Türkei: Etwa 1000 Polizisten zwangsversetzt

Die türkische Regierung versetzt fast 350 Polizisten.Foto: EPADie türkische Regierung versetzt fast 350 Polizisten.Foto: EPA

8. Jan. 2014Ankara (afp/IRIB)

Im Machtkampf mit politischen Gegnern hat die türkische Regierung landesweit mehr als 600 Polizisten zwangsversetzt.

In der Nacht auf Dienstag wurden alleine in der Hauptstadt Ankara 350 Korruptionsermittler strafversetzt. Sie müssen künftig den Verkehr regeln oder in der tiefsten Provinz Dorfbürgermeister schützen. Etwa ein Viertel der abgesetzten Polizisten soll laut Medienberichten direkt mit den Ermittlungen in dem Korruptionsskandal befasst gewesen sein.

Insgesamt wurden seit dem Bekanntwerden der Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung am 17. Dezember mehr als tausend Polizeibeamte versetzt – darunter etwa die gesamte Polizeiführung in Istanbul. Insgesamt sollen in den vergangenen Wochen etwa 1000 Polizisten zwangsversetzt worden sein. Die Regierung versetzte heute(Mittwoch) die Polizeichefs von 16 weiteren Provinzen. Betroffen sind unter anderen die Präfekten von Großstädten wie Ankara, Izmir, Antalya und Diyarbakir, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Demnach wurde auch der stellvertretende Chef für nationale Sicherheit abberufen.

Erdogan wirft Polizei und Justiz vor, die Regierung nicht im Voraus über die Korruptionsermittlungen informiert zu haben. Der Premier sieht hinter dem Skandal zudem eine Verschwörung, um seine Regierung vor den Kommunalwahlen am 30. März zu schwächen. Am Wochenende warf er der Justiz vor, Umsturzpläne zu haben: „Man hat in der Türkei einen richterlichen Putsch versucht“, sagte Erdogan in Istanbul.

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