“Hör auf zu lügen”: Uruguay´s Präsident tadelt UN-Beamten über Marihuana-Gesetz

Pepe-mujicaerschienen bei RT

Übersetzung John Schacher

Uruguays Präsident hat dem Leiter des UNO-Suchtstoffkontrollrats (INCB) Lüge und Doppelmoral vorgeworfen, nachdem der Beamte sich beschwert hatte, daß das Land vor der Legalisierung von Marihuana nicht die Anti-Drogen-Instanz konsultiert habe.

Anfang dieser Woche wurde Uruguay das erste Land der Welt, das sowohl den Verkauf als auch die Produktion von Marihuana legalisiert hat.

INCB-Chef Raymond Yans hat den “überraschenden Zug” verurteilt und beschuldigte den südamerikanischen Staat der Legalisierung der Droge ohne vorherige Rücksprache mit der UN-Organisation.

Uruguays Präsident José Mujica wies die Kritik am Freitag zurück und sagte, dass er das Gesetz mit niemandem diskutieren werde.

“Sagt dem alten Mann, dass er aufhören soll zu lügen”, sagte Mujica in einem Interview mit Uruguays Canal 4.

“Lassen Sie ihn nach Uruguay kommen und mich treffen, wann immer er möchte … jeder kann mich treffen und mit mir reden, und wer sagt, er könne sich nicht mit mir treffen lügt, erzählt blanke Lügen.”

“Weil er in einer komfortablen internationalen Plattform sitzt, glaubt er, er kann jeden Unsinn erzählen”, fügte er hinzu.

Yans hatte Uruguay “Piraten-Attitüden” bezichtigt, wissentlich die Single Convention von 1961 über Suchtstoffe verletzt zu haben, welcher das südamerikanische Land beigetreten war.

Aber Mujica erinnerte daran, dass Yans nicht ein Wort über die US-Bundesstaaten Colorado und Washington gesagt hatte, welche Marihuana auch legalisiert haben.

“Hat er verschiedene Regeln: eine für Uruguay und andere für das weltweit stärkste Land?”, fragte er.

First Lady Lucia Topolansky, selbst Mitglied im uruguayischen Senat, hat ihren Mann in der Frage voll unterstützt.

“Wer ist dieser Kerl, dem es gefällt Ländern Schimpfnamen zu geben?”, sagte sie über Yans. “Ich denke, dass er die Grenze überschritten hat, aber irgendwie glaube ich, dass er Probleme mit anderen Ländern wie Schweden, Dänemark und Holland gehabt hat. Diese werden ihn irgendwann im März treffen.”

“Aber um ehrlich zu sein, Marihuana ist nicht der Kern des Lebens oder aller irdischen Fragen”, fügte Topolansky hinzu.

Das Gesetz, das einen von der Regierung kontrollierten Marihuana-Markt ermöglicht, wurde vom uruguayischen Senat am vergangenen Montag verabschiedet.

Das Gesetz sieht vor daß diejenigen, die Cannabis rauchen möchten, sich bei den Behörden registrieren und ihren Verbrauch auf 40 Gramm pro Monat begrenzen.

Präsident Mujica und seine Anhänger argumentieren, dass die Regulierung zu Konsum und Produktion von Marihuana den Kriminellen ihre Profite nehmen wird und damit weniger Geld für Soldaten und Polizisten ausgegeben werden muss, welche letztlich nicht in der Lage gewesen sind, die uruguayischen Staatsbürger an der Anwendung des Arzneimittels zu hindern.

Quelle: RT

Anmerkung: José Alberto “Pepe” Mujica Cordano – der 40ste Präsident von Uruguay – Bild: Wikipedia
Mujica lebt immer noch auf seiner kleinen Estancia in der Nähe von Montevideo und fährt seinen alten VW-Käfer. Für offizielle Fahrten nutzt er einen Opel Corsa. Von den 12.500 US-$ Präsidentengehalt behält er lediglich 10 %, den Rest spendet er an kleine Unternehmen und NGOs. Das sei genug Gehalt, so sagt er, schließlich lebten viele Bürger mit noch weniger. Auch seine Frau spendet einen großen Teil ihrer Einkünfte

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