Tag-Archiv | Muslimbrüder

Ägypten: neue Militär-Junta hebt Urteil gegen Ex-Diktator Mubarak auf & schlägt neue Proteste gewaltsam nieder

1Toter und 1 Verletzter bei Demonstrationen gegen Al-Sisi

Demonstranten in Kairo liefern sich schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Archivbild)Demonstranten in Kairo liefern sich schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Archivbild)

Kairo 10. Januar 2015 – (IRIB)

Die gestrige Demonstration der Gegner des ägyptischen Staatspräsidenten Abd al-Fattah as-Sisis und Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammad Mursi wurde niedergeschlagen.

Informierte Quellen berichteten am Samstag, dass bei der Demonstration ein 17-jähriger junger Mann namens „Mohammad Jome“ durch Schüsse der ägyptischen Polizei getötet und eine weitere Person schwer verletzt wurde. Augenzeugen berichteten, dass die Demonstranten im Bezirk „al-Hiram“ von den Sicherheitskräften umzingelt und mindestens fünf Menschen verhaftet wurden.

Ägypten: Gericht hebt Urteil gegen Mubarak auf

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neue ägyptische Militärjunta hält bereits 15.000 Muslimbrüder in politischer Gefangenschaft

102 Muslimbrüder in Ägypten verhaftet

SymbolbildSymbolbild – Kairo 19. Dezember 2014 (IRNA/IRIB)

Das ägyptische Innenministerium hat am Freitag mitgeteilt, 102 Muslimbrüder seien in fünf  Provinzen von Sicherheitskräften festgenommen worden.

Medienberichten zufolge sollen die Verhafteten an Terroranschlägen gegen Polizei, Richter und Infrastruktur beteiligt gewesen sein. Der Armeesprecher Hani Abdellatif sagte: Die Verdächtigen wurden vor zehn Tagen verhaftet. US-Präsident Obama zeigte sich am Donnerstag bei einem Telefonat mit dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi besorgt über die Massenverurteilungen und Verhaftungswelle von Journalisten und Aktivisten. Muslimbrüder und Anhänger Mursis werden seit Juli 2013, als er von seinem Amts gestürzt wurde, permanent von den Verantwortlichen unterdrückt. Dabei sind bislang mindestens 140 Muslimbrüder getötet und über 15.000 ins Gefängnis gesteckt worden.

Ägypten: lebenslängliche Haftstrafen wegen Protestbeteiligung gegen Militär-Putsch

Kairo 8. August 2014 (Press-TV/IRIB) Bild: www.welt-flaggen.de/agypten

Ein Gericht in Kairo hat am gestrigen Donnerstag einige Anhänger der Muslimbrüder zu langen Haftstrafen verurteilt. Drei Protestierende sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Sieben weitere wurden zu fünf Jahren und ein weiterer Protestierender zu zehn Jahren Haft verurteilt. Drei weitere wurden jedoch freigesprochen. Diesen Menschen wird vorgeworfen, an Protesten und Unruhen in der Provinz Suhaj beteiligt gewesen zu sein.

Seit dem Sturz des ersten gewählten Präsident und Muslimbruders Mohammed Mursi gehen die Behörden mit großer Härte gegen die inzwischen verbotene Organisation vor. Hunderte Anhänger wurden getötet, Tausende Mitglieder und Sympathisanten inhaftiert. Über 1000 Menschen droht die Todesstrafe, was weltweit Proteste ausgelöst hat. Bislang wurde keine Hinrichtung vollstreckt ausgeführt. In Hunderten von Fällen steht noch die Entscheidung des Großmuftis aus.

USrael strebte nach Mursi-Wahl gemeinsam um „Kontrolle“

 Gemeinsame Iran- und Ägypten-Spionage der USA und Israels

Tel Aviv 5. August 2014 (Tasnim/IRIB)

Gemeinsame Iran- und Ägypten-Spionage der USA und Israels

Die neusten durch Snowden veröffentlichten Dokumente zeigen die Zusammenarbeit der Spionageorganisationen der USA und Israels bei der Sammlung von Informationen über die Länder im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere über Iran und Ägypten.

Haaretz zufolge veröffentlichte Glenn Greanwald,  Mitarbeiter von Snowden bei der Enthüllung der Geheimnisse von NSA (National Security Agency),  am gestrigen Montag Dokumente über die Iran- und Ägypten-Spionage durch Israel und die USA. In diesem Dokument wurde auf die Kooperationen  bei den gemeinsamen Projekten der NSE, CIA und mehreren israelischen Spionageorganisationen zur Eintreibung von Informationen über führende Regierungsvertreter Irans sowie über das iranische Atomprogramm hingewiesen.

Nach der Machtübernahme von Mohammad Mursi, die unterstützt von den Muslimbrüdern im Juni  2012 erfolgte, erweiterten die Geheimdienstorganisationen der USA und Israels ihre Zusammenarbeit, um die Entwicklungen in diesem Land zu kontrollieren.

Ägypten: Todesurteile für 183 Muslimbrüder bestätigt

Mohammed Badie

21. Juni 2014 – © Foto: AP/Ahmed Omar – Mohammed Badie

STIMME RUSSLANDS Ein Gericht im ägyptischen Minia hat im größten Massenprozess der Geschichte des Landes mindestens 183 Todesurteile gegen Islamisten bestätigt, berichtet dpa.

Unter den Verurteilten ist auch das Oberhaupt der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft, Mohammed Badie.

Bei der Berufungsverhandlung war neu über 683 Todesurteile vom 28. April entschieden worden. Vier weitere Angeklagte wurden den Angaben nach zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, bei allen anderen wurde das Verfahren eingestellt. dpa

demokratischer Genozid in Ägypten: erneute Massenzwangsexmatrikulationen und langjahrige Haftstrafen ausgesprochen

SymbolbildSymbolbild – 1. Mai 2014Kairo (IRIB)

Die Universität Kairo hat 170 Studenten exmatrikuliert, weil sie an Demonstrationen teilgenommen haben.

Laut dem katarschen Fernsehsender Al-Jazeera am Donnerstag beschloss die Uni, 170 Studenten, die an Demonstrationen gegen den Putsch teilgenommen hatten, zu exmatrikulieren und sie von den Prüfungen auszuschließen. Laut dem Universitätspräsidenten fiel die Entscheidung hauptsächlich aus dem Grund, weil sie an gewalttätigen Aktionen und anderen verbotenen Aktionen  teilgenommen hatten. 38 Studenten dürfen nach einem Verhör doch an Prüfungen teilnehmen.

Mehr als 100 Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi wurden mit je 10 Jahren Gefängnishaft bestraft

STIMME RUSSLANDS Ein Gericht in Kairo hat 102 Anhänger des im vergangenen Sommer gestürzten Präsidenten, Muhammed Mursi, zu jeweils 10 Jahren Gefängnishaft verurteilt, teilen arabische Massenmedien mit.

Die ägyptische Regierung, die von dem Militär an die Macht gebracht worden war, nahm seit Juli 2013 Tausende von Mursis Anhängern fest.

In der vergangenen Woche wurden 683 Personen, darunter einer der Anführer der radikalen Gruppierung der Muslimbrüder, Mohammed Badi, vom Gericht zur Todesstrafe verurteilt.

Ägypten: Führender Muslimbrüder und 682 Anhänger zum Tode verurteilt

Ägypten: Führer der Muslimbrüder und 700 Anhänger zum Tode verurteilt

STIMME RUSSLANDS Ein ägyptisches Gericht hat den Führer der im Land verbotenen islamistischen Bewegung „Muslimbrüder“,Muhammad Badie, und 682 seiner Anhänger zum Tode verurteilt, teilten am Montag Medien mit.

Das Urteil erging in Abwesenheit Badies, weil er sich vor der ägyptischen Justiz versteckt hält.

Die Richter revidierten zudem ein früheres Verdikt gegen 529 Islamisten, die im März zum Tode verurteilt worden waren. Sie wurden alle des Überfalls auf eine Polizeiwache und der Ermordung eines Offiziers im August letzten Jahres schuldig befunden.

Das neue Urteil sieht für die meisten statt der Todesstrafe lebenslange Haft vor.

 

Erneute Auseinandersetzungen in Ägypten fordern 19 Opfer

4. Jan. 2014Kairo (Press TV)

In Kairo, Alexandria, Suez, Fayyum und Ismailia haben erneute Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und den Anhängern des gestürzten Präsidenten Muhammed Mursi 19 Tote hinterlassen.

Die Situation eskalierte, als Sicherheitskräfte zur Vertreibung der aufgebrachten Protestierenden Tränengas und Gaspatronen einsetzten.

Die Demonstranten gingen nach dem Freitagsgebet auf die Straßen, um eine Beendigung der Militärherrschaft zu fordern.

Die Unruhen in Ägypten nehmen mit dem Herannahen des Gerichtstermins im Verfahren gegen Mursi wegen Beihilfe zur Flucht von Häftlingen aus dem Gefängnis zu Beginn der Aufstände gegen Hosni Mubarak und dem Referendum über die neue Verfassung zu.

Zensur in Ägypten: Muslimbrüder zur Terrororganisation erklärt

Ägypten: Muslimbrüder zur Terrororganisation erklärt

24. Dez. 2013 – Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Der ägyptische Premierminister Hazem Al Beblawi hat die Muslimbrüder zu einer Terrororganisation erklärt.

Al Beblawi machte diese Erklärung einige Stunden nach dem Terroranschlag in Mansoura, wo eine Autobombe vor einem Polizeirevier explodiert hatte.

Der Anschlag forderte 14 Todesopfer, über 100 Menschen wurden verletzt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Polizisten.

Im September 2013 waren die Muslimbrüder vom Gericht verboten worden. Die Behörden warfen ihnen mehrmals Angriffe auf Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden vor.        

Prozessfarce in Ägypten – Ex-Präsident der Spionage angeklagt

Ägyptens Ex-Präsident der Spionage angeklagt

18. Dez. 2013 – Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Ägyptens Generalstaatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi ein neues Strafverfahren eingeleitet. Nun werden ihm Spionage und Terrorismus vorgeworfen. Eine entsprechende Verordnung wurde von Ägyptens Generalstaatsanwalt unterzeichnet.

Ähnliche Anklagen wurden auch gegen andere prominente Führer der Muslimbrüder erhoben. Darüber hinaus werden den Anführern der Islamisten die „Preisgabe von Staatsgeheimnissen an ein Drittland“, die die Verteidigungssphäre Ägyptens betreffen, die Finanzierung des Terrorismus, die militärische Ausbildung zur Erreichung der Ziele der internationalen Organisation Muslimbrüder sowie Maßnahmen, die die Souveränität des Landes und seine territoriale Integrität beinträchtigen, zur Last gelegt.

Drei ägyptische Polizisten von Folteranklage freigesprochen/ein Student von Polizei erschossen

Drei ägyptische Polizisten von Folteranklage freigesprochen/ein Student von Polizei erschossen28. Nov. 2013 – Kairo (IRIB)

Ein Gericht in Kairo hat drei Polizisten freigesprochen; ihnen wurde vorgeworfen 5 verhaftete Milizen während der Regierungszeit von Mubarak gefoltert zu haben.

Laut AFP aus Kairo sollen sie Elektroschocks gegen die Verhafteten angewandt, ihnen kein Essen gegeben und sie beim Verhör verprügelt haben.

Der Freispruch folgte auf ein Gerichtsurteil aus der Stadt Alexandria, wo 14 Frauen, Mitglieder der Muslimbrüder, zu 11 Jahren Haft verurteilt wurden; sieben minderjährige Mädchen wurden zu Erziehungsanstalten für minderjährige Straftäter geschickt.

Unterdessen hat die Polizei einen Studenten der Universität Kairo erschossen. An der Uni Alexandria wurde Tränengas gegen Studenten eingesetzt, um sie zu vertreiben.

Seit der Absetzung von Mursi ist Ägypten permanent Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Mursis und den Sicherheitskräften; dabei haben bislang über 1000 Menschen ihr Leben verloren, Tausende weitere wurden verletzt.

Demonstrationen in Ägypten gegen Militärregierung

Archivbild – 12 Nov. 2013 – Kairo (Press TV)

Tausende Bürger haben in Ägypten ein Ende der Militärregierung und die Rückkehr des abgesetzten Präsidenten Mursi gefordert.

Die Demonstrationen fanden am Dienstag in verschiedenen Städten u.a. in Shubra, Matreh und Almenia statt.

Die Demonstranten haben die Rückkehr von Mursi an die Macht unterstrichen. Sie riefen Parolen gegen Verteidigungsminister Abdul Fattah al-Sisi aus.
Er ist zugleich auch Überbefehlshaber der Streitkräfte in Ägypten. Am 3. Juli hat er mit einem Militärputsch den Präsidenten Mursi abgesetzt, die Verfassung aufgehoben und das Parlament aufgelöst.

Die Demonstranten verurteilten die Übergangsregierung wegen brutale Unterdrückung der Muslimbrüder und Verhaftung ihrer Anführer und Mitglieder.

Provokation: Ägyptische Soldaten mit Ghaddafi-Flagge beim Besuch des libyschen Premierministers

13.9.2013 – Bild: civitaslibertatis.wordpress.com

Beim Besuch des libyschen „Premierministers“ Ali Zeidan in der ägyptischen Hauptstadt Kairo haben Angehörige der ägyptischen Armee, die kurz zuvor die Macht übernommen hatte, die grüne Flagge der Jamahiriya, des basisdemokratischen Rätesystems unter Muammar al-Ghaddafi, daß die NATO 2011 mit ihrer Militärintervention beseitigt hatte, gehißt. Zeidan ist ein Marionettenpolitiker des von der NATO eingesetzten pro-westlichen Regimes in Libyen, welches kaum Rückhalt in der Bevölkerung besitzt und hauptsächlich aus neoliberalen Wendehälsen der Ghaddafi-Ära und islamistischen Muslimbrüdern besteht, gilt aber im Vergleich zu den meisten politischen Akteuren in Libyen noch als gemäßigt. (Kay Hanisch)

Ägypten: Muslimbruderschaft als Terrororganisation eingestuft

Schlacht um Moschee, Regierung will Muslim-Brüder verbieten

 |  Veröffentlicht: 18.08.13, 12:32  |  Aktualisiert: 18.08.13, 12:34  |  33 Kommentare

Am Samstag haben ägyptische Sicherheitskräfte eine von Muslim-Brüdern besetzte Moschee gestürmt und geräumt. Sie sollen das Gotteshaus seit Freitag als Lazarett und Leichenhalle benutzt haben. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die Übergangsregierung möchte die Muslimbruderschaft verbieten lassen. Ein Präsidentensprecher sagt, dass sich Ägypten im „Kampf gegen den Terrorismus“ befände.

Hunderte Anhänger der ägyptischen Muslim-Bruderschaft hielten am Samstag die Al Fatih-Moschee in Kairo besetzt. Doch die Sicherheitskräfte führten eine Räumung des Gotteshauses durch.

Beim Polizeieinsatz soll es zu Schüssen auf beiden Seiten gekommen sein. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen. Doch eine genaue Anzahl der Inhaftierten liegt bisher nicht vor. Die Mursi-Anhänger hatten die Moschee seit Freitag als Leichenhalle und Lazarett benutzt, berichtet FT.

Omaima Halawa, eine Mursi-Anhängerin aus Irland, die sich in der Moschee befand, sagte Al Jazeera, dass sich innerhalb der Moschee 700 Menschen aufhielten.

Sicherheitskräfte nahmen am Samstag auch den Bruder von Al-Kaida-Chef Ayman Al-Zawahiri, Mohammed Al-Zawahiri, fest. Er soll die Mursi-Anhänger unterstützt haben. Die Staatsanwaltschaft in Kairo hat gegen 250 Muslim-Brüder Ermittlungen eingeleitet. Ihnen wird Mord, Mordversuch und terroristische Aktivitäten vorgeworfen, berichtet Sky News.

Ein Berater des Präsidenten, Mohammed Hegasi, sagt, dass sich Ägypten im „Kampf gegen den Terrorismus“ befände, berichtet Al Jazeera. Das ägyptische Volk sei gegen „theologischen und religiösen Faschismus.“

Die ägyptische Übergangsregierung ist offenbar auch entschlossen, den Kampf gegen die Muslim-Brüder aufzunehmen. Ein Regierungssprecher sagte am Freitag in einer Erklärung, dass Übergangspremierminister Hazem al-Biblawi die Muslim-Bruderschaft verbieten lassen wolle. Allerdings wurde eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen.

Seit Freitag kamen bei den Gewaltausbrüchen insgesamt 172 Menschen ums Leben. Etwa weitere tausend Personen wurden verletzt.

Kairo Nach Dem Massaker – Zeit Für Scharfmacher

Kairo nach dem Massaker – Zeit für Scharfmacher

Geschrieben von: Andreas Rieger Am 16. August 2013

Es war schon der Traum des modernen Gründers der Muslimbrüder, Hassan al-Banna (1906-1949), einen Staat zu gründen, der die Erfordernisse der Moderne mit den Geboten des Islam vereint. Als Teil einer islamischen Reformbewegung sollten auch die Muslime möglichst schnell über die neuen Techniken der Macht verfügen. Beeindruckt war die Bewegung, die bis heute die Geschichte Ägyptens mitbestimmt, vom absoluten «Willen zur Macht» der Kolonialmächte, ihren technologisch ausgebauten Staaten und auch ihren neuen global angelegten Finanzinstrumenten: den Banken. Souveräne Staaten, der «Scharia» unterworfen, sollten nach der politischen Philosophie der Muslimbrüder die islamische Welt von der Fremdbestimmtheit befreien.

Seit den Gründungszeiten der Bewegung blieb die Macht aber ein unerreichbares Ziel. Schon in den 1950er und 1960er Jahren warf das nationalistische Nasser Regime die Brüder massenweise ins Gefängnis. Mit der Figur Said Qutb (1906-1966) fand sich ein Denker, der zudem die Grundideen der Bewegung weiter ideologisierte. In seinen Büchern prangerte er die «Verwestlichung» der arabische Regime an und forderte auch das gewalttätige Engagement der Muslime gegen diese Herrschaft. Seine Exekution 1966 ist nach wie vor ein Meilenstein für die Historie der Bewegung. Einige seiner Schüler – viele auf der Flucht – verbanden seine Lehre nun mit den globalen, explosiven Ambitionen des Salafismus und Wahhabismus.

Seit diesen Tagen hat sich der «politische» Islam in unterschiedliche Fraktionen aufgespalten – in ihrem islamischen Rechtsverständnis flexibel und in ihrer islamischen Haltung von esoterisch, über moderat bis hin zu extremistisch unterschieden. Bis heute wurzelt das Misstrauen gegen die Muslimbruderschaft in den unterschiedlichen Strömungen, die auf unterschiedliche Weise mit der Gründungszeit verbunden sind. Seit 1980 versucht beispielsweise der in Qatar ansässige Yusuf al-Qaradawi aus der Muslimbruderschaft eine regierungsfähige, teilweise moderate und auch anti-jihadistische Parteiung zu bilden. Allerdings fiel dem Prediger nicht ein, die im Islam verpönten Selbstmordattentate der Palästinenser klar zu verurteilen und so bildete auch er die gefährliche Grundlage für eine Art «islamisches» Ausnahmerecht.

Natürlich gab es auch in den letzten Jahren immer wieder inner-islamische Kritik an der Bewegung, bis hin zur skeptischen Frage ob “der politische Islam in den Bürgerkrieg führe”. Gleichzeitig gab es aber auch Hoffnung, dass die muslimischen Politiker, die auch in harten Zeiten zu ihrem Glauben hielten, eine andere, weniger korruptionsanfällige Politik für Ägypten gestalten könnten. Die Regierung Mursi stand zunächst vor etwas mehr als einem Jahr für diesen gewagten Feldversuch.

Das durch Inflation, Schulden und Wirtschaftskrisen gebeutelte Land, mit samt seinen jahrzehntelangen autoritären Strukturen, war aber durch die Politamateure der Muslimbruderschaft kaum schnell zu reformieren, geschweige denn zu demokratisieren. Absurderweise musste Mursi in Berlin oder Paris – ganz im Gegensatz zum alten «Freund» Mubarak – sich kurz nach seiner Amtsübernahme Vorträge über demokratische Prinzipien anhören. Die Golfmonarchien – immer dem Vorwurf der Korruption ausgesetzt, aber aus der islamischen Tradition durchaus mit Legitimität ausgestattet – opponierten geschickt gegen die Revoluzzer aus Kairo. Sie fürchteten, bei einem Siegeszug der Brüder, könnte die arabische Idee der Wiedervereinigung bedrohliche Züge annehmen. – Zum Weiterlesen –

Ägypten: Sicherheitskräfte erschießen 31 friedliche Pro-Mursi-Demonstranten

Mindestens 140 Tote bei Protesten

27. July 2013

http://www.politaia.org/wp-content/uploads/2013/07/aegypt.jpg
Kairo (Press-TV) – Die seit Freitag begonnenen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern und Gegnern des entmachteten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben im ganzen Land bislang 140 Tote und 5200 Verletzte hinterlassen.

Die Zusammenstöße begannen am gestrigen Freitag im Stadtteil Nasr City in Kairo, wo sich Anhänger Mursis versammelten und die Rückkehr des abgesetzten Präsidenten an die Macht forderten. Es wird berichtet, dass die ägyptische Armee gegen die Demonstranten Munition eingesetzt habe. In der Stadt Alexandria sind bei Auseinandersetzungen 7 Menschen ums Leben gekommen. Nach Mitteilungen der Muslimbrüder seien heute beim Angriff von Sicherheitskräften auf die Anhänger Mursis in den ersten Tagesstunden in Kairo mindestens 31 Menschen getötet worden.

Die Zusammenstöße zwischen den Anhängern Mursis und ihrer Gegner halten an und die Opferzahlen steigen.

http://www.presstv.ir/detail/2013/07/27/315769/people-killed-in-egypt-clashes/

Offener Bürgerkrieg in Ägypten: Mindestens 17 Tote und 200 Verletzte

 |  06.07.13, 00:43  |  1 Kommentar

Nun ist eine Situation in Ägypten eingetreten, die befürchtet wurde. Bei Zusammenstößen zwischen den Anhängern und Gegnern Mursis sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt. Zuvor hatten Sicherheitskräfte im Zuge der Massenproteste das Feuer auf Mursi-Anhänger eröffnet. Dabei starben drei Menschen.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und Gegnern an der „6. Oktober-Brücke“ in Kairo wurden mindestens 17 Menschen getötet und 200 verletzt.

In acht Vierteln Kairos toben Kämpfe zwischen den verfeindeten Gruppen, berichtet RT. Die Situation erreicht damit eine neue Eskalationsstufe. Das ägyptische Militär kann die Situation offenbar nicht unter Kontrolle bringen.

Zum Weiterlesen:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/06/offener-buergerkrieg-in-aegypten-mindestens-17-tote-und-200-verletzte/