Tag-Archiv | Finanzkrise

Skandal: Bestechung bei griechischer Präsidentschaftswahl soll neoliberale Koalition retten

Auch zweiter Präsidenten-Wahlgang scheitert
Auch zweiter Präsidenten-Wahlgang scheitert

STIMME RUSSLANDS Die Regierung hat erneut für ihren Kandidaten keine Mehrheit erreicht. Neuwahlen werden wahrscheinlicher. Die Opposition wirft Premier Samaras Bestechungsversuche vor.

Im griechischen Parlament ist ein zweiter Anlauf zur Wahl eines neuen Staatsoberhauptes gescheitert. Einziger Kandidat ist der ehemalige EU-Kommissar Stavros Dimas. Er verfehlte die nötige Mehrheit von 200 Stimmen klar, lediglich 168 Abgeordnete votierten für ihn. Es waren aber sechs Stimmen mehr als im ersten Wahlgang. Die Regierungsparteien, die Dimas nominiert haben, sind mit zusammen 155 Abgeordneten im Parlament vertreten und daher auf Stimmen aus der Opposition angewiesen.

Beobachter gehen davon aus, dass Dimas erst in der dritten Runde eine Chance haben könnte, die für den 29. Dezember angesetzt ist. Dann liegt die nötige Mehrheit, die er braucht, bei 180 Stimmen. Für den Fall, dass er auch dann scheitert, schreibt die Verfassung die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen vor. Die oppositionelle Linkspartei Syriza hofft, dass genau dieser Fall eintritt. Sie liegt gerade in den Umfragen vorne und verspricht ein Ende der Sparpolitik.

Unterdessen hat die Athener Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen wegen Bestechungsvorwürfen, welche die Opposition gegen Premierminister Antonis Samaras erhoben hat. Vor der zweiten Runde der Abstimmung sagte der Abgeordnete der Partei Unabhängige Griechen, Pavlos Haikalis, jemand habe ihm 700.000 Euro in bar, die Rückzahlung von Kreditschulden und Werbeverträge angeboten, wenn er bei der Abstimmung im Parlament für den Kandidaten der Regierungskoalition votiere.

Ton- und Videoaufzeichnungen

Haikalis sei von einem Mittelsmann angerufen worden, der mehr als eine Stunde lang versucht habe, den Abgeordneten zur Stimmabgabe für Dimas zu überreden. Er habe eine Uhr mit versteckter Kamera getragen und vor etwa zwei Wochen den Staatsanwalt informiert und ihm Ton- und Videoaufzeichnungen übergeben, sagte Haikalis. Bereits im November hatte eine Abgeordnetenkollegin der gleichen Fraktion behauptet, ein Mann habe ihr Geld angeboten, damit sie für Dimas stimme.

Regierungssprecherin Sofia Voultepsi sagte: „Es ist offensichtlich, welches Ziel diese lächerlichen Auftritte haben: Die Präsidentenwahl soll scheitern, damit das Land vorgezogene Neuwahlen bekommt“. Die Zeit

Obergrenzen bei Bargeldabhebungen in Europa insgeheim bereits in Kraft

Mark Kempton 10.06.2014 – Kopp OnlineLogo Kopp

Einige von Ihnen erinnern sich vielleicht noch daran, dass die Bank Hongkong & Shanghai Banking Corporation (HSBC) im Januar dieses Jahres versucht hatte, Obergrenzen bei Bargeldabhebungen einzuführen. Nun zeigte sich, dass es sich dabei nur um einen Testballon gehandelt hatte, mit dem man herausfinden wollte, wie die Öffentlichkeit auf die Begrenzung von Bargeldauszahlungen reagieren würde, wenn dies öffentlich bekannt wäre. Jetzt ist klar, dass diese Begrenzungen bereits in Kraft sind.

 

Immer wieder erhalte ich Berichte von meinen Kontakten, in denen sie mir schildern, sie hätten versucht, größere Mengen Bargeld bei einer Bank abzuheben. Dabei sei ihnen mit bestimmtem Ton klargemacht worden, dass ihnen »eine solche große Summe an Bargeld nicht ausgezahlt wird«. Auf die Frage, ob sie einen Termin ausmachen könnten, an dem sie das Geld abholen könnten, erhielten sie nur die knappe Antwort »Nein«. Weiterlesen

Russland auf Wachstumsverlangsamung der aufstrebenden Märkte am besten vorbereitet – Fitch

Russland auf Wachstumsverlangsamung der aufstrebenden Märkte am besten vorbereitet – Fitch

STIMME RUSSLANDS Die russischen Unternehmen, insbesondere diejenigen, die sich mit der Förderung von Bodenschätzen befassen, sind auf die mögliche Verlangsamung des Wachstumstempos der aufstrebenden Märkte am besten vorbereitet, da sie die Währungsrisiken am besten absichern. Dies ist die Meinung der Analytiker der Ratingagentur Fitch.

Am schlimmsten wirkt sich das Stress-Szenario auf die türkischen Konzerne aus. Dieses Szenario sieht Sinken des wirtschaftlichen Wachstumstempos, Ratenerhöhung und fortwährende Schwäche des nationalen Währungskurses vor.

 

Nix für Marionetten: Bank of England vernichtet alle Gesprächsprotokolle zur Finanzkrise

Mark Carney, Chef der britischen Zentralbank, musste sich vor dem Parlament für die Vernichtung der Protokolle rechtfertigen. (Foto: dpa)

Mark Carney, Chef der britischen Zentralbank, musste sich vor dem Parlament für die Vernichtung der Protokolle rechtfertigen. (Foto: dpa)

Moderner Sklavenhandel nun bald auch in Frankreich – Hartz kommt mit der Peitsche

2002 beauftragte Gerhard Schröder (re.) den damaligen VW-Vorstand Peter Hartz mit den Arbeitsmarkt-Reformen für Deutschland. 2005 wurde die Korruptionsaffäre beim Autobauer bekannt und Hartz trat zurück. (Foto: dpa)

2002 beauftragte Gerhard Schröder (re.) den damaligen VW-Vorstand Peter Hartz mit den Arbeitsmarkt-Reformen für Deutschland. 2005 wurde die Korruptionsaffäre beim Autobauer bekannt und Hartz trat zurück. (Foto: dpa)

Frankreich – Peter Hartz (Ehemaliger VW-Vorstand & Erfinder der Hartz-IV-Gesetze) soll Hollande bei Sozial-Reformen beraten

Francois Hollande will mehr als 30 Milliarden Euro durch Kürzung der Sozialausgaben einsparen. Bei den Reformen auf dem Arbeitsmarkt soll ihn Peter Hartz beraten.

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HSBC muss Bargeld-Limit zurücknehmen

Kunden der britischen Großbank kommen wieder unbegrenzt an ihr Geld, ohne dies der Bank erklären zu müssen. Nach massiven Protesten wurde eine Regelung zurückgenommen, wonach die Kunden bei größeren Abhebungen nachweisen mussten, wozu sie das Geld verwenden wollen.

Die Bank verweigerte mehreren Kunden den Zugang ihrem Geld, weil diese zu viel davon wollten. (Foto: dpa)

Die Bank verweigerte mehreren Kunden den Zugang ihrem Geld, weil diese zu viel davon wollten. (Foto: dpa)

HSBC musste nach massiven Protesten ein verhängtes Bargeld-Limit wieder zurücknehmen. Die Großbank hatte von ihren Kunden bei größeren Beträgen einen Nachweis darüber gefordert, was diese mit dem vielen Bargeld machen wollen.

In einer Erklärung verteidigt die Bank das Bargeld-Limit damit, dass sie die Sicherheit ihrer Kunden gewährleisten und Finanz-Verbrechen verhindern wolle. Doch wegen des „Feedback“ der Kunden werde man die Regeln umgehend ändern und das Personal über die Änderungen informieren, so HBSC.

Kunden können nun wieder unbegrenzt Bargeld abheben, ohne das der Bank begründen zu müssen. Die Bank hat sich bei den Kunden entschuldigt.

europas Mittelstand blutet aus – Kreditzusagen halbiert und überteuert

Der europäische Mittelstand fährt in unterschiedliche Richtungen. Die Kreditklemme in Südeuropa wird zum Wettbewerbsvorteil für den deutschen Mittelstand. (Foto: Flickr/(Mick Baker)rooster/CC BY-ND 2.0)Der europäische Mittelstand fährt in unterschiedliche Richtungen. Die Kreditklemme in Südeuropa wird zum Wettbewerbsvorteil für den deutschen Mittelstand. (Foto: Flickr/(Mick Baker)rooster/CC BY-ND 2.0)

Finanzen – Wettbewerbsvorteil für deutschen Mittelstand

Kredit-Linien halbiert: Mittelstand in Europa unter Druck

Die Finanzkrise hat den Mittelstand vor ein Finanzierungsproblem gestellt. Die Neukreditvergabe hat sich in den vergangenen fünf Jahren halbiert. In den europäischen Krisenstaaten ist die Lage verheerend: Unternehmen zahlen bis zu sechs Prozent mehr Zinsen als in Deutschland. Ein Umstand, aus dem deutsche Mittelständler Kapital schlagen können.

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Aus Steuergeldern: EU schenkt Kirgisien 15 Millionen Euro

Die Kirgisische Republik erhält von der EU 30 Millionen Euro. Besonders praktisch für Präsident Almasbek Atambajew: Das Geld ist nicht zweckgebunden. (Foto: dpa)Die Kirgisische Republik erhält von der EU 30 Millionen Euro. Besonders praktisch für Präsident Almasbek Atambajew: Das Geld ist nicht zweckgebunden. (Foto: dpa)

Steuerverschwendung – Keine Kontrolle über Verwendung

Eines der korruptesten Länder der Welt bekommt finanzielle Hilfe aus Europa. Gegenleistung wird keine erwartet. Das Geld ist nicht zweckgebunden. Eine Kontrolle findet nicht statt.

  | , 00:52 Uhr

Das Muster unserer Gesellschaftskrisen

Horrormeldungen bzgl. unserer Wirtschaft durchziehen seit geraumer Zeit unsere Medienlandschaft. Ein Ende scheint wohl auch erst einmal nicht abzusehen. Die Hilflosigkeit, der sich Politik und Wirtschaft diesen Ereignissen gegenüber ausgeliefert sieht, ist für mich noch fataler als die Nachrichten an sich. An dieser Stelle habe ich zwei Fragen.

  • Ist die Krise, in der wir uns befinden, einmalig in der menschlichen Geschichte?
  • Wenn nein, warum lernen wir nicht aus den Krisen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben?

Beginnen wir mit der ersten Frage. Die Möglichkeit, diese Frage zu beantworten, basiert auf einen für mich faszinierenden Umstand, nämlich der Kenntnisnahme des Buches „System der politischen Ökonomie“ des Professors für politische Ökonomie Gustav Ruhland, auf welches ich im Zuge meiner Recherche zu meinem Post Sollten Manager schizophren sein, gestoßen bin.

Ruhland wurde im Jahr 1887 vom damaligen Reichskanzler Bismarck engagiert, Erklärungen für die Niedergänge aller bisherigen Hochkulturen und Weltreiche der menschlichen Geschichte aufzustellen. Als Ruhland im Jahr 1890 von seinen diesbezüglichen Reisen zurückkehrte, war Bismarck nicht mehr im Amt. Ich bin mir nicht sicher, ob das der Grund war, warum seine Erkenntnisse keine Resonanz fanden. Ich finde seine Entdeckungen bemerkenswert, da sie ein Muster aufdecken, dem menschliche Kulturen und Gesellschaften erlegen sind und die letztendlich dazu führen das sie untergehen. Im Dokument Der Untergang der Römer wird dieses Muster, welches in unterer Abbildung dargestellt ist, beschrieben.

Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass wir uns bereits mitten in der Phase 5, sprich in den Unruhen befinden. Game-, Casting-, Reality- und weitere unsinnige Shows, die in den letzten Jahren die Medienlandschaft fluteten und Ausdruck der Phase 4 (Dekadenz – Brot und Spiele) sind, können die Menschenmassen mittlerweile nicht mehr besänftigen. Die Armen werden immer ärmer und von der Anzahl immer größer. Die Reichen werden immer reicher. Die Mittelschicht wird …. weiter hier

US-Haushalts-Defizit: Die 16 Billionen Dollar Schulden-Bombe

Großinvestor Warren Buffett vergleicht das derzeitige Schuldenproblem der USA mit einer nuklearen Bombe. ( Foto: dpa)Großinvestor Warren Buffett vergleicht das derzeitige Schuldenproblem der USA mit einer nuklearen Bombe. (Foto: dpa)

Schuldenkrise – Kaum absehbare Risiken

Einigen sich die Demokraten und Republikaner nicht auf die Anhebung der Schuldenobergrenze, kann dies weltweit zu Schwierigkeiten führen. Die US-Schulden betragen mehr als 16 Billionen Dollar. Etwa die Hälfte wird von ausländischen Regierungen und Zentralbanken gehalten. Diese wären von einer Pleite genauso betroffen wie die Finanzmärkte und Banken. Großinvestor Warren Buffett spricht von einer „nuklearen Bombe“.

  | , 01:41 Uhr

USA: Glaskugel unserer asozialen Zukunft

Millionen Amerikaner im Rentenalter können nicht in den Ruhestand gehen. Denn sie haben nicht genug Geld angespart, um ihren Lebensstandard halten zu können. (Foto: dpa)Millionen Amerikaner im Rentenalter können nicht in den Ruhestand gehen. Denn sie haben nicht genug Geld angespart, um ihren Lebensstandard halten zu können. (Foto: dpa)

Gesellschaft – Arbeiten bis zum Umfallen

In der Finanzkrise hat die amerikanische Mittelschicht große Teile ihrer Ersparnisse im Aktienmarkt verloren. Daher haben die Rentner nicht genug Geld, um ihren Lebensstandard halten zu können. Sie arbeiten daher bis zum Tod, meist zu Dumping-Löhnen. Viele werden froh sein, wenn ihnen ihre Kinder im Alter ein Dach über dem Kopf gewähren.

  | , 00:30 Uhr

Studie deckt auf: USA haben verdeckte Schulden von 70 Billionen Dollar

09.08.13, 01:28 – DWN

Die US-Regierung der verschleiert ihre eigene Schuldenbilanz. Schon allein die Zinslast stellt die Tragfähigkeit der US-Schulden infrage. Die neue Krankenversicherung treibt die Schulden um über 50 Billionen Dollar in die Höhe. In dieser Summe ist das Ausfallpotenzial durch Studentenkredite noch nicht enthalten.

James Hamilton, Ökonomie-Professor an der UC California, erklärt die Zusammensetzung des US-Defizits. (Screenshot: Fox Business)

James Hamilton, Ökonomie-Professor an der UC California, erklärt die Zusammensetzung des US-Defizits. (Screenshot: Fox Business)

Die USA haben einen Schuldenberg von über 70 Billionen Dollar angehäuft, fast sechs Mal so hoch wie die offizielle Zahl der Regierung. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von James Hamilton, Wirtschaftsprofessor der University of California in San Diego.

Hamiltons These: Die Regierung ignoriert in ihrer offiziellen Schuldenbilanz zahlreiche Posten, die das Defizit der USA momentan zusätzlich belasten oder in Zukunft belasten werden. Dazu zählen die Unterstützung der Regierung für „den Immobilienmarkt, andere Kreditgarantien, Einlagenversicherungen, Investitionen der Fed und Treuhandfonds“, sagte Hamilton einem Bericht von Russia Today.

Der Anfang der Schuldenexplosion fand 2008 statt, zu Beginn der internationalen Finanzkrise. Schon damals schossen die Schulden von fünf auf 12 Billionen in die Höhe. Allein die Zinslast für diese Basis belastet die Steuerzahler mit 220 Milliarden Dollar pro Jahr. Sollten die Zinsen für neues Geld in ferner Zukunft wieder steigen, werde allein die Zinslast das Budget des US-Militärs bis ins Jahr 2021 übersteigen, so Hamilton.

Der „fiskale Horror”

Gesellschaftsbündnis AdPO macht mobil gegen Sparerenteignung & realwirtschaftlicher Ausblutung

Warum das “Gesetz zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Finanzgruppen” abgelehnt werden muß

Petition anhängig

Sehr geehrte Damen und Herren Repräsentanten, liebe Mitmenschen,
hiermit möchten wir Sie dringlich bitten dem gerade im Bundestag verabschiedeten “Gesetz zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Finanzgruppen” entgegen zu treten.

Bevor nicht eindeutig geklärt ist, inwieweit das deutsche Gesetz den aktuellen Plänen der EU-Kommission für ein “bail-in” einschließlich der Enteignung von Kundeneinlagen juristisch den Weg bereitet, während gleichzeitig das internationale Derivatekarussell im Namen der “Systemrelevanz” geschützt wird, gebietet es die Verpflichtung auf das Gemeinwohl und das Grundgesetz, dieses Gesetz zu stoppen.

Das Gesetz der Bundesregierung, das auf die kommenden europarechtlichen Regelungen hinweist, bezieht sich ausdrücklich auf die Richtlinien des Finanzstabilitätsrates (FSB) vom Oktober 2011 (Key Attributes) und den Entwurf einer “Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie” der EU-Kommission vom Juni 2012. Als oberstes Ziel gilt dabei die Sicherung der Finanzstabilität, mittels des sog. “bail-in” als Instrument zur Abschreibung beziehungsweise Umwandlung von Fremdkapital. Die EU-Richtlinie sieht vor, daß dafür Kundeneinlagen über 100.000 € herangezogen werden sollen, also genau das, was kürzlich am Beispiel Zypern vorexerziert wurde.

In den Erläuterungen der EU zur Direktive heißt es darüber hinaus, die Abwicklungsbehörde habe “die Möglichkeit, Verbindlichkeiten aus Derivaten” bei der Anwendung des bail-in auszunehmen. Damit wird also die Möglichkeit geschaffen, Bankguthaben zu konfiszieren, während Derivatverbindlichkeiten nicht angetastet, sondern auf Kosten der Gläubiger weiter honoriert werden sollen!

Die EU-Kommission weist auf ihrer Webseite selbst darauf hin, daß es vorwiegend die in London ansässige International Swaps und Derivative Association Inc. (ISDA) war, die die Kommission über die Auswirkungen des Bail-in-Gesetzes auf den Derivatsektor beriet, wie schon zuvor die Kommission im März 2011 und das FSB im September 2011. Die ISDA argumentiert in ihren Ausführungen, daß es aufgrund der “Anzahl und Diversität der zugrundeliegenden Anlagen und Bezugswerte im Derivatdepot” bei Derivattransaktionen viel zu schwierig sei, diese ins bail-in einzubeziehen. Im Vorstand der ISDA, die sich für “effektives Risikomanagement für alle Nutzer von Derivatprodukten” einsetzt, finden sich die Vertreter aller internationalen Finanzinstitute, darunter Goldman Sachs, PIMCO, Deutsche Bank, Unicredit, UBS, BNP Parisbas, etc.

Wenn die Forderungen aus Derivatpositionen bei einer Reorganisation aufrechterhalten werden, während gleichzeitig Kundeneinlagen und andere Anlagen herangezogen werden können, um für den angerichteten Schaden aufzukommen, ist dies nichts anderes als eine Staatsgarantie für die Ausplünderung des Eigentums von Einlegern zugunsten der spekulativen Finanzinteressen, die die Finanzkrise erst verursacht haben! Man rechne durch, was das im Fall einer Schieflage der Deutschen Bank bedeuten würde, deren Derivatverbindlichkeiten sich auf die astronomische Summe von 70 Billionen $ belaufen sollen.

Im deutschen Gesetz heißt es unter dem Punkt: “Erstellung eines Abwicklungsplanes” bezüglich der dabei angewandten Grundsätze in § 47 f(a) 4: “Nach den Anteilsinhabern sollen die Gläubiger des in Abwicklung befindlichen Instituts nach Maßgabe der Regelungen des §§ 48 a bis 48 s die Verluste tragen, soweit dies mit den in Absatz 2 genannten Abwicklungszielen vereinbar ist”. Unter den weiteren Abwicklungszielen wird erst unter dem letzten Punkt 5 der “Schutz der Gelder und Vermögenswerte der Kunden” genannt.

Das Gesetz definiert als oberstes Abwicklungsziel, eine Gefährdung des Finanzsystems zu vermeiden. So hieß es in den Erläuterungen zum Gesetzentwurf, nur das “primäre Abwicklungsziel”, also “die Vermeidung einer Systemgefährdung oder deren erleichterte Beseitigung” erlaube gegebenenfalls “Eingriffe in geschützte Rechtspositionen des Kreditinstituts und seiner Eigentümer und Gläubiger.”

Aber was ist “systemrelevant”? Die Realwirtschaft und das Wohlergehen der Bevölkerung oder der Schutz globaler derivativer Spekulationsinstrumente, deren zerstörerische Sprengkraft mittlerweile hinlänglich bekannt sind? Und was geschieht, wenn man um jeden Preis bankrotte Finanzinstitute retten will, zeigen die Auswirkungen dieser Politik auf Leben und Gesundheit der Bevölkerung in Südeuropa.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie darüber informieren, daß jetzt in den USA das ursprüngliche von Präsident Roosevelt eingeführte Trennbankensystem “Glass-Steagall”-Gesetz” im Repräsentantenhaus und Senat vorliegt. Es ist das genaue Gegenteil des “bail-in”: die ausstehenden, wertlose Derivate-Kontrakte werden gestrichen, während die Ersparnisse der Bürger, die Renten, die Realwirtschaft und die Infrastruktur geschützt werden.

Das sollte der Weg sein, den wir auch in Deutschland und in Europa einschlagen müssen. Ansonsten werden wir angesichts des immer instabileren Zustand des Weltfinanzsystems in Kürze einen völligen Kollaps von Realwirtschaft, Steuereinnahmen und der Zerstörung aller Sozialsysteme, die nach dem 2. Weltkrieg mit so viel Mühe aufgebaut wurden, erleben, nur um das unhaltbare “System” der globalen Derivat- und Spekulationsverflechtung zu retten, das ohnehin nur durch die gefährliche Liquiditätsschöpfung der Zentralbanken aufrechterhalten wird. Diese Politik kostet Menschenleben!

Es liegt in Ihren Händen, die Bevölkerung, das Gemeinwohl und die Verfassung vor dem Zugriff privater Finanzinteressen zu schützen.

Hochachtungsvoll
Elke Fimmen (2.Vorsitzende Bürgerrechtsbewegung Solidarität – BÜSO)

Im Rahmen der Allianz demokratischer Personen & Organisationen – AdPO mit gezeichnet von

Dieter Jochim (Bundesvorsitzender deutsche konservative Partei)

Thorsten Sandvoss (Bundesvorsitzender deutsche demokratische Partei – DDP)

Helga Hummel (Bundesvorsitzende Freie Union)

Kay Hanisch (Vorsitzender Neue Richtung)

Friedhelm Altvater (Vorsitzender Freie Wähler Bremen)

Benno Falk (Vorsitzender Partei der Bedrängten – PDB)

Norman Knuth (Initiator & Moderator der AdPO stellvertretend für ihre Mitglieder)

Petra Mensch (Koordinatorin der Ideenwerkstatt)

Ada Weibel (heil sein)

Erik Erichsen (Aktion Mutige Bürger Offensive e.V. – AMBO)

Zur Petition:

Zentralbanken bringen Waffen der Massenvernichtung in Stellung

In einer konzertierten Aktion haben die EZB und China entschieden, gefährliche Risiko-Papiere als Sicherheiten für Kredite zuzulassen. Damit dürfen die Banken einen neuen Kasino-Tisch eröffnen. Es ist derselbe, an dem im Jahr 2007 die Bombe hochging, die die Finanzkrise auslöste.

EZB-Mann Jörg Asmussen hat für die Banken-Lobby einen großen Erfolg in der EZB erzielt. ESM-Mann Klaus Regling steht für die Aufräumarbeiten bereit. (Foto: consilium)

EZB-Mann Jörg Asmussen hat für die Banken-Lobby einen großen Erfolg in der EZB erzielt. ESM-Mann Klaus Regling steht für die Aufräumarbeiten bereit. (Foto: consilium)

Am Donnerstag haben die Chinesen und die EZB entschieden, dass die Stimmung im globalen Finanz-Kasino verbessert werden muss. Zu diesem Zwecke werden minderwertige Wertpapiere als neue Sicherheiten für Kredite zugelassen. In der EZB haben die Südeuropäer – offenbar gegen die Willen von Bundesbank-Chef Jens Weidmann – durchgesetzt, dass künftig Risikopapiere mit schlechteren Ratings als Sicherheiten für Kredite hinterlegt werden dürfe. Es handelt sich dabei um sogenannte Asset Backed Securities (ABS). Das sind Schuldtitel, hinter denen reale Werte stehen: Unternehmensanteile, Autos, Immobilien. Bisher mussten solche Papiere ein Triple A als Rating haben, nun genügt ein A. In China haben die Regulatoren eine Beschränkung für solche gefährlichen Papiere aufgehoben. Große Banken können nun wesentlich mehr von den giftigen Papieren ins System pumpen.

Veröffentlicht: 19.07.13, 03:12 Zum Weiterlesen: