US-Kolonialist gewinnt erste Wahlrunde in Kolumbien bei 40%iger Wahlbeteiligung – Friedensverhandlungen vor aus

Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien hat mit 29,25 Prozent der Stimmen der Kandidat der ultrarechten Partei Demokratisches Zentrum (CD), Óscar Iván Zuluaga, für sich entschieden. Um 458.000 Stimmen überholt er damit den aktuellen Präsidenten Juan Manuel Santos, der  25,69 Prozent der Stimmen erhielt. Die Umfragen hatten ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Kandidaten vorausgesagt. Santos verlor, verglichen mit dem Wahlergebnis von 2010, deutlich an Stimmen. 2010 konnte er noch 46,57 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Da keiner der beiden Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt, werden die beiden Hauptkandidaten am 15. Juni in einer Stichwahl gegeneinander antreten.

Die Abstimmung zwischen den beiden Kandidaten kommt einem  Referendum über den Fortgang der Friedensverhandlungen mit der FARC- Guerilla in Havanna gleich. Präsident Santos, der die Friedensgespräche mit der FARC im September 2012 initiierte, hat den Friedensprozess zu seinem persönlichen Projekt gemacht und die Wahlkampfkampagne fast ausschließlich darauf aufgebaut. Zuluaga folgt seinem größten Unterstützer, dem Ex-Präsidenten Álvaro Uribe, und fordert einen Abbruch der Gespräche. Er spricht sich für einen militärischen Sieg über die Guerilla aus.

Das drittstärksten Wahlergebnisse erhielt die Kandidatin der konservativen Partei Marta Lucía Ramírez mit 15,52 Prozent der Stimmen. Ihr folgen die Kandidatin des linken Parteienbündnis Alternativer Demokratischer Pol, Clara López, mit 15,23 Prozent und Enrique Peñalosa von der Grünen Allianz mit 8,2 Prozent der Stimmen.

Die linke Kandidatin López schnitt besser ab als erwartet. In den Wahlumfragen lag sie nur bei 9 Prozent. Am heutigen Montag soll in einer Parteisitzung des Alternativen Demokratischen Pols entschieden werden, welchen Kandidaten man in der Stichwahl unterstützen wird. Beobachter gehen davon aus, dass die beiden Kandidaten López und Peñalosa den aktuellen Präsidenten Santos unterstützen werden, wohingegen die konservative Partei sich für Ramírez Zuluaga aussprechen wird.

Nur 13 der 33 Millionen Kolumbianer gingen gestern zur Wahl. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 40 Prozent. Dazu kommen 6 Prozent ungültige Stimmabgaben. Die Zahlen werden als Ausdruck des Protestes an die etablierte kolumbianische Politik gewertet. Die Kampagnen der beiden Hauptkandidaten zeichneten sich zuletzt durch diverse Skandale aus. Zudem werden vielen Politkern Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen und Drogenkartellen nachgesagt. (elespectador/t-sur)

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