nach Einführung der Reisefreiheit: Massenauswanderung aus Kuba bleibt aus

Havanna. Gut ein Jahr nach Inkrafttreten der neuen Reisegesetze hat die kubanische Regierung erste Zahlen vorgelegt. Demnach haben 184.787 Kubaner bereits von der Neuregelung Gebrauch gemacht. Insgesamt wurden bis zum 30. November vergangenen Jahres 257.518 Auslandsreisen unternommen. Das entspricht einem Anstieg um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Mehrzahl von ihnen führte in die USA, Mexiko und Spanien.

Seit dem 14. Januar 2013 können Kubaner ohne vorherige Genehmigung das Land verlassen, Reisepässe werden seitdem gegen konvertible Pesos ausgestellt. Auch müssen Kubanerinnen und Kubaner den Behörden des Landes kein Einladungsschreiben aus dem Zielland mehr vorlegen. Die maximale Aufenthaltsdauer im Ausland wurde von elf Monaten auf zwei Jahre verlängert.

Ein massenhafter Exodus, wie von einigen „Experten“ vorhergesagt, findet nicht statt. Von den 66.500 Kubanern, die 2013 in die USA verreist sind, kehrten bereits über vierzig Prozent wieder zurück. Die meisten von ihnen haben allerdings noch viele Monate Zeit, bis ihre kubanische Staatsbürgerschaft abläuft. Im selben Zeitraum immigrierten gut 44.000 Kubaner in die USA, entweder auf direktem Wege oder über Drittländer.

Derzeit laufen in Havanna Gespräche mit der US-Regierung, um Fragen der Migrationspolitik zu klären. Die bisherige „Wet-foot-dry-foot-Policy“ der USA gewährt jedem Kubaner, der einen Fuß auf nordamerikanischen Boden setzt, sofort die Staatsbürgerschaft sowie einige finanzielle Privilegien. Dadurch fühlen sich jedes Jahr einige tausend Kubaner ermuntert, den gefährlichen Weg nach Florida auf eigene Faust zu wagen – entweder mit improvisierten Booten, oder mit Hilfe von organisierten Schnellbooten, die gegen Bezahlung aus Miami anreisen. (mh/elpais)

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