Tag-Archiv | Draghi

EZB senkt Leitzins auf 0,05 Prozent

Die Junker blasen zum Angriff: Die Rückkehr der Feudal-Herrschaft in Europa

In Europa überfordert, in China peinlich: Die nicht gewählten Führer der EU, Herman Van Rompuy und José Manuel Barroso, mit Chinas Premier Li Keqiang. Höhepunkt des Besuchs: Die obligate Pressekonferenz ohne Fragen. In der Zwischenzeit stellen in Europa ganz andere die Weichen für die neue Feudal-Herrschaft und die Umwandlung der Kontinents zu einer Kolonie. (Foto: dpa)In Europa überfordert, in China peinlich: Die nicht gewählten Führer der EU, Herman Van Rompuy und José Manuel Barroso, mit Chinas Premier Li Keqiang. Höhepunkt des Besuchs: Die obligate Pressekonferenz ohne Fragen. In der Zwischenzeit stellen in Europa ganz andere die Weichen für die neue Feudal-Herrschaft und die Umwandlung der Kontinents zu einer Kolonie. (Foto: dpa)

Eurovisionen – Die schwache Demokratie

Die Zentralbanker übernehmen das Kommando: Jörg Asmussen fordert in New York die Umsetzung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA. Mario Draghi bezeichnet Kritiker der EZB als Nationalisten. Parlamente in ganz Europa sind gelähmt. Sie greifen in finaler Panik in die Staatskasse. Die Morphinisten der Macht in Brüssel torkeln von Schlappe zu Schlappe. Die Folge wird das Ende der Demokratie sein – und die Rückkehr der Feudal-Herrschaft in Europa.

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Draghi straft deutsche Sparer: EZB senkt Leitzins auf 0,25 Prozent

Der Euro ist nach der Verkündung der Leitzins-Senkung eingebrochen. (Grafik:Bloomberg)Der Euro ist nach der Verkündung der Leitzins-Senkung eingebrochen. (Grafik:Bloomberg)

 

Breaking News – Euro-Kurs sackt ab

Die Lage im Euro-Raum ist offenbar noch schlechter als gedacht: Die EZB senkte den Leitzins am Donnerstag überraschend. Der Euro stürzte ab – offenbar kann die Euro-Zone ohne die Unterstützung von Mario Draghi in der Weltwirtschaft sonst nicht mehr mithalten. Schlechte Nachrichten für die deutschen Sparer.

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Der brutalste Raubzug aller Zeiten: Wie die Banken den Crash planen

Vor jedem Crash gibt es ein vermeintlich unvorhergesehenes Ereignis. Man spricht dann vom Schwarzen Schwan. Im Welt-Finanzsystem wird er auf Befehl erscheinen. Und einige werden unvorstellbare Profite machen. (Foto: dpa)

Vor jedem Crash gibt es ein vermeintlich unvorhergesehenes Ereignis. Man spricht dann vom Schwarzen Schwan. Im Welt-Finanzsystem wird er auf Befehl erscheinen. Und einige werden unvorstellbare Profite machen. (Foto: dpa)

DIE GROSSE KRISE – Der schwarze Schwan

Am Dienstag werden die EU-Finanzminister die nächsten Schritte für eine Banken-Union beschließen. Damit ist der Weg frei für die große Selbstzerstörung des Welt-Finanzsystems. Die internationalen Großbanken werden in unvorstellbarer Weise vom Crash profitieren. Bezahlt wird alles von den Bank-Kunden und den Steuerzahlern. Das Unglaubliche dabei: Die weitreichende Enteignung wird vollständig legal erfolgen.

Putsch-Gefahr: Griechisches Militär fordert Rücktritt der Regierung

Bürgerkriegsähnliche Zustände in Athen: Am Mittwoch kam es zu einer Straßenschlacht zwischen linken Demonstranten und der Polizei. Erstmals droht nun auch ein Militär-Putsch. (Foto: dpa)Bürgerkriegsähnliche Zustände in Athen: Am Mittwoch kam es zu einer Straßenschlacht zwischen linken Demonstranten und der Polizei. Erstmals droht nun auch ein Militär-Putsch. (Foto: dpa)

Schuldenkrise – Die Lage außer Kontrolle

Die Unruhen in Griechenland haben nun erstmals das Militär auf den Plan gerufen: Die Gewerkschaft der Reservisten der Spezial-Streitkräfte fordert eine Regierung der nationalen Einheit sowie die sofortige Konfiszierung des Vermögens von deutschen Unternehmen. Die Reservisten haben die Bevölkerung zu einer Groß-Demo am Samstag aufgerufen. Premier Samaras spricht von einem Putsch-Versuch. Die Lage ist brandgefährlich.

  | , 02:47 Uhr

Banken-Rettung: Der große Zugriff auf die Sparer wird konkret

Wolfgang Schäuble und sein ehemaliger Mitarbeiter Jörg Asmussen in Vilnius: Jeder spielt sein Rolle im großen Enteignungs-Theater. (Foto: dpa)

Wolfgang Schäuble und sein ehemaliger Mitarbeiter Jörg Asmussen in Vilnius: Jeder spielt sein Rolle im großen Enteignungs-Theater. (Foto: dpa)

Die Schlinge zieht sich zu

In Vilnius konkretisieren die Finanzminister der Euro-Zone den Modus, wie die Sparer und Steuerzahler künftig Pleite-Banken retten werden. Die Beteiligung von Gläubigern und Einlegern ist fix – darüber wird im Grundsatz nicht einmal mehr debattiert. Klar ist ebenfalls, dass die Banken Beiträge zu einem Rettungs-Fonds einzahlen müssen. Diese werden sie sich von den Bank-Kunden über höhere Gebühren zurückholen. Offen ist lediglich die Frage, in welcher Form die Steuerzahler zu Kasse gebeten werden sollen.

Der Weg ist frei: Steuerzahler müssen Europas Banken retten

Jetzt ist's passiert: Mario Draghi darf mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die maroden Euro-Banken retten, Kanzlerin Merkel kann nur noch zusehen. (Foto: dpa)Jetzt ist’s passiert: Mario Draghi darf mit dem Geld der deutschen Steuerzahler die maroden Euro-Banken retten, Kanzlerin Merkel kann nur noch zusehen. (Foto: dpa)

Banken-Krise – Was die Bankenaufsicht bedeutet

Die vom EU-Parlament beschlossene Bankenaufsicht ist ein historischer Schritt: Nun ist der Weg frei für die direkte Banken-Rettung aus dem ESM. Der Deutsche Bundestag hatte bei seiner Zustimmung noch darauf vertraut, dass der ESM dafür nicht verwendet werden darf. Aber so ist das, wenn man die Souveränität leichtfertig aus den Händen gibt. Der deutsche Steuerzahler sollte sich warm anziehen.

  | , 01:03 Uhr

EU beschließt strenge Geheimhaltung der Banken-Aufsicht

Banken-Rettung – Ein Grabstein, Aufschrift: SSM

Herman Van Rompuy und Martin Schulz mit einem süßen Geheimnis. Die Banken-Rettung in Europa erfolgt künftig nach dem Motto: „Ich weiß etwas, was Du nicht weißt, und das ist geheim!“ (Foto: consilium)Herman Van Rompuy und Martin Schulz mit einem süßen Geheimnis. Die Banken-Rettung in Europa erfolgt künftig nach dem Motto: „Ich weiß etwas, was Du nicht weißt, und das ist geheim!“ (Foto: consilium)

EZB und EU-Parlament haben sich auf eine neue Transparenz-Regel für die Banken-Aufsicht geeinigt. Die Regel ist eine Farce: Exakt zwei (!) EU-Parlamentarier werden von der EZB über Details der Banken-Rettung informiert – und sind zu strengster Geheimhaltung verpflichtet. Jeder Maler-Betrieb muss mehr Auskunft über sein Geschäft geben als die Banken, die das Geld der Bürger ins Kasino tragen.

  | , 11:57 Uhr

Europa: Vorbereitungen zur Enteignung der Bank-Kunden haben begonnen

Die Schweiz hat als erstes Land in Europa Regeln festgelegt, wie die Banken die Sparer bei einer Pleite zu enteignen haben. Gleichzeitig laufen Bestrebungen, die Flucht ins Bargeld zu stoppen. Deutschland wird ebenfalls bald bekanntgeben, wie hoch die Zwangsabgabe für Bank-Kunden ausfällt. Erhöhte Wachsamkeit ist angebracht.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verfolgt gespannt, wie die Eidgenossen seinen Plan zu Banken-Rettung umsetzen. Wenn die Sparer in der Schweiz stillhalten, dann kann die Zwangsabgabe auch in Deutschland eingeführt werden. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verfolgt gespannt, wie die Eidgenossen seinen Plan zu Banken-Rettung umsetzen. Wenn die Sparer in der Schweiz stillhalten, dann kann die Zwangsabgabe auch in Deutschland eingeführt werden. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Die Kunden der Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse haben seit Mittwoch die Gewissheit: Einlagen über 100.000 Franken sind bei diesen Banken nicht mehr sicher, sondern werden im Fall der Insolvenz-Gefahr einer der beiden Banken massiv zur Rettung des Instituts herangezogen.

Das Positionspapier der Schweizer Bankenaufsicht Finma folgt ziemlich genau der „Blaupause“, die der Euro-Gruppenführer Jeroen Dijsselbloem vor einigen Monaten verkündet hatte (hier). Der Plan folgt im Wesentlichen den Vorgaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der von den Bank-Kunden einen Soli erwartet, damit der Euro und mit ihm das Weltfinanz-System gerettet werden können (Details – hier). Im Hinblick auf die vielen wohlhabenden Kunden der UBS und der Credit Suisse zeigt die Nachricht: Es dürfte viel schlechter um die die europäischen Banken stehen als man den Bürgern bisher erzählt hat.

Veröffentlicht: 09.08.13, 01:54 – Zum Weiterlesen:

IWF warnt vor sozialen Unruhen in Europa

 |  25.07.13, 23:19  |  26 Kommentare

Sowohl die EZB als auch die Politiker in den europäischen Ländern haben dem IWF zufolge die Krise noch lange nicht im Griff. Noch immer ist die Arbeitslosigkeit hoch, ein Wachstum ist weit entfernt und das Risiko sozialer Unruhen ist gestiegen. Mehr Reformen müssten unternommen werden und die EZB solle noch billigeres Geld zur Verfügung stellen.

IWF-Chefin Lagarde ist alles andere als zufrieden mit Draghi Die EZB druckt nicht genug Geld. (Foto: Consilium)

IWF-Chefin Lagarde ist alles andere als zufrieden mit Draghi Die EZB druckt nicht genug Geld. (Foto: Consilium)

In der europäischen Politik ist man in den vergangenen Tagen optimistischer gewesen. Einige Politiker wie etwa Hollande sprachen bereits davon, dass es langsam wieder aufwärts gehe. Doch der aktuelle Bericht des IWF spricht eine ganz andere Sprache. Der Währungsfonds sieht eine Stagnation, will mehr Einlenken der EZB und weitere Reformen.

Angesichts der immer geringer werdenden politischen Instrumente und des noch weiterhin angeschlagenen Bankensektors, „haben sich die Risiken für eine Stagnation, soziale und politische Unruhen und ein Übergreifen auf die Weltwirtschaft erhöht“, heißt es in dem Bericht. Zuletzt konnten die zunehmenden sozialen Spannungen in Paris beobachtet werden (hier).

Vor diesem Hintergrund sei es „unerlässlich, dass Wachstum zu beleben, Arbeitsplätze zu schaffen und die Bankenbilanzen“ zu verbessern, um die Kreditvergabe anzukurbeln, so der IWF. In diesem Zusammenhang betonten die Ökonomen vom IWF, dass eine weitere Senkung des Leitzins durch die EZB wahrscheinlich notwendig sei. Denn eine „Erholung ist fern“.

Der IWF erwartet, dass das BIP der Eurozone ein zweites Jahr in Folge schrumpfen wird: um 0,6 Prozent. 2014 werde sich die Rezession sogar verstärken (-0,9%). Weitere Turbulenzen an den Märkten, wie etwa bei einem leichten Ausstieg der Fed aus der lockeren Geldpolitik, könnten die Situation in der EU noch verschlimmern und die Durchführung der derzeitigen Geldpolitik noch komplizierter machen, so der IWF.

Zentralbanken geben Startschuss zum Zünden der Derivate-Bombe

Die EZB und der chinesischen Zentralbank haben entschieden, auch minderwertige Wertpapiere als Sicherheiten für Kredite zu akzeptieren. Damit beflügeln sie den Trend der Banken, sich immer stärker am Derivate-Markt zu engagieren. Schon jetzt ist der Derivate-Markt über 700 Billionen Dollar schwer – ein Impuls kann die Bombe zünden. Das Problem: Was für ein Impuls dies sein könnte, ist nicht vorhersehbar.

Für Ex-Goldman-Banker ist der Derivate-Markt ein bekanntes Pflaster. Draghi und Monti kennen sich damit bestens aus. (Foto: Consilium)

Für Ex-Goldman-Banker ist der Derivate-Markt ein bekanntes Pflaster. Draghi und Monti kennen sich damit bestens aus. (Foto: Consilium)

Im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Abschwächung und den großen Problemen, denen sich Europa, die USA und auch China gegenüber sehen, ist die Macht der Zentralbanken immer größer geworden. Eine Äußerung eines Zentralbankers wie Draghi oder Bernanke kann Aktienkurse in die Höhe schießen oder immens nach unten fallen lassen. Umso gefährlicher ist die neuerlicher Entwicklung der Geldpolitik. Sie betrifft nämlich indirekt auch den riesigen Derivate-Markt. Ein Markt, wie er undurchsichtiger kaum sein kann. Und wenn hier die Bombe platzt, droht der finanzielle Kollaps.

Vergangene Woche entschied die EZB, nun auch minderwertige Papiere, Asset Backed Sevurities (ABS) als Sicherheiten für neue Kredite zuzulassen (hier). Papiere mit schlechterem Rating als die bisher geforderten Wertpapiere mit Triple A. Schuldtitel, hinter denen theoretisch irgendwann in der Kette einmal Unternehmensanteile, Autos oder auch Immobilien stehe. In China entschied man sich sogar, die Beschränkung für gefährliche Papiere gänzlich aufzuheben. So dass große Banken hier nun noch mehr giftige Papiere ins System pumpen können.

Diese Lockerung bei den für neue Kredite verlangten Sicherheiten spielt direkt den großen Banken zu. Es beflügelt sie, noch stärker am Derivate-Markt teilzunehmen. Ein Markt mit immensen, systemischen Risiken. Risiken, die ganz hinten in den Bilanzen der Banken stecken, die jedoch schon jetzt ein Ausmaß von über 700 Billionen Dollar haben.

Auch die Banken in der EU zocken heftig mit. Ihr Anteil an den globalen Derivateprodukten beträgt rund 219 Billionen Dollar. Platzt die Blase, ist ein Systemkollaps vorprogrammiert.

21.07.13, 00:34 Zum Weiterlesen:

Zentralbanken bringen Waffen der Massenvernichtung in Stellung

In einer konzertierten Aktion haben die EZB und China entschieden, gefährliche Risiko-Papiere als Sicherheiten für Kredite zuzulassen. Damit dürfen die Banken einen neuen Kasino-Tisch eröffnen. Es ist derselbe, an dem im Jahr 2007 die Bombe hochging, die die Finanzkrise auslöste.

EZB-Mann Jörg Asmussen hat für die Banken-Lobby einen großen Erfolg in der EZB erzielt. ESM-Mann Klaus Regling steht für die Aufräumarbeiten bereit. (Foto: consilium)

EZB-Mann Jörg Asmussen hat für die Banken-Lobby einen großen Erfolg in der EZB erzielt. ESM-Mann Klaus Regling steht für die Aufräumarbeiten bereit. (Foto: consilium)

Am Donnerstag haben die Chinesen und die EZB entschieden, dass die Stimmung im globalen Finanz-Kasino verbessert werden muss. Zu diesem Zwecke werden minderwertige Wertpapiere als neue Sicherheiten für Kredite zugelassen. In der EZB haben die Südeuropäer – offenbar gegen die Willen von Bundesbank-Chef Jens Weidmann – durchgesetzt, dass künftig Risikopapiere mit schlechteren Ratings als Sicherheiten für Kredite hinterlegt werden dürfe. Es handelt sich dabei um sogenannte Asset Backed Securities (ABS). Das sind Schuldtitel, hinter denen reale Werte stehen: Unternehmensanteile, Autos, Immobilien. Bisher mussten solche Papiere ein Triple A als Rating haben, nun genügt ein A. In China haben die Regulatoren eine Beschränkung für solche gefährlichen Papiere aufgehoben. Große Banken können nun wesentlich mehr von den giftigen Papieren ins System pumpen.

Veröffentlicht: 19.07.13, 03:12 Zum Weiterlesen:

EZB: Asmussen kündigt neue Geldschwemme für Banken an

Nächste Runde im globalen währungskrieg: EZB-Direktor Asmussen kündigt umfassende Maßnahmen an, mit denen weiteres Geld in die Märkte gepumpt werden soll. Die EZB begibt sich damit auf einen ähnlichen Kurs wie Japan.

Der Euro verliert im Vergleich zum Dollar an Wert. Die EZB steigt nun endgültig in den Währungskrieg mit ein. (Grafik: zerohedge)Der Euro verliert im Vergleich zum Dollar an Wert. Die EZB steigt nun endgültig in den Währungskrieg mit ein. (Grafik: zerohedge)

Die EZB Zinsen könnten auch noch länger als zwölf Monate auf dem historisch tiefsten Stand bleiben, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen. Auch weitere Maßnahmen zur Stützung der Euro-Zone seien „nicht ausgeschlossen“, so der EZB-Direktor einer Meldung von Reuters zufolge.

Damit hat die EZB ihr Prinzip aufgegeben, niemals Auskunft über zukünftige Zinsraten zu erteilen. Nachdem Asmussen gesagt hatte, die Zinsen blieben für einen „erweiterten Zeitraum“ niedrig musste er seine Aussage konkretisieren: „Mario Draghi sagte in seiner Pressekonferenz, es werden nicht sechs Monate, nicht zwölf, es wird darüber hinausgehen“.

Veröffentlicht: 09.07.13, 18:20 Zum Weiterlesen:

Ende des Sparkurses in Europa wird Inflation beschleunigen

,  |  06.07.13, 01:08

Die EU bekommt die Arbeitslosigkeit nicht in den Griff und will mit Konjunktur-Programmen die Wirtschaft ankurbeln. Zu diesem Zweck soll Geld in die Realwirtschaft gepumpt werden. Damit öffnen sich auch die Schleusen für eine Inflation: Denn eigentlich wollte die EZB die gigantische Liquidität zurückrufen, die sie in die Märkte gepumpt hat. Doch der Druck der Straße ist zu groß für einen geordneten Rückzug.

Die tatsächliche Inflation liegt heute schon weltweit über der offiziellen Rate. Wenn nun noch mehr Geld in den Markt gelangt, könnte sich die Entwicklung beschleunigen. (Fotos: DWN/shadowstats)

Die tatsächliche Inflation liegt heute schon weltweit über der offiziellen Rate. Wenn nun noch mehr Geld in den Markt gelangt, könnte sich die Entwicklung beschleunigen. (Fotos: DWN/shadowstats)

Bereits zu Beginn der Schuldenkrise erhöhten die USA die Geldmenge um über 100 Prozent. Die Euroländer um rund 30 Prozent. Und noch immer druckt die EZB neues Geld. Die Billionen-Tsunamiwelle wird irgendwann auf dem Strand aufschlagen – mit verheerenden Folgen für Sparer und Unternehmen.

Als „Inflation“ bezeichnet man einen anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Druckt eine Notenbank bei gleichbleibender Gütermenge mehr Banknoten, entwertet sie das Geld und leistet einer Inflation Vorschub.

Von der Inflation zur Hyperinflation

„Hyperinflation“ bedeutet „hohe Inflation“, man könnte auch „unkontrollierte“ Inflation sagen, bei der das Preisniveau sehr schnell steigt. Da es aber keine allgemein akzeptierte Definition gibt, spricht man im Allgemeinen von einer Hyperinflation, wenn die monatliche Inflationsrate 50 Prozent (das entspricht einer jährlichen Rate von etwa 13.000 Prozent) beträgt. Viele Hyperinflationen enden in einer Währungsreform.

In den 1920er und 1940er Jahren gab es insgesamt sieben Hyperinflationen: Österreich (1921), Russland (1921), Deutschland (1922/1923), Polen (1923), Ungarn (1923), Griechenland (1943) und Ungarn (1945). Je nach Land betrugen die monatlichen Inflationsraten zwischen 47 Prozent und 19.800 Prozent.

Doch Hyperinflationen sind kein „Relikt“ aus der Vorkriegszeit. Seit 1945 gab es allein im europäischen Raum vier weitere Hyperinflationen. In Polen (1989), in Bosnien und Herzegowina (1990), in Russland (1992) und in Georgien (1992).

Dabei fielen Gemeinsamkeiten auf: Alle Hyperinflationen dauerten nur etwa ein Jahr. Die monatlichen Inflationsraten betrugen 50 Prozent oder mehr. Es kam zu dramatischen Preisanstiegen und einem hohen monatlichen Geldmengenwachstum.

Ursachen