeing 777 im ostukrainischen Gebiet Donezk hat die russische Luftfahrtbehörde Rosaviazia die Ukraine aufgefordert, die Suche nach Trümmerteilen der Rakete zu organisieren, mit der die Verkehrsmaschine vermutlich abgeschossen wurde.

Die ukrainischen Behörden seien verpflichtet, eine Suchaktion zu organisieren, unabhängig davon, ob sich der Abschuss bestätigen werde, sagte Rosaviazia-Chef Alexander Neradko am Freitag. Da die Absturzstelle auf dem Festland sei und die Schussweite (der mutmaßlichen Rakete) unter 50 Kilometer liege, könnte die Suchaktion wirksam sein und es ermöglichen, die Schuldigen zu identifizieren. Wenn das ukrainische Militär von der Wahrscheinlichkeit eines Buk-Einsatzes gewusst hätte, hätte es sowohl die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) als auch alle Flugzeuge über dem gefährlichen Gebiet informieren müssen, so Neradko weiter. „Das wurde aber nicht getan.“

Die Boeing 777 der Malaysian Airlines war am 17. Juli aus bisher ungeklärter Ursache im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region liefern sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner seit Monaten heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

Wenige Stunden nach der Katastrophe schrieb Anton Geraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers Arsen Awakow, auf Facebook, dass die Boeing mit einer Flugabwehr-Rakete vom Typ Buk abgeschossen worden sei. Die Quelle für seine Behauptungen nannte er nicht. Am 21. Juli, noch vor Beginn der Ermittlungen, behauptete der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk, ebenfalls ohne Quellenangabe, dass der Jet mit einer Buk-Rakete abgeschossen worden sei. RIA Novosti / STIMME RUSSLANDS

Russische Luftfahrtbehörde: Piloten meldeten vor Absturz Störungen im GPS

STIMME RUSSLANDS Die Ukraine soll Informationen darüber zur Verfügung stellen, ob am Tag des Absturzes der malaysischen Boeing in der Ostukraine Mittel zur Erzeugung von Störungen des Navigationssystems GPS eingesetzt wurden. Dieser Ansicht ist die russische Luftfahrtbehörde Rosaviazija.

„Zuvor hatte die Behörde von Besatzungen russischer Flugzeuge Informationen über Störungen in der Funktion von GPS über dem Territorium der Ukraine erhalten“, sagte Rosaviazija-Chef Alexander Neradko am Freitag gegenüber Journalisten.

Bekanntlich hatten die ukrainischen Fluglotsen der Boeing ein Abweichen vom Kurs erlaubt, woraufhin die Maschine nördlicher flog, in Richtung der Zone intensiver Kampfhandlungen.

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