NATO in Afghanistan: Journalisten-Verfolgung 2013 nochmals um 68% angewachsen

Afghanistan: Taliban greift Stellungen der Nationalarmee an

Kabul 30. Dezember 2014 – (IRIB)

Wie Radio Pashtu von IRIB meldete, behauptete der Taliban-Sprecher Zabihollah Mojahed, ein Stützpunkt der afghanischen Nationalarmee im Distrikt Saidabad (Provinz Wardak), südwestlich von Kabul, sei am Dienstag von einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug angegriffen worden. Mojahed fügte hinzu: „ Bei der Explosion kamen Dutzende Mitglieder der afghanischen Nationalarmee ums Leben.“ Bislang reagierte die afghanische Regierung nicht auf diese Nachricht.

30 Zivilisten bei Granatenangriffen im Süden Afghanistans getötet

Erneut starben Zivilisten bei einem AnschlagErneut starben Zivilisten bei einem Anschlag

Helmand 1. Januar 2015 – (IRIB)

Durch Granatenangriffe auf ein Dorf im Gebiet Sangin in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans sind letzte Nacht 30 Zivilisten ums Leben gekommen und weitere 40 verletzt worden.

Laut Xinhua sagte ein Verantwortlicher dieser Provinz, der anonym bleiben wollte: „Die meisten Opfer waren Gäste auf einer Hochzeit.“ Er fügte hinzu, dass sie bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Taliban-Kämpfern zwischen die Fronten geraten sind. Dieser Quelle zufolge befinden sich die Verletzten in kritischem Zustand und die Zahl der Opfer könnte noch steigen.

Das Gebiet Sangin im Norden von Lashkar Gah war in den vergangenen Monaten während des Abzugs der Nato-Kräfte immer wieder Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen den Taliban und afghanischen Sicherheitskräften. Den von UNO-Vertretern veröffentlichten Statistiken zufolge wurden vom 1. Januar bis 30. November 2014 bei Angriffen seitens der Taliban mehr als 3180 Zivilisten getötet und 6430 weitere verletzt.

Karsai: NATO-Strategie in Afghanistan war falsch
Hamed Karsai Hamed Karsai – Kabul 30. Dezember 2014 – (IRNA/IRIB)

Der ehemalige afghanische Präsident Hamed Karsai begrüßte die Beendigung des Einsatzes der ausländischen Truppen in seinem Land und bezeichnete die Strategie des 13-jährigen Krieges der ausländischen Truppen unter Führung der USA in Afghanistan als falsch.

Einem IRNA-Bericht zufolge hat das Pressebüro von Hamed Karsai heute (Dienstag) in einer Erklärung die Freude des ehemaligen afghanischen Präsidenten über die Beendigung des NATO-Einsatzes bekannt gegeben und unter Berufung auf Karsai geschrieben: „Der 13-jährige Krieg der NATO in  Afghanistan war aus strategischer Sicht falsch und ich habe mehrfach eine Korrektur gefordert.“ Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die NATO sich an ihre Abkommen mit Afghanistan halte und sagte: „Das afghanische Volk möchte Unterstützung, Ausbildung und Ausrüstung, und die USA und die NATO müssen dies beachten.“ Weiter sagte er, dass das afghanische Volk nicht mehr Zeuge von blutigen Auseinandersetzungen und der Tötung von Zivilisten sein möchte.“

Für Journalisten in Afghanistan war 2014 das blutigste Jahr
Viele afghanische Journalisten versuchen, Bilder von Anschlägen zu bekommen. (Symbolbild)Viele afghanische Journalisten versuchen, Bilder von Anschlägen zu bekommen. (Symbolbild)

Kabul 1. Januar 2015 – (IRIB/Tabnak)

2014 war für Journalisten in Afghanistan das blutigste Jahr, berichtet die  Medienbeobachtungsstelle dieses Landes.

Der Exekutivsekretär der Freien Medien Afghanistans, Sadighollah Tohidi, legte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz den Jahresbericht der Medienbeobachtungsstelle Afghanistans vor. Danach gab es 2014 125 Mißhandlungsfälle gegen Journalisten, acht Journalisten (6 ausländische und 2 afghanische) wurden ermordet , neun verletzt, 38 Fälle niedergeschlagen, zwanzig verhaftet und fünfzig bedroht. Diesem Bericht zufolge gehen 80 dieser 125 Fälle zu Lasten der afghanischen Regierung, 11 zu Lasten der Taliban, 5 zu Lasten der NATO-Streitkräfte und in 29 Fällen sind die Verursacher unbekannt. 2014 haben die Gewaltaktionen im Vergleich zum Vorjahr um 64% zugenommen. So gab es 2013 74 Fälle von Misshandlungen, während es 2014 125 waren.

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