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Uruguay bietet Bolivien und Paraguay einen Hafen an

Montevideo. Der Präsident von Uruguay, José Mujica, hat den Ländern Bolivien und Paraguay angeboten, einen Hafen an der uruguayischen Atlantikküste zu betreiben.

Die beiden Länder im Binnenland des Kontinents haben als einzige in Südamerika keinen direkten Zugang zum Atlantischen oder Pazifischen Ozean. Die dadurch beschränkten Handelsmöglichkeiten werden immer wieder als Gründe für die zurückgebliebene Entwicklung beider Länder angeführt.

Der Containerhafen würde auf uruguayischem Territorium in der Stadt La Paloma gebaut werden, soll aber unter die Befugnis der Regierungen Paraguays und Boliviens gestellt werden. Mujicas Angebot geschieht im Rahmen der Wirtschaftsunion südamerikanischer Nationen Mercosur. Weiterlesen

Uruguays Präsident liebt die einfachen Dinge

Imagen-Jose-Mujica-cultiva-arvejas-uruguay_ECMIMA20120909_0111_4Uruguays Staatschef José Mujica macht sich nicht viel aus Geld sondern spendet lieber circa 90 Prozent seines Gehalts von monatlich umgerechnet 9300 Euro für soziale Projekte. Ihm selbst bleiben demnach weniger als 1000 Euro, was er selbst nicht etwa als Problem ansieht, schließlich hätten die meisten seiner Landsleute weniger zum Leben, wie er sagt. Mujica lebt gemeinsam mit seiner Frau und einem dreibeinigen Hund in seinem Farmhaus und züchtet Blumen.

Mujica selbst sagt in einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP: “Ich brauche nicht viel zum Leben”. Dies habe ihn seine jahrelange Haft während der Diktatur in Uruguay gelehrt. Das Land litt 12 Jahre lang von 1973 bis 1985 unter einer Diktatur. Insgesamt verbrachte Mujica 14 Jahre hinter Gittern. Damals sei er schon froh gewesen, wenn er eine Matte zum Schlafen bekommen habe, wie der ehemalige Guerillero berichtet. Der gelernte Blumenzüchter sagte, dass das wahre Glück auf Erden nur aus vier oder fünf Dingen bestünde, die sich seit Homers Zeiten nicht geändert hätten: Liebe, Kinder, eine Handvoll Freunde. Zudem fügte der 77-Jährige noch hinzu, dass er nichts von der modernen “Sklaverei” halte, in der die Menschen “leben um zu arbeiten” statt “arbeiten um zu leben” und spricht weiter “Arm sind nicht die, die wenig haben. Arm sind die, die viel wollen”.

José Mujica trägt niemals Krawatte und ist sich keinesfalls zu schade, seine Einkäufe selbst zu erledigen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass das Staatsoberhaupt von etwa 3,3 Millionen Uruguayern in einem Geschäft gesichtet wird, in dem er sich eine Klobrille kauft. Im März letzten Jahres legte der volksnahe Präsident seinen Besitz von insgesamt 176.000 Euro in Form eines Bauernhofes, zwei alten Autos, darunter ein antiker VW Käfer, drei Traktoren und landwirtschaftlichen Gütern offen. Weiterlesen