Tag-Archiv | Mubarak

Ägypten: neue Militär-Junta hebt Urteil gegen Ex-Diktator Mubarak auf & schlägt neue Proteste gewaltsam nieder

1Toter und 1 Verletzter bei Demonstrationen gegen Al-Sisi

Demonstranten in Kairo liefern sich schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Archivbild)Demonstranten in Kairo liefern sich schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Archivbild)

Kairo 10. Januar 2015 – (IRIB)

Die gestrige Demonstration der Gegner des ägyptischen Staatspräsidenten Abd al-Fattah as-Sisis und Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammad Mursi wurde niedergeschlagen.

Informierte Quellen berichteten am Samstag, dass bei der Demonstration ein 17-jähriger junger Mann namens „Mohammad Jome“ durch Schüsse der ägyptischen Polizei getötet und eine weitere Person schwer verletzt wurde. Augenzeugen berichteten, dass die Demonstranten im Bezirk „al-Hiram“ von den Sicherheitskräften umzingelt und mindestens fünf Menschen verhaftet wurden.

Ägypten: Gericht hebt Urteil gegen Mubarak auf

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USrael strebte nach Mursi-Wahl gemeinsam um „Kontrolle“

 Gemeinsame Iran- und Ägypten-Spionage der USA und Israels

Tel Aviv 5. August 2014 (Tasnim/IRIB)

Gemeinsame Iran- und Ägypten-Spionage der USA und Israels

Die neusten durch Snowden veröffentlichten Dokumente zeigen die Zusammenarbeit der Spionageorganisationen der USA und Israels bei der Sammlung von Informationen über die Länder im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere über Iran und Ägypten.

Haaretz zufolge veröffentlichte Glenn Greanwald,  Mitarbeiter von Snowden bei der Enthüllung der Geheimnisse von NSA (National Security Agency),  am gestrigen Montag Dokumente über die Iran- und Ägypten-Spionage durch Israel und die USA. In diesem Dokument wurde auf die Kooperationen  bei den gemeinsamen Projekten der NSE, CIA und mehreren israelischen Spionageorganisationen zur Eintreibung von Informationen über führende Regierungsvertreter Irans sowie über das iranische Atomprogramm hingewiesen.

Nach der Machtübernahme von Mohammad Mursi, die unterstützt von den Muslimbrüdern im Juni  2012 erfolgte, erweiterten die Geheimdienstorganisationen der USA und Israels ihre Zusammenarbeit, um die Entwicklungen in diesem Land zu kontrollieren.

Drei ägyptische Polizisten von Folteranklage freigesprochen/ein Student von Polizei erschossen

Drei ägyptische Polizisten von Folteranklage freigesprochen/ein Student von Polizei erschossen28. Nov. 2013 – Kairo (IRIB)

Ein Gericht in Kairo hat drei Polizisten freigesprochen; ihnen wurde vorgeworfen 5 verhaftete Milizen während der Regierungszeit von Mubarak gefoltert zu haben.

Laut AFP aus Kairo sollen sie Elektroschocks gegen die Verhafteten angewandt, ihnen kein Essen gegeben und sie beim Verhör verprügelt haben.

Der Freispruch folgte auf ein Gerichtsurteil aus der Stadt Alexandria, wo 14 Frauen, Mitglieder der Muslimbrüder, zu 11 Jahren Haft verurteilt wurden; sieben minderjährige Mädchen wurden zu Erziehungsanstalten für minderjährige Straftäter geschickt.

Unterdessen hat die Polizei einen Studenten der Universität Kairo erschossen. An der Uni Alexandria wurde Tränengas gegen Studenten eingesetzt, um sie zu vertreiben.

Seit der Absetzung von Mursi ist Ägypten permanent Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Mursis und den Sicherheitskräften; dabei haben bislang über 1000 Menschen ihr Leben verloren, Tausende weitere wurden verletzt.

Kairo Nach Dem Massaker – Zeit Für Scharfmacher

Kairo nach dem Massaker – Zeit für Scharfmacher

Geschrieben von: Andreas Rieger Am 16. August 2013

Es war schon der Traum des modernen Gründers der Muslimbrüder, Hassan al-Banna (1906-1949), einen Staat zu gründen, der die Erfordernisse der Moderne mit den Geboten des Islam vereint. Als Teil einer islamischen Reformbewegung sollten auch die Muslime möglichst schnell über die neuen Techniken der Macht verfügen. Beeindruckt war die Bewegung, die bis heute die Geschichte Ägyptens mitbestimmt, vom absoluten «Willen zur Macht» der Kolonialmächte, ihren technologisch ausgebauten Staaten und auch ihren neuen global angelegten Finanzinstrumenten: den Banken. Souveräne Staaten, der «Scharia» unterworfen, sollten nach der politischen Philosophie der Muslimbrüder die islamische Welt von der Fremdbestimmtheit befreien.

Seit den Gründungszeiten der Bewegung blieb die Macht aber ein unerreichbares Ziel. Schon in den 1950er und 1960er Jahren warf das nationalistische Nasser Regime die Brüder massenweise ins Gefängnis. Mit der Figur Said Qutb (1906-1966) fand sich ein Denker, der zudem die Grundideen der Bewegung weiter ideologisierte. In seinen Büchern prangerte er die «Verwestlichung» der arabische Regime an und forderte auch das gewalttätige Engagement der Muslime gegen diese Herrschaft. Seine Exekution 1966 ist nach wie vor ein Meilenstein für die Historie der Bewegung. Einige seiner Schüler – viele auf der Flucht – verbanden seine Lehre nun mit den globalen, explosiven Ambitionen des Salafismus und Wahhabismus.

Seit diesen Tagen hat sich der «politische» Islam in unterschiedliche Fraktionen aufgespalten – in ihrem islamischen Rechtsverständnis flexibel und in ihrer islamischen Haltung von esoterisch, über moderat bis hin zu extremistisch unterschieden. Bis heute wurzelt das Misstrauen gegen die Muslimbruderschaft in den unterschiedlichen Strömungen, die auf unterschiedliche Weise mit der Gründungszeit verbunden sind. Seit 1980 versucht beispielsweise der in Qatar ansässige Yusuf al-Qaradawi aus der Muslimbruderschaft eine regierungsfähige, teilweise moderate und auch anti-jihadistische Parteiung zu bilden. Allerdings fiel dem Prediger nicht ein, die im Islam verpönten Selbstmordattentate der Palästinenser klar zu verurteilen und so bildete auch er die gefährliche Grundlage für eine Art «islamisches» Ausnahmerecht.

Natürlich gab es auch in den letzten Jahren immer wieder inner-islamische Kritik an der Bewegung, bis hin zur skeptischen Frage ob “der politische Islam in den Bürgerkrieg führe”. Gleichzeitig gab es aber auch Hoffnung, dass die muslimischen Politiker, die auch in harten Zeiten zu ihrem Glauben hielten, eine andere, weniger korruptionsanfällige Politik für Ägypten gestalten könnten. Die Regierung Mursi stand zunächst vor etwas mehr als einem Jahr für diesen gewagten Feldversuch.

Das durch Inflation, Schulden und Wirtschaftskrisen gebeutelte Land, mit samt seinen jahrzehntelangen autoritären Strukturen, war aber durch die Politamateure der Muslimbruderschaft kaum schnell zu reformieren, geschweige denn zu demokratisieren. Absurderweise musste Mursi in Berlin oder Paris – ganz im Gegensatz zum alten «Freund» Mubarak – sich kurz nach seiner Amtsübernahme Vorträge über demokratische Prinzipien anhören. Die Golfmonarchien – immer dem Vorwurf der Korruption ausgesetzt, aber aus der islamischen Tradition durchaus mit Legitimität ausgestattet – opponierten geschickt gegen die Revoluzzer aus Kairo. Sie fürchteten, bei einem Siegeszug der Brüder, könnte die arabische Idee der Wiedervereinigung bedrohliche Züge annehmen. – Zum Weiterlesen –