Tag-Archiv | Sudan

Süd-Sudan & die Folgen westlicher Sezessionspolitik

südsudan

14.05.2014 JUBA/BERLIN – GFPgerman-foreign-policy.com

Ein aktueller UNO-Bericht bilanziert die Massenverbrechen im neu entflammten Bürgerkrieg im Südsudan, einem Produkt deutsch-amerikanischer Sezessionspolitik. Wie der Bericht bestätigt, haben südsudanesische Milizen seit Beginn der Kämpfe am 15. Dezember 2013 zahllose Massaker begangen; die Gesamtzahl der Todesopfer wird auf weit über 10.000, die Zahl der Flüchtlinge auf mehr als eine Million geschätzt. Auch der jüngste Waffenstillstand ist inzwischen wieder gebrochen worden. Washington und Berlin hatten die Abspaltung des Südsudan über Jahre hin systematisch forciert – aus geostrategischen Gründen: Ziel war es, das arabisch dominierte Khartum im Rahmen des Großkonflikts zwischen dem Westen und widerspenstigen Teilen der arabischen Welt zu schwächen. Beobachter hatten noch unmittelbar vor der Proklamation der Republik Südsudan am 9. Juli 2011 gewarnt, das Land verfüge nicht über die notwendigen politischen, ökonomischen und sozialen Voraussetzungen für ein funktionierendes Gemeinwesen und drohe im Falle seiner Abspaltung ins Chaos abzugleiten. Washington und Berlin ließen sich nicht von der riskanten, für sie jedoch vorteilhaften Sezessionsförderung abhalten. Die blutigen Folgen trägt nun die Bevölkerung des Südsudan. Weiterlesen

Zentralafr​ika: Frankreich führt einen Diamanten-​Krieg

François Hollande präsentiert sich in Afrika als Wohltäter. (Foto: dpa)

François Hollande präsentiert sich in Afrika als Wohltäter. (Foto: dpa)

Frankreichs Eingreifen in Zentralafrika wird als humanitärer Einsatz dargestellt. Doch der Militäreinsatz in der Ex-Kolonie hat wirtschaftliche Gründe. Chinas Einfluss auf die Ausbeutung der Rohstoffe und Edelsteine des Landes soll zurückgedrängt werden.

24. Januar 2014 –

Süd-Sudan – eine neue Kolonie des Imperiums

nach einem Artikel von Glen Ford (Übersetzung politaia.org)

Die USA, sie sich brüsten, dass die Unabhängigkeit des Süd-Sudan Washington zu verdanken sei, scheinen drauf und dran zu sein, die Souveränität der neuen Nation einzusacken. Die uniformierten Warlords des Sudan sind in Kämpfe verstrickt und nun fordern die üblichen amerikanischen “Experten”, dass die USA die Treuhandschaft über das Land übernehmen sollen, vor allem Dingen aber über sein Öl.

Seit Jahrzehnten haben die USA und Israel versucht, den Sudan aufzuteilen, der geographisch die größte Nation Afrikas darstellte. Die Sezession des Süd-Sudan war ein spezielles Projekt Israels, dessen beständigste und fundamentale Außenpolitik darauf beruht, Chaos und Zersetzung in der muslimischen und arabischen Welt zu verbreiten. Der  Sudan, der unter der Kontrolle des vorwiegend muslimischen Nordens steht, trat unmittelbar nach seiner Unabhängigkeit 1956 der Arabischen Liga bei. Seitdem versuchte Israel, den Sudan zu destabilisieren, einmal, um den “arabisierten” Afrikanern einen Schlag zu versetzen, zum anderen, um sich den Christen auf dem Kontinent anzubiedern. – zum Weiterlesen

Über 100 Tote bei Zusammenstößen im Sudan

Über 100 Tote bei Zusammenstößen im Sudan

17. Nov. – Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Mindestens 100 Menschen sind in den letzten Tagen bei bewaffneten Zusammenstößen zwischen zwei Stämmen in der südsudanesischen Region Darfur ums Leben gekommen.

Der Konflikt zwischen den Stämmen Misseriya und Salamat im Südwesten Darfurs begann schon Anfang November, berichtet ein lokaler Radiosender. Nach anderen Angaben kamn bei den Zusammenstößen auch Soldaten aus dem Tschad ums Leben, die gemeinsam mit sudanesischen Militärs die Grenze zwischen den beiden Ländern patrouillierten.

Nach UN-Angaben waren Tausende Menschen gezwungen, die Konfliktzone zu verlassen.

Welthungerkrise naht, aber nicht nur in Afrika!

Auschnitt der Karte aus dem Welthunger-Index

Haiti befindet sich unter den 16 Ländern mit sehr schweren Hungerproblemen. Guatemala und Bolivien sind Teil der Gruppe von weiteren 37 Ländern, die sich einer schweren Hungerkrise gegenübersehen. Paraguay hat als einziges südamerikanisches Land eine negative Entwicklung durchgemacht. Der Ernährungsindex hat sich in den letzten Jahren um 10,1 Prozent verschlechtert. Auch in Guatemala hat sich die Situation seit dem Abschluss der Friedensverträge 1996 signifikant verschlechtert.

Zur Erarbeitung des Berichts stützten sich die Autoren auf den Prozentsatz der unterernährten Bevölkerung, die Anzahl unterernährter Kinder unter fünf Jahren und die Kindersterblichkeit ebenfalls in den ersten fünf Jahren. Gemäß den Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) litten im Jahr 2012 rund 870 Millionen Menschen unter chronischer Unterernährung.

Die schlechtesten Daten wurden aber in Südostasien (Osttimor) und im Afrika der Subsahara-Region (Sudan, Tschad, Eritrea, Burundi) erhoben. Der Bericht weist auch darauf hin, dass die Verbesserungen, die zwischen 1990 und 1995 vor allem  in Asien erzielt worden sind, nicht gehalten werden konnten. Verantwortlich dafür seien das unzureichende Bildungsniveau und der Ausschluss von Frauen aus gesellschaftlich relevanten Positionen.

gefunden bei: http://amerika21.de/2013/10/91721/hunger-lateinamerika

 

Interventionspolitik und Terror

german-foreign-policy.com
25.09.2013 – NAIROBI/MOGADISCHU/BERLIN
(Eigener Bericht) – Mit Entsetzen reagiert das Auswärtige Amt auf den mörderischen Terrorangriff in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Wie der deutsche Außenminister erklärt, verurteile er den Angriff „auf das Schärfste“; er wünsche, „dass es gelingt, die Täter und Hintermänner dieses schrecklichen Attentats schnell zur Verantwortung zu ziehen“. Weitgehend unerwähnt bleibt bisher, dass das Massaker, zu dem sich die somalische Terrormiliz Al Shabaab bekennt, nicht losgelöst von der Interventionspolitik des Westens und seiner Verbündeten betrachtet werden kann. Die Al Shabaab-Miliz ist aus Strukturen entstanden, die Saudi-Arabien, einer der wichtigsten mittelöstlichen Partner Berlins, aufgebaut hat. Sie erstarkte, als der Westen gemeinsam mit seinem Verbündeten Äthiopien ein als gemäßigt islamistisch eingestuftes Regime in Somalia stürzte, dem Beobachter eine Befriedung des Landes zugetraut hatten; in den anhaltenden Kämpfen radikalisierte sich die Al Shabaab-Miliz und verband sich schließlich mit internationalen islamistischen Terrornetzen. Kenia wurde zur Zielscheibe, als es vor rund zwei Jahren sein Militär in den Süden Somalias schickte – auch, um den Westen auf dessen Drängen hin im scheiternden „Anti-Terror-Krieg“ zu unterstützen. Bereits mehrere Terroranschläge haben das Land seither getroffen; auch für die Zukunft ist die Gefahr nicht gebannt.
Globales Entsetzen
Wie der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta am gestrigen Nachmittag mitgeteilt hat, haben die kenianischen Sicherheitskräfte den mörderischen Terrorangriff auf die Shopping Mall „Westgate“ in Nairobi beenden können. Die Terroristen haben demnach seit Samstag 61 Zivilisten und sechs Soldaten ermordet; von ihnen sind fünf ums Leben gekommen, elf festgenommen worden. Kenyatta zufolge ist damit zu rechnen, dass in der teilweise zerstörten Shopping Mall weitere tote Zivilisten gefunden werden. Der Terrorangriff ist der schlimmste, den Kenia seit dem Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi am 7. August 1998 erlebte. Damals kamen 212 Menschen zu Tode, mehr als 4.000 wurden verletzt. Zu dem jetzigen Terrorangriff hat sich die somalische Al Shabaab-Miliz bekannt. Weltweit, auch im Auswärtigen Amt in Berlin, herrscht Entsetzen. Nicht näher thematisiert wird bislang jedoch, dass das Massaker nicht losgelöst von der Interventionspolitik des Westens und seiner Verbündeten gesehen werden kann – in mehrfacher Hinsicht. – Zum Weiterlesen –

Moskau und Peking „untergraben den Dollar“

Moskau und Peking „untergraben den Dollar“

The renminbi falls back against the dollar
Russland und China hätten sich im Kampf gegen den Dollar als führende Reservewährung vereinigt. Mit einer solchen Erklärung trat der bekannte amerikanische Trader, Russ Winter, auf. Der Experte behauptet, dass Moskau und Peking bereits den ersten Teil ihres Planes in die Tat umsetzten, der sich gegen die Hegemonie des Dollars auf denn Weltmärkten richte.
Russland du China haben in der Tat eine ähnliche Taktik gewählt: maximal möglicher Verzicht auf den Dollar in den internationalen Verrechnungen und Stärkung der eigenen Währungen durch Goldeinkauf. Moskau fördert tatkräftig die grenzüberschreitenden Rubelüberweisungen und schränkt zugleich die Überweisungen in ausländischer Währung ein. Peking geht seinerseits allmählich zum direkten Umtausch des Yuans gegen den Euro, den Pfund und den Yen über. Gleichzeitig hat China den Goldimport um ein vielfaches erhöht und kauft heute mehr Gold als es selbst Gold produziert. Denn je höher die Golddeckung des Yuans, desto schwächer sind die Positionen des Dollars als der wichtigsten Reservewährung.
Zugleich sei das nach Auffassung von Analysten lediglich die Wirkung. Die Ursache bestehe aber in der sinkenden Zahlungsfähigkeit des Dollars im Allgemeinen, und der Wirtschaft der USA im Besonderen. Wegen des Wachstums der Geldmasse kann die amerikanische Währung in den nächsten drei Jahren auf ein Drittel ihres heutigen Wertes sinken. Peking und Moskau sind gezwungen, ihre Währungen vor einem solchen Szenarium zu schützen, deshalb transferieren sie ihre Reserven in Gold.
Wie Russ Winter feststellt, sei der Plan der Verbündeten denkbar einfach. Er lautet. Die Konvertierbarkeit des Rubels und des Yuans nach und nach zu erhöhen und ihre Rolle im internationalen Handel zu vergrößern und anschließend sie als Reservewährungen zu nominieren. Die USA, wo sich das Niveau der Staatsschuld allmählich dem Vermerk von 110 Prozent des Bruttoinlandproduktes nähert, würden schlich und einfach nicht imstande sein, diese Herausforderung zu erwidern. Obwohl der „Tag des Sieges“ über den Dollar (sowie über den Euro und den Pfund) natürlich nicht nahe sei. Damit die Welt eine Währung als Reservewährung akzeptiert, müsse diese bestimmten Bedingungen entsprechen, hebt Iwan Fomenko, Leiter der Abteilung Treuhandverwaltung der „Absolut Bank“, hervor:
„Erstens wäre das die vollständige Offenheit des Devisenmarktes und die Konvertierbarkeit dieser Währung. Zweitens wären es die Zuverlässigkeit und die Offenheit der Finanzinstitute der Länder, die darauf den Anspruch erheben, dass ihre Währung den Status einer Reservewährung erlangt. Drittens sei es die Konsequenz der Handlungen der monetären Behörden. Nun und viertens, und das ist das Allerwichtigste, komme es auf den Wunsch der Unternehmen an, Verträge mit Yuans als Basiswährung abzuschließen.“
Wenn man die Handlungen Moskaus und Pekings in den letzten Jahren analysiert, so kann man schlussfolgern, dass der amerikanische Trader von der Wahrheit nicht weit entfernt ist. China hat schon 2009 erklärt, dass das Dominieren einer Währung in der Welt hohe Risiken für die Verbreitung der Krise in sich birgt. Russlands Behörden haben sich ebenfalls für eine Vergrößerung der Zahl von Reservewährungen ausgesprochen und sogar den Rubel als eine von solchen Währungen angeboten. Die Sache hat sich auf die Erklärungen allein nicht beschränkt.
Russland, der Iran, Sudan du Venezuela haben sich über die Bezahlung der Erdöllieferungen in Yuans geeinigt. Gegenwärtig werden 5 Millionen Barrel Erdöl täglich in chinesischer Währung bezahlt. Mitte Juli ist bekannt geworden, dass sich der Umfang des direkten Handels zwischen dem Yen und dem Yuan lediglich ein Jahr nach dem Anlaufen solcher Geschäfte verdoppelt hat. Am 4. Juli hat Singapur damit begonnen, Clearingleistungen bei den Geschäften in Yuans zu erbringen. Was Moskau anbelangt, so sind keine offiziellen Absprachen mit Peking über die Unterstützung des Yuans bekannt. Nichtsdestoweniger zeugten seine Schritte von der Unterstützung des chinesischen Kurses, stellt Alexej Maslow, Experte der Ökonomiehochschule, fest:
„Man muss sagen, dass Russlands Rolle eher eine technische ist. Es gibt keine direkte Absprache zwischen der VR China und Russland hinsichtlich einer Blockierung des Dollars. Und Russland ist meiner Ansicht nach nur einer der Spieler in diesem groß dimensionierten Plan Chinas. Doch das ist für Russland, vom taktischen Standpunkt aus betrachtet, vorteilhaft. Vom strategischen Standpunkt aus betrachtet, kann die Verstärkung eines solchen Landes wie die VR China Besorgnis hervorrufen.“
Den nächsten Schritt vergleicht Russ Winter mit dem „Herausschlagen des Stuhls unter den USA, die bereits mit einer Schlinge um den Hals darauf stehen“. Dafür sei es für China und Russland erforderlich, ihre Währungen mit Gold zu decken (wie eingangs erwähnt, befassen sie sich bereits damit). Obwohl die meisten Analysten die Auffassung vertreten, dass der „Stuhl“ in Washington erstaunlich gediegen gefertigt worden sei. Und um ihn endgültig ins Wanken zu bringen, würde man mindestens fünf bis zehn Jahre brauchen.

Gefunden bei: http://german.ruvr.ru/2013_07_26/Moskau-und-Peking-untergraben-den-Dollar-8505/
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Gruß an die, die sich vom Dollar trenn(t)en
gefunden beim Honigmann