Vier Tote bei Drohnenangriff im Jemen

 US-Staatsbürger werden mit Militärflugzeugen außer Landes gebracht

drohnen usaWashington/Sanaa – Eine US-Drohne hat im Zentral-Jemen vier mutmaßliche Extremisten mit Verbindung zum Terrornetz Al-Kaida getötet. Kurz darauf forderten die USA ihre Staatsbürger auf, das Land  im Süden der arabischen Halbinsel umgehend zu verlassen, zwei Militärtransportflugzeuge brachten am Dienstag US-Staatsbürger in Sicheheit. Fünf  von dem unbemannten Flugkörper abgeschossene Raketen trafen ein Fahrzeug, in dem die vier Männer in der Provinz Marib unterwegs waren. Das Auto brannte völlig aus, berichtete das jemenitische Webportal „Mareb Press“ am Dienstag. Die staatliche Nachrichtenagentur Saba meldete wenig später, dass vier Al-Kaida-Kämpfer im Wadi Adiba in Marib getötet worden seien,

Die jemenitische Regierung veröffentlichte am Dienstag eine Liste mit 25 mutmaßlichen Terroristen, die angeblich Attentate zum Ende des Fastenmonats Ramadan geplant haben sollen. Für Informationen über die Verdächtigen werden fünf Millionen Rial (17.500 Euro) geboten. Einer der Insassen des zerstörten Fahrzeuges stand laut Al Jazeera auf dieser Liste.

Terrorwarnung

 

Vor dem Hintergrund aktueller Terrorwarnungen haben die USA ihre Bürger dringend aufgefordert, den Jemen „sofort“ zu verlassen. Gleiches gelte wegen der „extrem hohen Bedrohung“ für alle Mitarbeiter im Staatsdienst im Jemen, die nicht unbedingt für Notdienste benötigt würden, teilte das US-Außenministerium am Dienstag mit. Es herrsche große Sorge vor Anschlägen auf US-Niederlassungen, Unternehmen und westliche Einrichtungen, hieß es weiter.

Österreichs Botschaften bleiben geöffnet

 

Österreich plant weiterhin keine Schließung von Botschaften in islamischen Ländern. Im Außenamt hieß es am Dienstag, es gebe „keine Änderung“ in dieser Frage. Die Lage habe sich nicht gravierend verändert. Außerdem könne eine Botschaftsschließung nur im Einzelfall beurteilt werden. Die Reisehinweise würden ohnehin laufend aktualisiert. Was den spezifischen Fall von Jemen betrifft, gebe es außerdem schon seit langem Seitens Österreichs eine Reisewarnung.

 

Nach einer Terrorwarnung hatten die USA, Deutschland und andere westliche Länder ihre diplomatischen Vertretungen im Jemen geschlossen. Wie die „Los Angeles Times“ und der Sender CBS News berichteten, sei ein Telefonat zwischen Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri und seinem Regionalleiter im Jemen, Nasser al-Wuhayshi, abgehört worden. In diesem Gespräch habe Wuhayshi den Befehl erhalten, vom vergangenen Sonntag an Angriffe gegen US-Einrichtungen zu führen. Es sei um „etwas Großes“ gegangen, berichtete CBS.

 

Die Hauptstadt Sanaa liegt etwa 200 Kilometer vom Schauplatz der Drohnenattacke entfernt. In der zentralen Provinz Marib sowie im Süden und Osten des Landes sind Kampfverbände der jemenitischen Al-Kaida aktiv. Seit Ende Juli kamen im Jemen bei vier US-Drohnenangriffen insgesamt 17 Menschen ums Leben. (red/APA, 6.8.2013)

Quelle: http://derstandard.at/

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