Schock im WM-Ort Belo Horizonte: Brücke stürzt auf Autos

Zerquetscht

Wie lange die Aufräumarbeiten andauern werden, ist unklar. Foto: Paulo Fonseca (Bild: dpa)

Belo Horizonte 4. Juli 2014  (dpa)

Der WM-Spielort Belo Horizonte trauert nach dem Einsturz einer Brückenbaustelle um die zwei Todesopfer. Die schrecklichen Bilder vom Unglücksort versetzten nicht nur die 2,4-Millionen-Einwohnerstadt in einen Schockzustand.

Im Gastgeberland Brasilien erhielt die WM-Stimmung einen Dämpfer. In fünf Tagen findet in Belo Horizonte das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die Stadtverwaltung sieht das Spiel nicht gefährdet.

Am Donnerstagnachmittag war eine im Bau befindliche Brücke an der Avenida Pedro I. eingestürzt. Mindestens zwei Menschen kamen dabei offiziellen Angaben zufolge ums Leben, 22 weitere wurden verletzt. Doch das Unglück könnte möglicherweise noch mehr Opfer gefordert haben. In der Nacht dauerten die Bergungsarbeiten weiter an.

Zwei Lastwagen, die offenbar unter der Brücke abgestellt waren, wurden regelrecht zerquetscht. Ein Pkw wurde ebenfalls unter den Betonmassen begraben. Die Unglücksursache ist laut Belo Horizontes Bürgermeister Márcio Lacerda noch unklar. Er gehe jedoch von einem technischen Problem aus: «Sie werden sicherlich einen Konstruktionsfehler finden. Aber das ist jetzt nicht wichtig. Wichtiger ist, den Opfern zu helfen.» Das Unglück soll genau untersucht werden. Die Stadt ordnete eine dreitägige offizielle Trauer an.

Auch am Abend kamen Anwohner zu der Unglücksstelle an der Avenida Pedro I. Ein Bus, dessen vorderer Teil von der riesigen Last zerstört worden, stand dort, wo sonst der abendliche Verkehr fließt. Eines der beiden Todesopfer ist höchstwahrscheinlich die Fahrerin des Busses.

Die Rettungskräfte versuchten die ganze Nacht, sich Zugang zu den Wagen zu verschaffen, die unter den Trümmern begraben wurden. Dabei handelte es sich allesamt um Fahrzeuge auf einer Straßenseite. Teilweise voll besetzte Busse, Pkw und auch Zweiradfahrer konnten auf der Gegenseite stadtauswärts rechtzeitig stoppen, sonst wären die Folgen des Brückeneinsturzes womöglich noch verheerender geworden.

Auch Stunden nach dem tragischen Vorfall bot sich immer noch ein schreckenerregendes Bild an der Unglücksstelle. Im gleißenden Licht von riesigen Scheinwerfern standen schwere Räumfahrzeuge. Polizisten sperrten die Gegend weiträumig ab. Der Verkehr aus dem Stadtteil Pampulha oder in Richtung des WM-Stadions Estadio Mineirao wurde umgeleitet. Wie lange die Bergungs- und vor allem Aufräumarbeiten andauern werden, ist unklar.

«In diesem Moment des Schmerzes gilt meine Solidarität den Familien der Opfer», schrieb Staatspräsidentin Dilma Rousseff auf Twitter. Die Brücke war Teil der Infrastrukturprojekte, mit denen Belo Horizonte vor der WM aufgewertet werden sollte, doch wurde die Baustelle nicht rechtzeitig fertig.

Am Dienstag treffen in Belo Horizonte die Sieger der Viertelfinalpartien zwischen Brasilien und Kolumbien sowie Deutschland und Frankreich aufeinander. Die Unglücksstelle befindet sich etwa vier Kilometer vom Stadion entfernt. Es wird das insgesamt sechste WM-Spiel in der Stadt sein, in deren unmittelbarer Nähe die Auswahl Argentiniens ihr WM-Camp hat. Zudem waren in Belo Horizonte auch Chiles Fußballer untergebracht.

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