Tag-Archiv | Finanzindustrie

Die WTO als Mitverursacher der Krise in den Schwellenländern

August 31, 2013

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Die in globalisierungskritischen Kreisen wohl zurecht ständig unter Beobachtung stehende »Welthandelsorganisation« (World Trade Organization/WTO) bekommt einen neuen Generaldirektor. Auf Pascal Lamy folgt der Brasilianer Roberto Azevêdo.

Ob es eine gute Wahl war, einen Mann aus einem Schwellenland an die Spitze einer der mächtigsten internationalen Organisationen zu setzen, wird sich noch zeigen. Eventuell aufkeimende Hoffnungen auf einen Wandel in der WTO-Politik dürften jedoch trotz seiner Herkunft enttäuscht werden.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die WTO ein Instrument der USA und einiger anderer reicher Industriestaaten ist. Während diese nämlich Teile ihrer Wirtschaft protektionistisch schützen dürfen, nutzt die WTO ihre Macht dafür, besonders den ärmeren Ländern einen Freihandel aufzudrücken, welcher sich nachteilig auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Volkswirtschaften auswirkt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem »Internationalen Währungsfonds« (International Monetary Fund/IWF) und mit der Weltbank ergibt sich nämlich eine enorme Machtkonzentration, welche angesichts der Verteilung der Stimmrechte den Interessen der USA und der EU stark entgegenkommt. – Zum Weiterlesen –

Mikro-Kredite: Wie die Banken aus der Armut einen Finanzmarkt machen

Eine Milliarde Menschen sind heute über Mikrokredite von der globalen Finanzindustrie anhängig. Marktführer sind Citigroup und Deutsche Bank. In der Schweiz soll nun die Werbung für Kleinkredite verboten werden. Die Realität zeigt: Die meisten Schuldner werden von den hohen Zinsen ins Unglück gestürzt.

Wenn etwa in Indien neue Händler mithilfe von Mikrokrediten in den Gemüsemarkt eindringen, dann treiben sie die Preise für alle runter. Am Ende gewinnen nur die Banken, die massiv Zinsen kassieren. (Foto: Flickr/Meanest Indian)

Wenn etwa in Indien neue Händler mithilfe von Mikrokrediten in den Gemüsemarkt eindringen, dann treiben sie die Preise für alle runter. Am Ende gewinnen nur die Banken, die massiv Zinsen kassieren. (Foto: Flickr/Meanest Indian)

Die Mikrokredite haben sich zu einem bedeutenden Finanzmarkt mit einem jährlichen Kreditvolumen von 70 Milliarden Euro entwickelt, der gewaltige Gewinne abwirft. Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist zu Abhängigen der Finanzindustrie geworden. Aufgrund der Eurokrise ist der Trend auch in Europa längst angekommen.

In der Schweiz ist bereits jeder Fünfte überschuldet, wie eine eben veröffentlichte Statistik der Schuldenberatung Schweiz ergeben hat. Eine politische Initiative will nun die Werbung für Kleinkredite verbieten.

Ein Blick in die armen Länder der Erde zeigt: Was 2006 mit dem Friedensnobelpreis für Muhammad Yunus aus Bangladesh so fulminant begonnen hat, ist zu einem knallharten Geschäft für die Banken geworden.

18.08.13, 00:21Zum Weiterlesen: