Tag-Archiv | Tränengas

USA: Ausnahmezustand in Ferguson – schwere Unruhen & landesweite Proteste

Polizeigewalt

Von Polizisten in USA verletzter Junge gestorben

Alle 28 Stunden wird in den USA ein Afro-Amerikaner erschossen. Beim letzten Opfer handelt es sich um einen zwölfjährigen Junge der von der Polizei angeschossen wurde. Grund: Er hielt eine Spielzeugpistole in seinen Händen.

Von Polizisten in USA verletzter Junge gestorben

STIMME RUSSLANDS Der zwölfjährige Junge, der von einem Polizisten angeschossen worden war, ist in der Stadt Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) trotz der Bemühungen der Ärzte gestorben.

Nach Urteil in Ferguson: Proteste in New York und Los Angeles

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USA: In der Stadt Ferguson tobt der Bürgerkrieg

In der US-Stadt Ferguson kommen derzeit Materialien aus dem Irak-Krieg zum Einsatz. (Foto: dpa)In der US-Stadt Ferguson kommen derzeit Materialien aus dem Irak-Krieg zum Einsatz. (Foto: dpa)

Bürgerrechte – Zwei Journalisten festgenommen

In der US-Stadt Ferguson kommt es seit fünf Tagen zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizisten und Anwohnern. Ursache ist die Tötung eines jungen Afroamerikaners durch einen Polizeibeamten. Die Sicherheitskräfte haben die gesamte Stadt abgeriegelt und setzen Tränengas und Gummigeschosse ein. Ein US-Abgeordneter beklagt sich über die massive Militarisierung der Strafverfolgungsbehörden.

über 70 Verletzte Palästinenser bei israelischer Tränengasattake auf Trauerzeremonie

Über 70 Palästinenser bei israelischen Angriffen verletzt El-Kuds 4. Juli 2014 (Al-Mayadeen/IRIB)

Über 70 Palästinenser sind  durch das Tränengas israelischer Militärs im besetzten Al-Quds  verletzt worden.

Laut dem libanesischen Fernsehsender Al-Mayadeen schossen israelische Militärs am Freitag und während der Beisetzung von Mohammad Abu Chatir, den palästinensischen Jugendlichen in Schaafat in Al-Quds  Tränengas auf die Palästinenser, wobei 70 Palästinenser verletzt wurden. Der Pressebeauftragte des Islamisched Dschihad Palästinas, Dawud Schahab, rief den Widerstand auf, sich auf weitere mögliche Angriffe Israels vorzubereiten. Er betonte ferner, dass die Raketen des palästinensischen Widerstandes eine legitime Aktion gegen die Unterdrückungen Israels sind.

Palästinenserin durch israelischen Terror getötet

15. April 2014Betlehem (Sama/Fars News/IRIB)

Die Militärs des israelischen Regimes haben das Lager Ayedeh im Westen Bait-ul Lahams (Betlehems) gestürmt und die Einwohner mit Tränengas beworfen, wobei eine 44-jährige Palästinenserin erstickte.

Unterdessen gab der offizielle Rundfunk des israelischen Regimes bekannt, die israelischen Kräfte seien wegen  Abschusses eines Granatgeschosses aus dem Gazastreifen am gestrigen Montag  in Alarmbereitschaft versetzt. Das Geschoss schlug in der Nähe der so genannten Sicherheitsmauer ein.

USA: Proteste gegen Polizeigewalt in Albuquerque

USA: Proteste gegen Polizeigewalt in Albuquerque

STIMME RUSSLANDS Die Einwohner der Stadt Albuquerque, die im US-Bundesstaat New Mexiko liegt, haben eine Protestaktion gegen die Brutalität der lokalen Polizei durchgeführt. Die Polizei jagte die Demonstranten mit Tränengas auseinander.

Zuvor tauchte ein Video im Internet auf, auf dem man sehen kann, wie ein Polizist auf einen Obdachlosen schießt.

Die Hacker-Gruppe Anonymous erklärte sich bereit, sich für den Mord an dem Obdachlosen zu rächen und attackierte die Webseite der städtischen Polizei.

Nach Angaben der Zeitung „Albuquerque Journal“ schossen Polizisten seit 2010 37 Mal auf Verdächtigte, 24 Menschen wurden dabei getötet.

Madrid: Massenproteste und Straßenschlachten

23. März 2014 – © Foto: EPA

STIMME RUSSLANDS Eine Protestaktion gegen strenge Sparmaßnahmen, die in der spanischen Hauptstadt Madrid stattgefunden hat und an der Zehntausende Menschen teilgenommen haben, ist in Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten ausgeartet.

Die Demonstranten bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern, und die Polizei setzte Knüppel und Tränengas ein. 24 Menschen wurden festgenommen, 88 (darunter 55 Polizisten) wurden verletzt.

Laut Polizeiangaben nahmen mindestens 36.000 Menschen an der Aktion teil, 2.000 davon kamen zu Fuß aus entlegenen Regionen im Süden und im Norden des Landes. Die Protestaktion fand unter der Losung „Marsch für ein würdiges Leben“ statt.

Erneute Auseinandersetzungen in Ägypten fordern 19 Opfer

4. Jan. 2014Kairo (Press TV)

In Kairo, Alexandria, Suez, Fayyum und Ismailia haben erneute Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und den Anhängern des gestürzten Präsidenten Muhammed Mursi 19 Tote hinterlassen.

Die Situation eskalierte, als Sicherheitskräfte zur Vertreibung der aufgebrachten Protestierenden Tränengas und Gaspatronen einsetzten.

Die Demonstranten gingen nach dem Freitagsgebet auf die Straßen, um eine Beendigung der Militärherrschaft zu fordern.

Die Unruhen in Ägypten nehmen mit dem Herannahen des Gerichtstermins im Verfahren gegen Mursi wegen Beihilfe zur Flucht von Häftlingen aus dem Gefängnis zu Beginn der Aufstände gegen Hosni Mubarak und dem Referendum über die neue Verfassung zu.

Ukraine: vom Westen gefördere Opposition setzt Tränengas gegen Sicherheitskräfte ein

Polizei und Protestler in Kiew liefern sich Gefechte

11. Dez. 2013 – Foto: EPA

Polizei und Protestler in Kiew liefern sich Gefechte

STIMME RUSSLANDS Die Innentruppen und die Sondereinheit der Polizei „Berkut“ erstürmen im Zentrum Kiews das Gebäude des Stadtrates, das von den Teilnehmern der andauernden Protestaktion besetzt worden war.

Wie es aus dem Innenministerium verlautete setzten die Protestler gegen die Polizeikräfte Tränengas ein, warfen Rauchkörper und begossen die Polizisten aus den Fenstern des Gebäudes mit Wasser.

Erstürmung von Bürgermeisteramt durch Polizeisondereinheit in Kiew gescheitert Weiterlesen

Nach Tod zweier kurdischer Demonstranten – Türkische Polizei greift kurdische Protestierende an

Tür-Kur-allmystery.de9. Dez. 2013 Bild: allmystery.de – Ankara (Press-TV)

Am gestrigen Sonntag hat die türkische Polizei rund fünf Tausend Kurden, die sich im Zentrum von Diyarbakir versammelt hatten, mit Tränengas und Wasserwerfer angegriffen.

Die Demonstranten protestierten gegen die Tötung von zwei Protestierenden, die am Freitag bei den Protesten von den Sicherheitskräften erschossen wurden. Es handelte sich um zwei 32 und 34-jährige Kurden, die ihr Leben beim Protest gegen die Zerstörung des Friedhofs kurdischer Rebellen verloren. Bei den gestrigen Auseinandersetzungen wurden einige Polizisten verletzt und fünf Demonstranten festgenommen. Die kurdische Partei des Friedens und der Demokratie BDP hat den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan aufgefordert, sich für den Tod dieser zwei Kurden zu entschuldigen.

Die Unruhen und Anti-Regierungsdemonstrationen haben in der Türkei seit 31. Mai begonnen, als die Polizei eine Protestversammlung auf den Taksim-Platz in Istanbul gegen Umbaupläne der Regierung für Gezi-Park mit Gewalt niedergeschlagen hat. 

Drei ägyptische Polizisten von Folteranklage freigesprochen/ein Student von Polizei erschossen

Drei ägyptische Polizisten von Folteranklage freigesprochen/ein Student von Polizei erschossen28. Nov. 2013 – Kairo (IRIB)

Ein Gericht in Kairo hat drei Polizisten freigesprochen; ihnen wurde vorgeworfen 5 verhaftete Milizen während der Regierungszeit von Mubarak gefoltert zu haben.

Laut AFP aus Kairo sollen sie Elektroschocks gegen die Verhafteten angewandt, ihnen kein Essen gegeben und sie beim Verhör verprügelt haben.

Der Freispruch folgte auf ein Gerichtsurteil aus der Stadt Alexandria, wo 14 Frauen, Mitglieder der Muslimbrüder, zu 11 Jahren Haft verurteilt wurden; sieben minderjährige Mädchen wurden zu Erziehungsanstalten für minderjährige Straftäter geschickt.

Unterdessen hat die Polizei einen Studenten der Universität Kairo erschossen. An der Uni Alexandria wurde Tränengas gegen Studenten eingesetzt, um sie zu vertreiben.

Seit der Absetzung von Mursi ist Ägypten permanent Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Mursis und den Sicherheitskräften; dabei haben bislang über 1000 Menschen ihr Leben verloren, Tausende weitere wurden verletzt.

Türkische Polizei setzt sich in Ankara mit protestierenden Lehrern auseinander

Türkische Polizei setzt sich in Ankara mit protestierenden Lehrern auseinander24. Nov. 2013 – Ankara (Press TV)

Die türkische Polizei hat sich mit protestierenden Lehrern Auseinandersetzungen geliefert.

Die Lehrer protestierten gegen die Bildungspolitik der Regierung. Die Bereitschaftspolizei in Türkei setzte am Samstag gegen Lehrer, die sich aus dem ganzen Land in Ankara versammelt hatten, Tränengas und Wasserwerfer ein.

Der Zeitung Hürryyat zufolge wurden dabei sieben Personen verletzt. Eine Frau wurde von einer Tränengaspatrone am Kopf getroffen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Laut Ärzten sei die Verletzung schwer, aber es bestehe keine Lebensgefahr.

Der Verband des Unterrichtspersonals und Verwaltung hatte landesweit zu diesen Demonstrationen aufgerufen. Demnach wurden auch einige Demonstranten verhaftet.

In den vergangenen Wochen war die Türkei Schauplatz allgemeiner Demonstrationen gegen die Politik von Ministerpräsident Erdogan. Diese haben am 31. Mai begonnen, als die Polizei in Istanbul Demonstranten angriff, die gegen die Zerstörung des Gezi-Parkes protestierten. Die Proteste griffen schnell auf andere Städte über; man fordert einstimmig den Rücktritt von Erdogan.

Zehnjähriger stirbt bei Protesten in Kairo

Anhänger der Muslimbrüder fliehen vor Tränengas. 23. Nov. 2013 – Anhänger der Muslimbrüder fliehen vor Tränengas – Kairo (AP/dpa)

Bei Krawallen in Ägypten sind am Freitag zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein zehnjähriger Junge.

In Kairo und anderen Städten gingen gestern tausende Anhänger der Muslimbruderschaft genau 100 Tage nach der gewaltsamen Räumung ihres Protestcamps durch die Übergangsregierung auf die Straßen. Wie die Rettungsdienste mitteilten, starb ein zehnjährige Junge in Suez, nachdem er bei Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern am Kopf von einer Schrotladung getroffen worden war. Das zweite Opfer war demnach ein 21-Jähriger, der im Osten Kairos erschossen wurde. Mindestens 14 weitere Menschen wurden verletzt.

In Kairo versuchten die Protestierenden auf einen Platz im Osten der Hauptstadt zu gelangen, auf dem vor der Räumung zahlreiche Mursi-Anhänger protestiert hatten. Sie wurden von Sicherheitskräften davon abgehalten, die das Gebiet abriegelten und Tränengas einsetzten. Andere Demonstranten versuchten eine Hauptverkehrsstraße zu blockieren. Auch hier schoss die Polizei mit Tränengas.

Im Kairoer Viertel Heliopolis steckten Anhänger der Muslimbruderschaft Reifen in Brand. Das Feuer griff auf eine Straßenbahn über, wie die Agentur Mena berichtete. Auch an anderen Orten wurden nach Angaben des Innenministeriums Brände gelegt und Steine geworfen. Verantwortlich sollen demnach Studenten sein, die Mursi unterstützen.

Der ägyptische Präsident Mohammad Mursi war im Juli vom Militär gestürzt worden. Die Übergangsregierung geht seitdem massiv gegen die Muslimbruderschaft vor.

Krawalle auf Haiti: Tausende Demonstranten fordern Präsidentenrücktritt

Krawalle auf Haiti: Tausende Demonstranten fordern Präsidentenrücktritt

19. Nov. 2013 – Foto: AFP

STIMME RUSSLANDS Die haitische Polizei hat Tränengas gegen die Teilnehmer an einer tausendköpfigen Demonstration nahe Port-au-Prince eingesetzt. Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Michel Martelly.

Demonstranten errichteten Straßensperren aus brennenden Autoreifen, schlugen Fensterscheiben von Autos ein und warfen Steine auf Polizisten. Das ist die größte Anti-Regierungs-Demonstration seit dem Amtsantritt von Martelly im Mai 2011.

Martelly vertrete die Interessen jener Minderheit, die das Land heruntergebracht hat, als sie an der Macht war, sagte ein haitischer Oppositioneller.

Über 20 Tote und Verletzte bei Protest von Mursi-Anhängern

Proteste in Ägypten: In Kairo kam es erneut zu blutigen Zusammenstößen. Proteste in Ägypten: In Kairo kam es erneut zu blutigen Zusammenstößen.

15. Nov. 2013 – Kairo (AP/dpa/dradio)

Bei neuen Unruhen während Protesten von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammad Mursi sind am Freitag in Ägypten mindestens zwei Menschen getötet und über 20 weitere verletzt worden.

Bei einem der Todesopfer handelte es sich um einen zwölfjährigen Jungen, der nahe der Pyramiden von Giseh in Auseinandersetzungen zwischen Mursi-Anhängern und örtlichen Bewohnern geraten sei, teilte ein Behördensprecher mit
In Kairo, Suez und Alexandria setzte die Polizei Tränengas ein, um Anhänger und Gegner von Mursi auseinanderzutreiben.
In Suez wurde ein Demonstrant von einer Kugel am Kopf getroffen und schwer verletzt. Unweit der Giseh-Pyramiden warfen die beiden Gruppen Brandbomben und Steine aufeinander.
Erst am Vortag waren der Ausnahmezustand und die damit verbundene nächtliche Ausgangssperre aufgehoben worden.

Nach Lehrer-Demo: Schwere Ausschreitungen in Rio de Janeiro

Vor dem Rathaus in Rio de Janeiro kam zu Kämpfen zwischen Polizei und Demonstranten (Foto: dpa)Vor dem Rathaus in Rio de Janeiro kam zu Kämpfen zwischen Polizei und Demonstranten (Foto: dpa)

Brasilien – Gegen Korruption und Gier

In Brasilien ist es in der Nacht zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Lehrer protestierten gegen den Verfall des Bildungs-Systems: Korruption und Geldgier verhindern, dass die jungen Brasilianer faire Chancen für die Zukunft erhalten.

  | , 15:20 Uhr

Nationalfeiertag: In Brasilien flammen die Unruhen wieder auf

Bürger fordern soziale Gerechtigkeit

In Rio de Janeiro haben Demonstranten die Militärparade zur Unabhängigkeit-Feier mit einer Protest-Aktion gestört. Die Polizei antwortete mit Tränengas. Zum Nationalfeiertag wurden Proteste in über 150 brasilianischen Städten abgehalten. Die meisten verliefen friedlich. Die Bürger fordern soziale Gerechtigkeit und ein Ende der Korruption.

  | , 02:58 Uhr

Krise greift über: Schwere Ausschreitungen in Bahrain

  |  Veröffentlicht: 17.08.13, 01:27  |  Aktualisiert: 17.08.13, 01:28  | 2 Kommentare

In Bahrain ist es zu Zusammenstößen zwischen Gegnern des Königshauses und Sicherheitskräften gekommen. Bei den Demonstranten handelt es sich um Mitglieder der schiitischen Mehrheit des Landes. Sie fühlen sich von der sunnitischen Führung des Landes diskriminiert.

In der Nacht zum Freitag ist es in Bahrain zu schweren Ausschreitungen zwischen Anhängern der schiitischen Mehrheit des Landes und den Sicherheitskräften des sunnitischen Königshauses gekommen. Die Demonstranten griffen die Polizei mit Steinen und Brandsätzen an. Die wiederum setzte Schrotkugeln und Tränengas ein.

Bisher wurden im Zuge der Proteste 20 Personen verhaftet, berichtet Khaleej Times.

Auslöser der Zusammenstöße soll ein gewaltsames Durchgreifen von Polizisten gegen mehrheitlich 100 schiitische Inhaftierte in einem Gefängnis gewesen sein. Sie protestierten gegen die schlechten Bedingungen im Gefängnis.

„Sie haben versucht, die Türen einzuschlagen und zu entkommen“, zitiert die libanesische Zeitung Al Akhbar das Innenministerium von Bahrain aus einem Twitter-Auszug.

Sayed al-Muhafada vom Bahrain Zentrum für Menschenrechte sagt, dass 40 Gefängnisinsassen verletzt wurden. „Einige der Inhaftierten verteidigten sich gegen die Sicherheitskräfte. Doch das führte zu noch mehr Gewaltanwendung“, zitiertPress TV al-Muhafada.

Im Verlauf des Arabischen Frühlings kam es erstmals im Jahr 2011 zu Aufständen gegen die politische Führung im Königreich Bahrain. Insgesamt 65 Prozent der Bevölkerung sind Schiiten. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit in Bahrain fühlt sich von der sunnitischen Führungsschicht diskriminiert.

Die größte Oppositionsbewegung des Landes, Al-Wefak , fordert die Freilassung von 450 inhaftierten Aktivisten und religiösen Anführern, berichtet die AG Friedensforschung.

Ägypten: Sicherheitskräfte begehen Massaker bei Erstürmung der Protestcamps

Viele Tote bei Räumung von Protestcamps in Kairo

Muslimbrüder rufen zu Protest gegen „Massaker“ auf

AFP

Bei der gewaltsamen Räumung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten ägyptischen Staatschefs Mohammed Mursi in Kairo hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und zerstörten mit Bulldozern Barrikaden der DemonstrantenAFP – Bei der gewaltsamen Räumung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten ägyptischen Staatschefs Mohammed Mursi in Kairo hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas …Mehr

Bei der gewaltsamen Räumung der Protestcamps von Anhängern des gestürzten ägyptischen Staatschefs Mohammed Mursi in Kairo hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Die Sicherheitskräfte begannen am Morgen mit der Räumung, setzten Tränengas ein und zerstörten mit Bulldozern Barrikaden der Demonstranten. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von mindestens 43 Toten. Die Muslimbrüder sprachen zuletzt von 250 getöteten Demonstranten, was zunächst nicht überprüfbar war. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) alle Seiten zum Gewaltverzicht auf.

Entgegen der Ankündigung der Übergangsregierung, die Plätze Rabaa-al-Adawija und Al-Nahda „schrittweise“ zu räumen, rückten die Einsatzkräfte im Morgengrauen auf die Plätze vor, wo tausende Demonstranten seit Wochen gemeinsam mit Frauen und Kindern für Mursis Wiedereinsetzung ins Amt protestierten. Über den Plätzen flogen Hubschrauber, in der Luft hingen Schwaden von Tränengas.

Ein AFP-Reporter zählte allein auf dem Platz nahe der Rabaa-al-Adawija-Moschee 43 Leichen. Viele der Toten wiesen Schusswunden auf, Frauen und Kinder waren nicht unter den Opfern. Das Innenministerium vermeldete etwa zwei Stunden nach Beginn des Einsatzes, der Al-Nahda-Platz stehe „vollständig unter der Kontrolle“ der Sicherheitskräfte. Polizisten hätten die meisten Zelte auf dem Platz abgerissen. Zuvor waren Frauen und Kinder in Begleitung von Polizisten von dem Platz geführt worden.

Das Innenministerium erklärte zudem, dass zwei Sicherheitskräfte getötet worden seien, nachdem Demonstranten das Feuer auf die Beamten eröffnet hätten. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte AFP zudem, dass mit Hilfe von Anwohnern dutzende Demonstranten festgenommen worden seien.

Ein Vertreter der Muslimbrüder sprach im Internetdienst Twitter von mehr als „250 bestätigten Toten“ und mehr als 5000 verletzten Demonstranten. Der Einsatz sei kein Versuch, die Proteste aufzulösen, sondern ein „blutiger Versuch“, jede oppositionelle Stimme zur Absetzung Mursis zu vernichten, twitterte Gehad al-Haddad von den Muslimbrüdern. Die Bewegung rief die Ägypter auf, auf die Straße zu gehen, um gegen das „Massaker“ zu protestieren.

Der Rabaa-al-Adawija-Platz glich am Vormittag einem Schlachtfeld. Der Boden eines unter einem Zelt errichteten Notlazaretts war blutüberströmt, Ärzte behandelten zahlreiche Verletzte. Einen Mann, der einen Kopfschuss erlitten hatte, aber noch atmete, ließen sie liegen, um sich um Verwundete zu kümmern, die noch gerettet werden konnten.

Die nationale Bahnbehörde erklärte, in und um Kairo alle Züge gestoppt zu haben, um weitere Proteste im Großraum der Hauptstadt zu vermeiden. „Bis auf Weiteres“ seien alle Verbindungen von und nach Kairo unterbrochen, hieß es.

„Jedes weitere Blutvergießen in Ägypten muss verhindert werden“, sagte Westerwelle vor Journalisten in Berlin. Die Übergangsregierung müsse „friedliche Proteste zulassen“. Ebenso erwarte Deutschland von den anderen politischen Kräften, „dass sie sich klar von Gewalt distanzieren, dass sie nicht zu Gewalt aufrufen und auch nicht gewalttätig handeln“. Westerwelle zeigte sich „extrem besorgt“ angesichts der Lage in Ägypten und rief deutsche Staatsbürger „mit großem Nachdruck“ auf, den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes „dringend Folge zu leisten“.

Mursis Anhänger protestieren seit Wochen für dessen Wiedereinsetzung ins Amt. Mursi war am 3. Juli vom Militär entmachtet worden. Er sitzt an einem geheimen Ort in Untersuchungshaft. In den Wochen nach seinem Sturz wurden in Ägypten mehr als 250 Menschen getötet. Die Übergangsregierung hatte Mursis Anhänger mehrfach aufgefordert, ihre Protestcamps zu räumen.

Aufstand gegen Amerika: Italiener stürmen Militärbasis in Sizilien

 |  Veröffentlicht: 11.08.13, 04:27  |  Aktualisiert: 11.08.13, 04:28  |  8 Kommentare

Über 1.000 Menschen nahmen an den Protesten gegen die Präsenz der Amerikaner in Sizilien teil. Die Polizisten mussten mit Tränengas eingreifen. Mehrere 100 Demonstranten stürmten eine US-Militär-Basis in Sizilien. Auf dem Gelände wird die Radaranlage für amerikanisches Satellitensystem betrieben.

Seit Jahren gibt es regelmäßig Demonstrationen der italienischen Bürger gegen die Präsenz der USA in ihrem Land. Hauptsächlich geht es dabei um diverse NATO- oder Militärstützpunkte. Am Freitag gab es nun auf Sizilien große Proteste. Im Süden der Insel, in Niscemi, befinden sich auf einem Militär-Stützpunkt der USA Radar- und Sendeanlagen des neuen Satellitenkommunikations-Systems Mobile User Objective System (MUOS). Die Radaranlage ist noch nicht ganz vollständig, erst zwei von sechs Satelliten beispielsweise sind fertiggestellt und im Orbit.

Etwa 1.000 Menschen waren deshalb am Freitag zu der Militärbasis marschiert. Die Protestler No MUOS kritisieren, dass das Satellitenkommunikations-System MUOS den Weltfrieden, die Umwelt und die Gesundheit der einheimischen Bevölkerung bedrohe, berichtet die italienische Zeitung Gazetta des Sud. Sie fordern den sofortigen Stopp der Arbeiten an der Militärbasis. Im Laufe des Freitags stürmten dann etwa 100 Menschen die Militärbasis – sie rissen den Zaun nieder und drangen in das Gelände ein. Neun Demonstranten kletterten zudem auf die Antennen innerhalb der Militärbasis. Zuvor hatten die Polizisten versucht, die Demonstranten auch mit Tränengas von der Anlage fern zu halten, so die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Auch im März und April war es zu mehreren Demonstrationen der Bewegung No MUOS gekommen, wie auf der Webseite der Organisation zu sehen ist. Italiens Verteidigungsminister sagt jedoch, das System sei „essentiell für NATO-Operationen im Mittelmeerraum und somit auch für die nationale Sicherheit.“

Die Satellitenschüsseln haben einen Durchmesser von etwa 20 Metern. 2001 gab es ein bilaterales Abkommen zwischen den USA und Italien, dass noch der damalige Premier Berlusconi unterzeichnete. 2006, unter Prodi, wurde es dann ratifiziert. Seitdem laufen die Bauarbeiten auf der Insel.